Themenüberblick

Südstadt wieder keine Reise wert

Zwei Spiele, kein Sieg, nur ein Punkt und noch dazu Fanvorfälle im Wiener Derby samt Nachwehen: Für Rapid hat das Jahr 2018 alles andere als wunschgemäß begonnen. Auf das 1:1 gegen die Austria folgte am Sonntag mit einem bitteren 1:2 bei der Admira die nächste Enttäuschung. So kommen die Wiener im Kampf um die Champions-League-Qualifikationsplätze nicht weiter.

Anstatt einen Angriff in Richtung Platz zwei zu starten, gerät für die Wiener der dritte Tabellenrang ins Wackeln. Die Admira und der LASK liegen nur zwei bzw. einen Zähler dahinter und hoffen auf ein Überholmanöver. Dass es dazu kommt, ist nicht unrealistisch, stehen Rapid doch harte Partien bevor. Am Samstag ist der 2018 noch punktelose und neun Punkte entfernte Winterkönig Sturm Graz im Allianz Stadion zu Gast, dann folgt ein Heimspiel gegen den LASK (24. Februar) und nach dem ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen Ried (28. Februar) die Auswärtspartie bei Tabellenführer Salzburg (4. März).

Rapid verliert gegen Admira

Für Rapid hat es eine Woche nach den Fanverfehlungen beim 1:1 im Wiener Derby gegen die Austria sportlich schlechte Nachrichten gegeben. Die Hütteldorfer unterlagen der Admira auswärts mit 1:2.

„Strafe für die erste Hälfte“

„Wir konnten in den Spielen die Vorbereitung nie umsetzen“, ärgerte sich Sportdirektor Fredy Bickel. Obwohl die Gegentore in der Südstadt in der zweiten Hälfte fielen, waren aus Rapid-Sicht die ersten 45 Minuten zum Vergessen. „Wenn du die erste Halbzeit siehst, darfst du dich nicht beklagen, wenn du nicht gewinnst. Die Niederlage war die Strafe für die erste Hälfte“, meinte der Schweizer.

Kein Torschuss vor der Pause, kein Tempo im Spiel, keine Ideen. Da Admiras Sasa Kalajdzic zweimal die Kaltschnäuzigkeit fehlte, ging es mit einem 0:0 in die Pause. „Ich habe die Spieler gefragt, wo meine Mannschaft ist, weil ich sie nicht gesehen habe. Die erste Halbzeit ist nicht zu entschuldigen, so eine Leistung geht gar nicht“, sagte Coach Goran Djuricin. Seine Kabinenansprache verfehlte ihre Wirkung nicht. Die Wiener steigerten sich klar, in der Offensive setzte sich aber ein Problem des Herbstes fort - die mangelnde Chancenauswertung. „Die zweite Hälfte war gut bis sehr gut. Da hatten wir fünf hundertprozentige Chancen. Da musst du gewinnen“, so Djuricin.

Joelinton (SK Rapid Wien) bei einem Kopfball

APA/Georg Hochmuth

Joelinton ließ seine in der Vorbereitung gezeigte Treffsicherheit vermissen

Während etwa Joelinton, der laut Bickel in der Vorbereitung „aus allen Positionen getroffen hat“, in der 91. Minute den Matchball per Kopf ausließ, erzielten die Admiraner aus einem Eigentor von Mario Pavelic, der einen Grozurek-Freistoß per Kopf ins Tor lenkte (92.), den Siegestreffer. „Ich wollte den Ball klären, dass er so reingeht, ist ein Wahnsinn. Es war einfach unglücklich“, sagte Pavelic.

Admira auf Europacup-Kurs

Rapid verlor zum dritten Mal in Folge in der BSFZ-Arena. Die Admira hielt Platz vier und den Europacup-Kurs. „Wir sind Vierter, wenn wir das bleiben, wäre das schön. Aufgrund der Umstände ist es aber nicht Pflicht“, sagte Coach Ernst Baumeister. Er schickte aufgrund eines großen Personalengpasses eine sehr junge und neu formierte Elf auf den Platz. „Es ist eine unglaubliche Geschichte, ich muss den Jungs ein Kompliment machen. Morgen fragt keiner mehr, wie wir das 2:1 gemacht haben“, sagte der 61-Jährige.

Pascal Petlach, Markus Lackner und Marco Hausjell (Admira)

APA/Georg Hochmuth

Marco Hausjell gelang ein Bundesliga-Debüt nach Maß

Mit dem 18-Jährigen Marco Hausjell bedankte sich ein Bundesliga-Debütant mit einem Tor für das Vertrauen. „Es ist ein super Gefühl. Debüt und gleich ein Tor - besser kann es nicht gehen“, freute sich der Admira-Eigenbauspieler. Baumeister ist überzeugt, dass der Mittelfeldspieler, der in der 69. Minute zum 1:0 traf, eine „größere Zukunft“ vor sich hat.

Rapid-Fans zeigen homophobes Transparent

Auf den Rängen hatten die Rapid-Fans die Oberhand. Im Gegensatz zum Derby wurden keine Gegenstände aufs Feld geworfen. Negativ fiel der Anhang der Grün-Weißen trotzdem auf - mit einem Spruchband mit homophobem Inhalt und bezugnehmend auf den Derby-Skandal.

„Ich glaube, man würde gut daran tun, es einfach einmal so zu belassen. Wir sind dankbar, dass sonst nichts weiter geschehen ist, dass wir die Unterstützung hatten. Ich glaube, wir müssen nicht wieder eine Diskussion anfangen, das tut uns allen nicht gut“, sah Bickel die Sache nicht so tragisch. Am Abend distanzierte sich der Club via Twitter von der Wortwahl des Transparentes: „Homophobie oder homophobe Anspielungen lassen sich mit unserem Leitbild nicht vereinbaren“, hieß es da.

Links: