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Italienische Abwehr, argentinische Tore

Tottenham Hotspur muss nach der 1:2-Heimniederlage am Mittwochabend gegen Vorjahresfinalisten Juventus Turin weiter auf den zweiten Viertelfinal-Einzug in der Champions League nach 2011 warten. „Wir haben zwei Fehler gemacht und zwei Tore erhalten“, lautete der treffende Kommentar des niedergeschlagenen „Spurs“-Trainer Mauricio Pochettino, dessen Team zuvor 17 Pflichtspiele en suite ungeschlagen geblieben war.

Mehr als eine Stunde lang hatte es danach ausgesehen, dass dieser Erfolgslauf des englischen Vizemeisters fortgesetzt würde. Der Südkoreaner Son Heung Min hatte die Londoner in der 39. Minute verdient in Führung geschossen. Doch dann folgte die Höchststrafe für die Gastgeber: Juventus stellte den Spielverlauf innerhalb von nur 169 Sekunden durch Treffer der Argentinier Gonzalo Higuain (64.) und Paulo Dybala (67.) auf den Kopf.

Dybala

APA/AFP/Ian Kington

Paulo Dybala schoss Juve einmal mehr auf die Siegerstraße

„Die Löwen von Wembley“, feierten alle drei italienischen Sporttageszeitungen den Aufstieg des italienischen Rekordchampions. „Juve fantastisch, Tottenham k. o.“, ergänzte die „Gazzetta dello Sport“ überschwänglich. Die Tageszeitung „La Repubblica“ nannte das Erfolgsrezept außerdem: „Verteidigung auf italienische Art und argentinische Tore“.

„Spurs“ auf dem Boden der Realtität

„Wir haben fantastisch gespielt, waren in Summe mehr als 70 Minuten die bessere Mannschaft und haben viele Chancen kreiert. Wir haben gegen so ein gutes Team wie Juve dominiert, waren auch über beide Spiele gesehen besser“, sagte dagegen Pochettino und erinnerte auch an das 2:2 im Hinspiel. Aber auf diesem Niveau dürfe man sich eben keine Fehler leisten.

„In weniger als drei Minuten haben wir zwei Tore bekommen - nach zwei großen Fehlern, das ist der Grund, warum wir ausgeschieden sind“, betonte der 46-jährige Argentinier zum wiederholten Mal an diesem Abend. Tottenham-Tormann Hugo Lloris meinte, dass man gesehen habe, welch harter Brocken Juventus sei. „Sie sind mental eine Maschine. Sie sind ruhig geblieben und haben das Match dann gedreht“, sagte der französische Team-Goalie.

Enttäuschte Spieler

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Tottenham leckt wieder einmal seine Wunden

„Alte Dame“ im CL-Frühling wie immer stark

Ähnlich fiel das Resümee von Juventus-Trainer Massimiliano Allegri aus: „Die Burschen haben eine fantastische Leistung abgeliefert. Auch nach dem Rückstand sind wir zuversichtlich geblieben. Wir haben viel gelitten, aber das ist im Fußball normal.“ Damit ist die „Alte Dame“ aus Turin nun schon 21 Pflichtspiele (davon 18 Siege) ungeschlagen und träumt erneut vom ersten Triple, das im Vorjahr nur durch die 1:4-Niederlage im Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Real Madrid verpasst wurde.

„Wir hatten das Glück auf unserer Seite“, sagte Sami Khedira. Es war, „was man erwarten konnte von einem Champions-League-Achtelfinale“, so der deutsche Nationalspieler. „Es war unheimlich intensiv, es wurde nicht leichter nach dem 1:0. Aber wir haben große Mentalität gezeigt und eine tolle Mannschaftsleistung“, sagte Khedira, , der sein 100. Pflichtspiel für Juve bestritt.

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