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Mayer bei Abfahrtsklassiker auf Rang drei

Beat Feuz hat sich am Samstag zum zweiten Mal nach 2012 zum Lauberhorn-Sieger gekrönt. Der 30-jährige Schweizer setzte sich im Abfahrtsklassiker in Wengen 0,18 Sekunden vor dem Norweger Aksel Lund Svindal durch und feierte den neunten Weltcup-Sieg seiner Karriere. Als Dritter landete mit Matthias Mayer auch ein Österreicher auf dem Podest. Der Rückstand des Kärntners betrug allerdings schon 0,67 Sekunden.

Herren-Abfahrt in Wengen

  • 1. Beat Feuz (SUI)
  • 2. Aksel Lund Svindal (NOR)
  • 3. Matthias Mayer (AUT)

Unmittelbar dahinter landete mit Hannes Reichelt ein weiterer ÖSV-Abfahrer. Mit Platz vier (0,77) ging für den 37-Jährigen die stolze Serie von fünf Podesträngen in Serie in Wengen aber zu Ende. Vincent Kriechmayr, der am Freitag noch die Kombinationsabfahrt dominiert hatte, komplettierte hinter dem Deutschen Thomas Dressen (0,93) als Sechster (0,98) das starke ÖSV-Ergebnis. Max Franz musste sich mit Rang 13 (1,88) begnügen. Christian Walder wurde 16. (2,18).

Die ÖSV-Asse gingen durch die Bank mit höheren Startnummern - traditionell nicht unbedingt ein Vorteil in Wengen - ins Rennen. „Im Großen und Ganzen hat es bei mir super gepasst. Oben habe ich aber wie alle anderen Zeit verloren. Mit der vorderen Startnummer war es bisschen schneller, weil es danach extrem warm am Start wird. Da verliert man eben ein paar Zehntel“, erklärte Mayer die Problematik auf dem Lauberhorn im ORF-Interview.

Mayer komplettiert Siegespodest

Als bester Österreicher schafft es Olympiasieger Matthias Mayer als Dritter noch auf das Podest. Auf Feuz fehlen dem Kärntner am Ende 0,67 Sek.

Feuz triumphiert mit Nummer eins

Den Krimi um den Sieg bekamen die Zuschauer daher sehr früh zu sehen. Feuz absolvierte die 4.270 Meter lange mit zahlreichen Schlüsselstellen gespickte Strecke in 2:26,50 Minuten bereits mit Startnummer eins. Als Dritter ging Svindal ins Rennen und lieferte dem Schweizer ein Hundertstelduell. Oben lag Svindal knapp voran, nach dem Kernen-S 0,04 Sekunden zurück, und bei der vorletzten Zwischenzeit hatte er wieder einen Vorsprung von 0,02 Sekunden.

Die Entscheidung brachte dann das Ziel-S. Während Feuz wie auf Schienen die schwierige Passage nahm, schien Svindal konditionell angezählt und verlor noch zwei Zehntelsekunden. „Solange es so läuft, bin ich zufrieden“, sagte der Norweger, der zum fünften Mal in dieser Saison auf das Podest kam. „Gegen Beat habe ich in der Zielkurve verloren. Da hätte ich mehr angreifen müssen. Ich bin nicht schlecht gefahren, aber er hat es perfekt erwischt“, sagte Svindal, der im Abfahrtsweltcup nun 58 Punkte vor Feuz führt.

Beat Feuz feiert „Start-Ziel-Sieg“

Der Schweizer Weltmeister legt gleich mit Startnummer eins in 2:26.50 Min. die schnellste Zeit des Tages hin und holt sich seinen zweiten Heimsieg in Wengen nach 2012.

Für Feuz wurde es am Ende ein Start-Ziel-Sieg und ein echter Freudentag in seiner Heimat. „Ich durfte hier schon 2012 gewinnen, letztes Jahre wurde ich in St. Moritz Weltmeister. Solche Erfolge gehören ganz oben auf meine Liste. Was will man im Skisport mehr bei so einem traumhaften Tag und perfekten Bedingungen“, jubelte der Schweizer, der auch mit seiner Startnummer pokerte. „Die Erfahrung sagt, dass es bei solchen Bedingungen oben eher langsamer wird. Das hat heute funktioniert“, erklärte Feuz.

Mayer und Reichelt holen unten auf

Den ÖSV-Assen spielte genau das nicht in die Karten. Als Erster startete Mayer mit Nummer elf den Angriff auf die Bestzeit. Der 27-Jährige lag zur Mitte des Rennens schon knapp eine Sekunde zurück. Angefangen mit einer runden Linie in Langentrejen erwischte Mayer den unteren Teil aber perfekt, holte 0,32 Sekunden auf Sieger Feuz auf und schaffte damit zum zweiten Mal in dieser Saison und zum ersten Mal in Wengen den Sprung auf das Podest.

Matthias Mayer (AUT)

APA/Keystone/Jean-Christpohe Bott

Matthias Mayer klassierte sich mit seiner Fahrt hinter den überragenden Beat Feuz und Aksel Lund Svindal

„Langentrejen bin ich ein bisschen runder gefahren und habe vielleicht mehr Speed in den Haneggschuss mitnehmen können. Am Schluss habe ich den Ski richtig gut unter mir gehabt. Da hat es mich runtergetrieben. Es ist ein Kindheitsraum, in Wengen auf dem Podest zu stehen“, sagte Mayer, der im Abfahrtsweltcup als Fünfter bester Österreicher ist und Feuz eine Revanche für Kitzbühel, das am nächsten Wochenende über die Bühne geht, ankündigte.

Ähnlich wie Mayer erging es Reichelt mit Nummer 19. Der Salzburger hatte bei der zweiten Zwischenzeit bereits 1,02 Sekunden Rückstand, machte aber im unteren Teil ebenso Zeit gut. „Oben ist es vom Schnee ganz anders als unten. Man weiß aus der Vergangenheit, dass es nicht unbedingt schneller wird. Da müssen halt ein paar Faktoren passen. Bei mir war das nicht der Fall, so wie das Ergebnis ausschaut. Ich wusste, dass es schwierig, aber nicht unmöglich wird. Meine Fahrt war wirklich nicht schlecht“, sagte der Sieger von 2015.

Kriechmayr zufrieden, Franz nicht

Auch Kriechmayr zeigte mit der zugelosten Nummer 20 eine gute Leistung. "Die zwei besten Abfahrer der Welt hatten vielleicht auch noch eine Spur die besseren Verhältnisse. Wenn die Sonne reinstrahlt, fängt es ein bisserl zu saugen an. Aber die zwei hätte ich sowieso auch bei gleichen Verhältnissen nicht gebogen, sagte der Oberösterreicher, dem die Einfahrt Hundschopf und das Kernen-S nicht ganz gelungen sind.

Für Franz war das Rennen um einen Spitzenplatz bald vorbei. „Nach zehn Sekunden wusste ich schon, dass ich nur noch um die Goldene Ananas fahre. In der Startkurve hat es mich in den Dreck gezogen, dann geht dir das Tempo ab“, sagte der Kärntner. Sehr zufrieden war Walder, der mit Rang 16. sein zweitbestes Karriereresultat egalisierte. „Seit Bormio ging es bergauf, die Trainings hier waren konstant. Ich wusste heute, dass mir das schon ganz gut liegen könnte.“

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