Themenüberblick

„Fit und frisch genug“

Österreichs Davis-Cup-Team kann beim Erstrunden-Länderkampf der Europa/Afrika-Zone I am Wochendende in St. Pölten doch mit der Unterstützung des Weltranglistensechsten Dominic Thiem rechnen. Der Niederösterreicher gab am Dienstagabend via Facebook bekannt, dass er spielen werde.

„Wir haben heute beim Training gesehen, dass ich fit und frisch genug bin, um am Wochenende Davis-Cup gegen Weißrussland spielen zu können. Günter (Thiems Trainer Bresnik, Anm.) hat zwar seine Bedenken, die kann ich auch verstehen, aber ich wollte unbedingt spielen, vor allem, weil ich mich endlich auch einmal meinen Fans in Niederösterreich zeigen möchte“, schrieb der 24-Jährige. „Ich hoffe, ihr unterstützt unser Team am Freitag und Samstag und freue mich auf ein volles Haus und echte Davis-Cup-Atmosphäre in St. Pölten.“

Erst vor einer Woche hatte Bresnik den österreichischen Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek gebeten, auf Thiem zu verzichten, damit dieser nach seiner Krankheit zu Jahresbeginn und den Strapazen bei den Australian Open mehr Regenerationszeit habe. Nun entschloss sich Österreichs Nummer eins doch noch zu einer Teilnahme.

Ofner tritt Heimreise an

Dadurch ergab sich auch eine Änderung im Kader. In einer internen Ausscheidung zwischen Dennis Novak und Stefan Ofner setzte sich Novak in zwei Sätzen durch und hat damit den dritten Einzelplatz (möglicherweise am Samstag) sicher, Ofner reiste heim.

Oliver Marach kommt indes als frischgebackener Doppel-Triumphator bei den Australian Open zum Davis-Cup. Er hatte nach seiner Rückkehr von Melbourne noch eine ärztliche Konsultation vor sich, wird für Mittwoch in St. Pölten erwartet. „Er hat freie Hand und kann machen, was er will“, bekräftigte Koubek, dass die späte Anreise des Steirers für ihn überhaupt kein Problem sei. „Das Wichtigste ist, dass er am Samstag auf dem Platz steht.“

Marach heuer noch unbesiegt

Koubek bescheinigte Marach einen unglaublichen Saisonstart, der 37-Jährige hat mit dem Kroaten Mate Pavic neben den Australian Open auch zwei weitere Titel eingeheimst, auf dem Court ist das Duo sogar seit Oktober unbesiegt. Koubek: „Ich hoffe, dass das im Davis-Cup so weiter geht. Ich glaube, er weiß gar nicht mehr, wie man verliert.“ Der Coach sieht sein Team als Favorit, da die Weißrussen auch ohne den 40-jährigen Doppel-Routinier Max Mirnyi spielen.

Oliver Marach und Mate Pavic

APA/AP/Dita Alangkara

Marach holte mit seinem Doppel-Partner Pavic am Wochenende in Melbourne seinen ersten Grand-Slam-Titel

Oswalds Doppelpartner auf der ATP-World-Tour erhielt zwecks Regeneration eine Pause, der beim 3:1-Sieg der Weißrussen im April in Minsk im Einsatz gewesene Egor Gerasimow ist verletzungsbedingt diesmal nicht dabei. Weißrusslands Kapitän Wladimir Woltschkow sieht daher auch eine klare Ausgangslage: „Ich favorisiere Österreich hier auf Sand. Für meine Spieler sehe ich das auch als Sprungbrett, dass sie gegen so gute Leute spielen können.“

Sein aufgebotener Topmann Ilja Iwaschaka kommt mit dem Selbstvertrauen eines Halbfinal-Einzugs bei einem Challenger in Koblenz nach Niederösterreich, im April hat er Melzer in vier Sätzen besiegt. Auf Sand sei es aber etwas anderes, meinte Woltschkow. Allerdings gehe es nach einer Modusänderung nur noch über „Best of three“-Sätze, das gebe dem Außenseiter auch mehr Chancen. Der 27-jährige Melzer liegt in der Weltrangliste auf Rang 98, der 23-jährige Iwaschka ist 190.

Bei Sieg wartet im April Russland

Bei einem Sieg gegen Weißrussland ginge es am ersten April-Wochenende in der zweiten Runde auswärts gegen Russland. Bei einer Niederlage gegen die Weißrussen würden diese zunächst gegen Russland spielen und bei einem erneuten Erfolg dem ÖTV die Russen als Gegner um den Klassenerhalt bescheren. Gewinnt Weißrussland gegen Österreich, verliert aber gegen Russland, würde es die Koubek-Truppe mit dem Verlierer aus Bosnien-Herzegowina gegen die Slowakei zu tun bekommen.

Links: