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Aigner als bester ÖSV-Adler Siebenter

Andreas Stjernen hat sich beim ersten Skiflug-Bewerb auf dem Kulm bei Bad Mitterndorf am Samstag erstmals in seiner Karriere in die Siegerliste eingetragen. Der 29-jährige Norweger setzte sich mit Flügen auf 229,0 und 226,0 Meter mit 2,5 Punkten Vorsprung auf seinen Landsmann Daniel Andre Tande durch und feierte damit seinen Premierensieg. Der Schweizer Simon Ammann landete auf Rang drei.

Stjernen trat mit seinem ersten Sieg in die Fußstapfen seines Vaters Hroar, der 1985 in Bischofshofen ebenfalls seinen ersten und einzigen Weltcup-Sieg gefeiert hatte. Sein Sohn, der bereits nach dem ersten Durchgang geführt hatte, wehrte in der Entscheidung den Angriff von Tande ab. Letzterer erzielte im zweiten Durchgang mit 240,5 Metern die Höchstweite des Tages.

Stjernen verteidigt Führung

Mit einem 229-Meter-Sprung in der Entscheidung verteidigt Stjernen seine Halbzeitführung und fliegt zum ersten Weltcup-Sieg.

Nicht perfekt, aber sehr gut

„Es war keine perfekte, aber sehr gute Vorstellung von mir. Beim Absprung war ich ein bisschen spät, aber ich bin sehr glücklich“, sagte Sieger Stjernen. Dass er im Alter von 29 Jahren nun endlich mit seinem Vater an Weltcup-Siegen gleichziehen konnte, freute den Norweger doppelt: „Darauf habe ich hart und lange hingearbeitet“, sagte Stjernen im ORF. Tande gab den fairen Verlierer: „Das war ein großartiger Bewerb, aber schwieriger als beim Probesprung. Ein neuer Weltcup-Sieger aus Norwegen ist immer willkommen.“

Jubel von Andreas Stjernen (NOR)

APA/Erwin Scheriau

Der Kulm brachte mit Stjernen ein neues Siegergesicht im Weltcup

Ammann, der rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang noch einmal in Topform zu kommen scheint, verhinderte als Dritter sogar einen Dreifachsieg der Norweger. Der vierfache Olympiasieger aus der Schweiz blieb nur 0,9 Punkte vor Robert Johannsson. „Es ist für mich eine Riesengenugtuung, auch für das Team. Es ist für mich gut nach der gewaltigen Enttäuschung bei der Tournee“, sagte Ammann.

Bestes Ergebnis für Aigner

Die Österreicher hatten im Kampf um die Podestplätze nichts mitzureden. Clemens Aigner, nach dem ersten Durchgang noch Fünfter, landete mit Flügen auf 215,5 und 216,5 Meter als bester ÖSV-Adler auf dem siebenten Platz. Der Tiroler profitierte dabei von der Disqualifikation des fünftplatzierten Slowenen Jernej Damjan und dem Siebenten Johann Andre Forfang aus Norwegen, die bei der Anzugskontrolle durchfielen. Aigner durfte sich damit über sein bestes Ergebnis im Weltcup freuen. Davor war ein 15. Rang das Karrierehoch des 24-Jährigen gewesen.

Aigner bester Österreicher

Clemens Aigner landet in der Entscheidung bei 216,5 Metern und darf sich über die beste Weltcup-Platzierung seiner Karriere freuen.

Dabei war Aigner mit geringen Hoffnungen gekommen, weil es bei seinen bisherigen drei Skiflug-Auftritten nicht gut gegangen war. „Die Trainer haben immer schon gesagt, dass ich eigentlich ein Skiflieger wäre. Es ist ein Traum, dass man einmal vorne mitmischt im Weltcup - beim Skifliegen hätte ich echt nicht geglaubt, dass es hinhaut, deswegen bin ich sehr überrascht“, wunderte sich der 24-Jährige. Dass er jetzt bei der Skiflug-WM dabei ist, freut den Tiroler: „Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Die Skiflug-WM war für mich eigentlich außer Reichweite, aber natürlich - nehme ich gerne mit.“

Kraft hinter den Erwartungen

Stefan Kraft, der im ersten Durchgang bei schwierigen Verhältnissen nur bei 205,5 Metern gelandet war, steigerte sich im zweiten Durchgang auf 223,5 Meter und wurde als Zehner zweitbester Österreicher. „Ich habe noch sehr viele Reserven. Es war ein cooler Sprung, aber kein Flug. Am Ende waren die Verhältnisse besser. Ich habe mir mehr erwartet, aber es wird schon wieder bergauf gehen. Ich weiß, was ich zu tun habe“, sagte Kraft mit Hinblick auf den zweiten Bewerb am Sonntag.

Kraft steigert sich im zweiten Versuch

Nach schwierigen Verhältnissen im ersten Durchgang steigert sich Stefan Kraft mit 223,5 Metern im zweiten Versuch gehörig.

Michael Hayböck als 13. („Es war stabil und konstant, damit habe ich einen Schritt weiter gemacht“) und Manuel Poppinger mit Rang 20 komplettierten das rot-weiß-rote Ergebnis. Poppinger lag damit sogar zwei Plätze vor Weltcup-Spitzenreiter Kamil Stoch aus Polen, der einen schwarzen Tag erwischte. Gregor Schlierenzauer war im ersten Durchgang mit einer Weite von 173,5 Metern vorzeitig gescheitert. „173 Meter auf so einer großen Schanze, da kommt man sich eher wie ein Skifahrer vor. Offensichtlich fehlt es gröber“, sagte der enttäuschte Tiroler.

Skiflug-Weltcup Kulm, 1. Bewerb

Samstag:

Endstand:
1. Andreas Stjernen NOR 229,0 / 226,0 407,6
2. Daniel Andre Tande NOR 210,5 / 240,5 405,1
3. Simon Ammann SUI 218,0 / 227,5 399,9
4. Robert Johansson NOR 211,5 / 230,0 399,0
5. Noriaki Kasai JPN 216,0 / 227,0 395,0
6. Peter Prevc SLO 219,0 / 214,0 392,4
7. Clemens Aigner AUT 215,5 / 216,5 388,3
8. Anze Semenic SLO 211,5 / 220,5 386,0
9. Stefan Kraft AUT 205,5 / 223,5 385,5
10. Markus Eisenbichler GER 204,0 / 217,0 376,7
11. Domen Prevc SLO 205,0 / 211,0 372,1
12. Michael Hayböck AUT 204,5 / 212,5 369,8
13. Cestmir Kozisek CZE 210,0 / 211,0 369,4
14. Stefan Hula POL 208,0 / 210,5 367,3
15. Andreas Wellinger GER 196,0 / 211,5 363,6
16. Anders Fannemel NOR 188,5 / 205,0 356,2
17. Piotr Zyla POL 210,5 / 200,0 354,5
18. Tilen Bartol SLO 190,5 / 206,5 352,6
19. Manuel Poppinger AUT 194,0 / 203,5 349,7
20. Stephan Leyhe GER 204,5 / 198,0 344,7
21. Kamil Stoch POL 193,5 / 193,0 343,5
22. Taku Takeuchi JPN 191,0 / 200,0 343,0
23. Maciej Kot POL 196,0 / 193,0 341,9
24. Kevin Bickner USA 189,5 / 196,5 340,9
25. Halvor Egner Granerud NOR 195,0 / 184,5 338,8
26. Wladimir Zografski BUL 195,0 / 183,0 328,6
27. Pius Paschke GER 191,0 / 190,0 327,2
28. Ryoyu Kobayashi JPN 195,5 / 184,0 325,7
Disqualifiziert:
. Johann Andre Forfang NOR
. Jernej Damjan SLO
Out im ersten Durchgang:
38. Gregor Schlierenzauer AUT 173,5

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