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„Worst case“ erscheint am Horizont

Von der großen Aufholjagd ist bei der Austria weit und breit nichts zu sehen. Mit fünf Zählern Rückstand auf Rang vier waren die Wiener ins Frühjahr gestartet, nach zwei Spielen stehen nun zumindest sechs zu Buche. Während LASK-Trainer Oliver Glasner nach dem 3:1-Sieg der Linzer am Samstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion jubelte, blickte sein Gegenüber Thorsten Fink grimmig drein. Gründe dafür gab es einmal mehr zur Genüge.

Die Vorstellung der Austria in einer Partie, die zuvor als immens wichtig für das angestrebte Ziel Europa-League-Startplatz tituliert worden war, warf doch einige Fragen auf. „Schläfrig“ habe seine Mannschaft gewirkt, meinte Fink. „Scheinbar hat keiner so richtig kapiert, worum es geht“, so der Deutsche, der Ursachenforschung ankündigte. „Kann sein, dass ich sie da nicht hingebracht habe. Jetzt müssen wir schauen, dass wir nächste Woche eine Reaktion zeigen.“

Trainer Fink

GEPA/Christian Ort

Thorsten Fink kommt mit der Austria nicht vom Fleck

Am kommenden Samstag gastiert die Austria in Mattersburg. Die formstarken Burgenländer liegen nach 22 Runden punktegleich mit den weiter sechstplatzierten Favoritnern auf Rang sieben. Mattersburg verbuchte mit einem 3:0 in St. Pölten auch beim zweiten Frühjahresauftritt einen vollen Erfolg. Eine weitere Niederlage im Pappelstadion könnte die Stimmung bei der Austria clubintern Richtung Tiefpunkt rutschen lassen. Eine Saison ohne Europacup-Teilnahme in der neuen Generali Arena ist das Worst-Case-Szenario.

Erster LASK-Sieg über Austria seit acht Jahren

„Viel aggressiver“ sei der LASK gewesen, gab der im Herbst lange verletzte Austria-Spieler Florian Klein nach seinem Comeback zu. „Wir haben uns die Schneid abkaufen lassen durch ihr Pressing.“ Dabei gingen die Hausherren - sie kassierten die bereits fünfte Niederlage im elften Saisonheimspiel (bei vier Siegen) - sogar in Führung. Das 1:0 durch Felipe Pires nach einer Viertelstunde blieb ein Strohfeuer.

Thomas Goiginger münzte das klare Chancenplus der Oberösterreicher zum Ausgleich (36.) um, ehe der LASK im Finish durch Mergim Berisha (80.) und Felix Luckeneder (89.) nach Eckbällen den ersten Sieg gegen die Austria seit acht Jahren fixierte. Da er vor dem Spiel vor den Standardsituationen der Gäste gewarnt hatte, war Fink dementsprechend sauer. Auf taktische Diskussionen wollte er sich nicht einlassen: „Taktik hin und her, wenn man so viele Zweikämpfe verliert, kann man kein Spiel gewinnen.“

Aufsteiger greift nach Europa-League-Platz

Glasner durfte sich indes „riesig freuen“. Zwei Spiele 2018, zwei Siege - der LASK hat bisher alles richtig gemacht. Mit „viel Mut“ habe seine Mannschaft das geschafft, was man sich bereits länger vorgenommen hatte: „Endlich auswärts bei einem der ‚Big Four‘ gewinnen.“ Das hat der LASK trotz guten Vorstellungen in Salzburg (1:1, 0:0), Graz (0:1) oder Wien-Hütteldorf (0:1) noch nicht geschafft. Nächste Woche wartet auf die Athletiker daheim der SCR Altach. Mit einem Heimsieg wäre der nächste Schritt dorthin getan, worüber Glasner noch nicht gerne spricht: der Europacup.

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