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„Ein deutliches Zeichen setzen“

Der SK Rapid hat nach den Fan-Vorfällen im Wiener Derby gegen die Austria im Allianz Stadion eine harte Strafe bekommen. Der Strafsenat der tipico-Bundesliga verhängte über die Hütteldorfer am Montag eine Teilsektorsperre für eine Partie. Ein zweites Spiel wurde bedingt auf ein Jahr ausgesprochen. Der Tabellendritte muss zudem eine Geldstrafe in der Höhe von 100.000 Euro zahlen.

Grün-weiße Fans hatten im Derby am 4. Februar mehrere Gegenstände - darunter Feuerzeuge und kleine Schnapsflaschen - auf das Feld geworfen. Bereits in der vierten Minute wurde Austria-Kapitän Raphael Holzhauser dabei an der Schulter getroffen und erlitt dabei eine blutende Wunde im Bereich des Schlüsselbeins. Als Holzhauser und Felipe Pires in der 26. Minute neuerlich zu Zielscheiben wurden, schickte Rene Eisner die Mannschaften für zehn Minuten in die Kabine. Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits im Derby im Sommer 2017 gegeben.

Christoph Monschein (A.Wien), Schiedsrichter Rene Eisner, Lucas Venuto (A.Wien) und Raphael Holzhauser (A.Wien)

GEPA/Christian Ort

Nicht zum ersten Mal geriet Austria-Kapitän Holzhauser ins Visier der Rapid-Fans

„Aufgrund der Schwere der Vergehen und der gehäuften Anzahl an Vorfällen in den vergangenen Jahren galt es, ein deutliches Zeichen zu setzen“, hieß es in der Urteilsbegründung. "Es kann nicht sein, dass ein gegnerischer Spieler Angst um seine körperliche Unversehrtheit haben muss, wenn er zum Eckball antritt oder zwei Personen das Spiel bei einem Angriff der gegnerischen Mannschaft stören.

Strafe für Rapid

Nach den Ausschreitungen der Rapid-Fans beim Wiener Derby hat der Bundesliga-Strafsenat hart durchgegriffen. Neben einer Geldstrafe wurde auch eine Tribünensperre für zumindest ein Heimspiel verhängt.

Hintertortribünen und Ecken gesperrt

„Wir haben uns dazu entschieden, beide Hintertortribünen sowie die angrenzenden Ecken zu sperren, um die Bildung eines alternativen Fansektors zu verhindern, wie es bereits in der Vergangenheit bei einer ähnlichen Sanktion gegen den SK Rapid Wien passiert ist. Dies insbesondere auch aus dem sicherheitstechnischen Aspekt, dass sich der Bereich gegenüber des Fansektors des SK Rapid direkt neben dem Gästesektor befindet“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Nach Ausschreitungen im Derby im Ernst-Happel-Stadion am 9. November 2014 war auch eine Heimsektorsperre über Rapid für eine Partie verhängt worden. Die Wiener hatten im betroffenen Spiel gegen Altach am 4. März 2015 dann einen alternativen Fansektor zugelassen und waren damals mit einer Geldstrafe von 15.000 Euro glimpflich davongekommen.

Dass ein Spiel der Sperre auf Bewährung ausgesetzt werde, „soll insbesondere präventiven Charakter haben und weitere Vorfälle verhindern“. Die bedingte Strafe werde wirksam, sofern in den kommenden zwölf Monaten bei einem Rapid-Meisterschaftsspiel – unabhängig davon, ob heim oder auswärts – ähnlich gelagerte Vorfälle passieren.

Rapid wartet mit Protest gegen Urteil ab

„Das ist meines Wissens die höchste Strafe, die jemals in Österreich ausgesprochen wurde“, sagte der Vorsitzende des Strafsenats, Manfred Luczensky, im ORF-Interview. Das Urteil werde Rapid in den nächsten Tagen zugestellt, danach haben die Hütteldorfer zwei Wochen Zeit, Protest einzulegen. Somit ist das nächste Heimspiel am Samstag gegen Puntigamer Sturm Graz von der Strafe definitiv noch nicht betroffen. Danach warten auf die Wiener mit dem Spiel gegen den LASK (24. Februar) und dem ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen Ried (28. Februar) zwei weitere Begegnungen vor eigenem Publikum.

Die Geldstrafe setzt sich aus je 25.000 Euro für das Werfen von Gegenständen, 45.000 Euro für das unbefugte Betreten des Rasens von zwei Anhängern sowie 5.000 Euro wegen des Zündens unerlaubter Pyrotechnik zusammen. In einer Aussendung erklärte Rapid, dass es „auch im Hinblick auf die angekündigten Regressforderungen gegenüber jenen derzeit 13 Personen, die nach dem Spiel zweifelsfrei identifiziert wurden“ nach Erhalt der schriftlichen Entscheidung beschließen werde, ob ein Protest eingelegt wird.

Eine vergleichsweise milde Strafe für Vorfälle im 325. Wiener Derby fasste übrigens auch die Wiener Austria aus. Der Tabellensechste wurde allerdings „wegen missbräuchlicher Verwendung von Pyrotechnik“ lediglich zu einer Geldstrafe in der Höhe von 3.500 Euro verurteilt.

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