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Bitteres Ende für Rapid

Für Rapid hat sich die jüngere Bundesliga-Geschichte am Sonntag wiederholt. Nach der bisher letzten Auswärtsniederlage der Hütteldorfer im August in der Südstadt musste man sich den Niederösterreichern neuerlich geschlagen geben. Den K.-o.-Schlag kassierte Rapid in der 92. Minute durch ein Eigentor von Mario Pavelic. In der Tabelle rückte die viertplatzierte Admira dem Dritten Rapid damit bis auf einen Punkt nahe.

Im Duell zweier ersatzgeschwächter Mannschaften war die Admira in der torlosen ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Rapid fand erst nach der Pause ins Match, geriet durch ein Tor des 18-jährigen Admira-Debütanten Marco Hausjell (69.) aber in Rückstand. Nach dem sehenswerten Ausgleich durch Philipp Schobesberger (86.) sah alles nach einer Punkteteilung aus, ehe die Admira im Finish doch noch überraschend über drei wichtige Punkte jubeln durfte.

Entscheidendes Eigentor von Pavelic (92.)

Nach einem Freistoß von Grozurek verlängert Pavelic den Ball mit dem Kopf über seinen Goalie Strebinger hinweg ins Tor. Das war die Entscheidung.

Admira gefährlicher - Rapid verschläft erste Hälfte

Nur was den Ballbesitz betraf, hatte Rapid in der verhaltenen Anfangsphase leichte Vorteile. Wenn es in den ersten 20 Minuten das eine oder andere Mal im Strafraum gefährlich wurde, war das aber immer jener der Wiener. Goalie Richard Strebinger überstand die ersten brenzligen Situationen für die Grün-Weißen ohne Malheur. Die Admira agierte im Umschaltspiel jedenfalls direkter, wacher und schneller. Rapid-Coach Goran Djuricin musste seine Mannschaft immer wieder aus der Coaching-Zone antreiben.

Sein Gegenüber Ernst Baumeister wirkte allerdings auch noch nicht wirklich zufrieden, weil die Admiraner den letzten Pass oder die entscheidende Flanke zu selten an den Mann brachten. Zumindest übten die Niederösterreicher Druck aus, was man vom Tabellendritten aus Hütteldorf zu diesem Zeitpunkt noch nicht behaupten konnte. Bei einer guten Gelegenheit der Südstädter durch Sasa Kalajdzic (42.) nach Querpass von Stephan Zwierschitz war Strebinger schnell unten in der Ecke. Als Referee Andreas Heiß zur Pause pfiff, hatte Rapid die erste Hälfte komplett verschlafen.

Nach Seitenwechsel gehen es auch die Gäste an

Nach dem Seitenwechsel konnte es für die Wiener nur besser werden. Und in der 50. Minute kreierte der Favorit endlich die erste konkrete Torchance. Veton Berisha kam nach einer Kombination über mehrere Stationen im Sechzehner an den Ball, konnte Admira-Schlussmann Manuel Kuttin mit einem zu unplatzierten Abschluss aber nicht überwinden. Thanos Petsoso (53.) fand per Kopf aus kurzer Distanz die nächste gute Gelegenheit vor, bekam aber nach Flanke von Philipp Schobesberger nicht genug Druck hinter den Ball. Das Spiel wurde besser, weil Rapid nun auch mitmachte.

Joelinton (SK Rapid Wien)

APA/Georg Hochmuth

Joelinton vergab einige gute Tormöglichkeiten für Rapid

Mario Pavelic (60.) verzog aus der Distanz nur knapp, fast lag schon der erste Treffer für Grün-Weiß in der Luft. Umso bitterer wäre es für die Hütteldorfer gewesen, hätte die Admira einen leichtsinnigen Rückpass von Pavelic auf Strebinger zur Führung genutzt. Der diesmal wirklich schwache Berisha wurde nach 65 Minuten durch die neue Mittelfeldkraft Tamas Szanto ersetzt. Dann hatte Rapid etwas Glück, als Admira-Stürmer Marin Jakolis im Strafraum von Galvao zurückgezogen wurde, aber zu theatralisch zu Boden ging und dafür folgreichtig nicht mit einem Elferpfiff belohnt wurde.

Dramatisches Finish lässt Admira jubeln

Und schließlich blieb es Admiras Bundesliga-Debütant Hausjell vorbehalten, die Drangperiode der Gäste zu beenden und die Hausherren mit 1:0 (69.) in Front zu schießen. Kalajdzic hatte den 18-Jährigen rechts im Strafraum gut in Szene gesetzt. Hausjell zog ohne Umschweife ab und traf flach in die linke lange Ecke. Strebinger war chancenlos und Rapid schwer in der Bredouille. Thomas Murg (73.) hatte die erste hochkarätige Ausgleichschance, doch sein Heber wurde von Markus Lackner per Kopf im letzten Moment zur Ecke verlängert. Rapid versuchte, gleich am Drücker zu bleiben.

1:0 für Admira durch Hausjell (70.)

Der Bundesliga-Debütant Marco Hausjell bringt die Admira in Führung.

Joelinton (77.) unterstrich alleine vor dem Admira-Tor, dass er kein „Knipser“ ist. Der Brasilianer schoss aus kurzer Distanz unbedrängt weit über das Tor, nachdem Kuttin einen Schuss von Stephan Auer hatte abprallen lassen. Die Zeit rannte Rapid jetzt davon, doch mit Schobesberger hatte man einen Spieler an Bord, der aus fast jeder Lage treffen kann. In der 86. Minute nahm der technisch versierte Rechtsfuß nach Pass von Pavelic aus etwa 20 Metern Entfernung Maß. Der schön angeschnittene Ball senkte sich in die rechte Ecke, und Schobesberger hatte den Tag für Rapid vermeintlich gerettet.

Ausgleich durch Schobesberger (86.)

Ausgleich für Rapid. Schobesberger wird im Zentrum zu viel Platz gegeben. Diesen nützt er, um den Ball genau ins rechte Eck zu schießen.

Joelinton (91.) hatte dann noch eine hundertprozentige Torchance. Neuerlich tauchte der Brasilianer mutterseelenalleine vor Kuttin auf. Und wieder vergab Joelinton kläglich, diesmal per Kopf und nach Flanke von Murg. Und das sollte sich bitter rächen. Denn in der zweiten Minute der Nachspielzeit brachte Lukas Gozurek noch einen Freistoß in den Strafraum, der von Pavelic per Kopf äußerst unglücklich über Strebinger hinweg ins eigene Tor verlängert wurde. Bitterer hätte der Nachmittag für Rapid nicht enden können.

Stimmen zum Spiel:

Ernst Baumeister (Admira-Trainer): „In der ersten Hälfte waren wir überrascht, wie wenig Probleme uns Rapid bereitet hat. In der zweiten Hälfte war Rapid besser, hatte auch einige Chancen. Wir haben doch mit etlichen jungen Spielern und Debütanten gespielt, da ist uns nach einer Stunde etwas die Kraft ausgegangen. Es ist ein etwas glücklicher Sieg, aber natürlich sind wir hochzufrieden. Ich kann Goran nachfühlen, wie es ihm geht. Wir haben erst vergangene Woche in Salzburg erst in der Nachspielzeit verloren.“

Interview mit Marco Hausjell

Admira-Torschütze Marco Hausjell, der bei seinem Bundesliga-Debüt gleich einen Treffer erzielte, war in der Aufregung entgangen, dass sein Team das Spiel gewonnen hatte.

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): „Für die erste Hälfte müssen wir uns entschuldigen, da waren wir zu zaghaft, zu passiv, haben nicht mutig nach vorne gespielt. Es waren auch viele Fehlpässe dabei. Zur Pause habe ich probiert, die Mannschaft aufzurütteln. Ich habe die Spieler gefragt, wo meine Mannschaft ist, weil ich sie nicht gesehen habe. In der zweiten Hälfte haben wir dann unser wahres Gesicht gezeigt, hatten fünf hundertprozentige Chancen, da hätten wir auf jeden Fall drei oder vier Tore machen müssen. Im Endeffekt war es eben zu wenig.“

Tipico-Bundesliga, 22. Runde

Sonntag:

Admira - Rapid 2:1 (0:0

Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, 3.200 Zuschauer, SR Heiß

Torfolge:
1:0 Hausjell (69.)
1:1 Schobesberger (86.)
2:1 Pavelic (92./Eigentor)

Admira: Kuttin - Zwierschitz, Lackner, Petlach, Scherzer - Vorsager (62./Maier), Ebner - Hausjell (72./Merkel), Kalajdzic, Grozurek - Jakolis (87./L. Malicsek)

Rapid: Strebinger - Pavelic, M. Hofmann, Galvao, Auer - Petsos (82./Kvilitaia), Ljubicic - Ve. Berisha (66./Szanto), Murg, Schobesberger - Joelinton

Gelbe Karten: keine bzw. Pavelic

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