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Mutprobe in Bad Kleinkirchheim

Italiens Damen haben am Sonntag bei einer „Sprintabfahrt“ in Bad Kleinkirchheim erstmals in ihrer Geschichte die ersten drei Plätze belegt. Sofia Goggia gewann das Rennen auf der verkürzten, aber anspruchsvollen Strecke in 1:04,00 Minuten vor Federica Brignone (+ 1,10 Sekunden), die bereits am Samstag den Super-G gewonnen hatte, und Nadia Fanchini (+ 1,45).

Für Goggia, die bei schlechter Sicht einfach die mutigste Fahrweise wählte, war es der dritte Weltcup-Sieg nach ihren Erfolgen in Abfahrt und Super-G Anfang März 2017 in Jeongseon. Die ÖSV-Läuferinnen kamen mit Strecke und Bedingungen nicht zurecht.

Federica Brignone, Sofia Goggia und Nadia Fanchini

AP/Giovanni Auletta

Brignone (l.), Goggia (M.) und Fanchini (r.) schrieben italienische Skigeschichte

Nur zwei kamen unter die Top Ten. Beste Österreicherin wurde Anna Veith als Achte (+ 2,03) unmittelbar vor Stephanie Venier (+ 2,06). „Man wird so durchgeschüttelt, ich bin froh, dass es gutgegangen ist“, meinte Veith im ORF. „Da wird man von der Skiführung automatisch breiter, aber dadurch natürlich auch langsamer.“

„Kurz und knackig“

Die Abfahrt wurde wegen der schwierigen Umstände auf verkürzter Strecke ausgetragen, der Start hinunterverlegt. Damit entfiel das extrem steile Startstück „Klammerstich“. Grund war die schlechte Sicht sowie die Piste, die sich wegen der tagelangen Behandlung mit Wasser und gesunkener Temperaturen am Renntag extrem eisig und unruhig präsentierte.

Abfahrt in Bad Kleinkirchheim

  • 1. Sofia Goggia (ITA)
  • 2. Federica Brignone (ITA)
  • 3. Nadia Fanchini (ITA)

ORF-Expertin Alexandra Meissnitzer bezeichnete die Strecke nach ihrer Kamerafahrt daher auch als „kurz und knackig“. Es war erst die dritte Abfahrt des Ski-Winters, die erste seit dem Speed-Double Anfang Dezember in Lake Louise, wo Hütter gleich ihre Comeback-Abfahrt gewinnen konnte und die in Kärnten abwesende Mikaela Shiffrin ihren ersten Abfahrtstriumph feierte. Hütter (9./+2,27) musste jedoch ihre neuerlichen Siegeshoffnungen nach einem schweren Fehler vor der zweiten Zwischenzeit begraben.

Keine Zeit zum Nachdenken

„Ich habe mich schon am Boden liegen gesehen. Schade, dass mir das passiert ist. Da hat mir dann die Geschwindigkeit gefehlt. Es gibt Tage, da liegt man im Schnee und es gibt Tage, da steht man ganz oben“, meinte die 25-jährige Steirerin (14./+2,27) im ORF-Interview.

Platz zwölf: Cornelia Hütter (AUT)

Cornelia Hütter vergab ihre Chancen auch mit einem Fehler im oberen Teil.

„Ich war die letzten Tage krank und bin froh, heil herunten zu sein. Hier hat man keine Zeit zum Nachdenken. Da muss man Vollgas geben, sonst wird man durchgereicht“, so die 24-jährige Tirolerin. Ramona Siebenhofer (16./+2,33) fand hingegen ebenso wie Nicole Schmidhofer (18./+2,37), Tamara Tippler (21./+2,50) und Christine Scheyer (29./+3,16) nicht die richtige Linie. Christina Ager und Ricarda Haaser kamen nicht in die Punkteränge.

Im „Goggia-Stil“ zum Sieg

Dafür zeigten die Italienerinnen, wie die Piste zu bewältigen war. Mit einer mutigen Fahrt und einer kompromisslosen Hocke in den Schlüsselstellen raste Sofia Goggia mit Nummer fünf zur überlegenen Bestzeit vor ihren Teamkolleginnen Federica Brignone und Nadia Fanchini.

Erster Platz: Sofia Goggia (ITA)

Sofia Goggia nahm bei diffusem Licht ihr Herz in die Hand und raste mit überlegener Bestzeit zu ihrem insgesamt dritten Weltcup-Sieg.

An den Zeiten der offenbar furchtlosen Italienerinnen scheiterten aber auch Favoritinnen wie Lindsey Vonn (+ 3,03), Lara Gut und Michelle Gisin, die mit der schlechten Sicht auf dem welligen Kurs nicht zurechtkamen. Goggia war jedenfalls zutiefst zufrieden mit ihrer Leistung: „Ich bin wirklich glücklich mit meiner Abfahrt. Man weiß nie, wie es geht, ich habe den Ski einfach laufen lassen. Ich hatte genug davon, einfach nur anzukommen. Heute war ich sicher die Mutigste. Der Goggia-Stil hat heute funktioniert.“

Gefährdet war der Triplesieg nur einmal. Nämlich als die Französin Tiffany Gauthier mit hoher Startnummer 36 auf Platz vier raste und das Podium um nur 0,14 Sekunden verpasste.

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