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Fünf Clubs rittern um zwei Fixplätze

Zehn Runden vor Schluss hat sich der Kampf um die Europacup-Plätze in der tipico-Bundesliga weiter zugespitzt. Während die Ränge eins und zwei, die für die Qualifikation für die Champions League berechtigen, durch Red Bull Salzburg und Puntigamer Sturm Graz gut abgesichert sind, kündigt sich für das Saisonfinale ein enges Rennen um zwei internationale Fixplätze an.

Rapid, Flyeralarm Admira und der LASK sind nur durch einen Punkt getrennt. Dahinter lauern mit Mattersburg und Austria zwei weitere Clubs. Der Rückstand der sechstplatzierten Burgenländer auf den von den Hütteldorfern gehaltenen Rang drei beträgt nur fünf Zähler. Die „Veilchen“ sind auf Platz sieben mit sieben Punkten Differenz zum Erzrivalen noch lange nicht aus dem Rennen, könnte doch auch bei entsprechender Konstellation Rang fünf für die Quali reichen.

Der Vorteil für Admira, LASK und Mattersburg ist, dass für sie eine Qualifikation für die Europa League kein Muss, sondern der Bonus für eine gute Saison wäre. Kein Trainer der drei Clubs will sich mit dieser Thematik näher beschäftigen und setzt die Spieler diesbezüglich einem Druck aus. Bei Rapid und Austria schaut die Sachlage anders aus. Um ihren Ansprüchen gerecht zu werden, müssen die Wiener Clubs international vertreten sein.

Bickel erhöht Druck auf Rapid-Spieler

Während bei der Austria durch den Trainerwechsel zu Thomas Letsch frischer Wind weht, beginnt bei Rapid, das Minimalziel zu wackeln. In den letzten sechs Spielen holten die Hütteldorfer nur sechs Punkte. Sportdirektor Fredy Bickel nahm nach nur zwei Siegen in den letzten elf Runden die Mannschaft in die Pflicht und drohte sogar mit einer Versetzung zu den Amateuren. „Vielleicht tut es dem einen oder anderen Spieler auch einmal gut, wenn er Luft in der zweiten Mannschaft schnuppert“, erklärte der Schweizer.

Benedikt Zech (Altach) und Philipp Schobesberger (Rapid)

GEPA/Oliver Lerch

Philipp Schobesberger ist ein Spieler, von dem Sportdirektor Fredy Bickel in den nächsten Spielen mehr sehen will

Auf Kritik an Goran Djuricin verzichtete Bickel. Dennoch lässt eine Vertragsverlängerung des Trainers auf sich warten, was Djuricin aber nicht nervös macht. „Das interessiert mich überhaupt nicht. Ich möchte gewinnen und ärgere mich extrem, dass wir nicht gewonnen haben, alles andere ist mir egal“, erklärte der Coach, der nach dem 0:0 in Altach wieder die mangelnde Effizienz beklagte. Trotzdem verteidigte Djuricin sein Offensivspieler mit einer ungewöhnlichen Aussage: „Unsere Stürmer sind gut, sie treffen nur nicht.“

Austria schöpft neue Hoffnung

Bei der Austria schaut indes die Welt gut zwei Wochen nach dem Trainerwechsel wieder wesentlich besser aus. Mit dem 4:0-Erfolg über St. Pölten feierten Raphael Holzhauser und Co. den zweiten Sieg in Folge und schöpfen mit Blick auf eine Europacup-Qualifikation neue Hoffnung. Neo-Coach Thomas Letsch hat eine Wende eingeleitet, bleibt aber vorsichtig: „Wir müssen noch an vielen Dingen arbeiten.“

Der Blick auf die Tabelle zeigt zwar, dass man so wie zwei Wochen zuvor auf Rang sieben liegt. Allerdings hat sich der Rückstand auf Platz vier von zwölf auf sieben Punkte verkleinert. Vor den letzten zehn Runden ist das keine unlösbare Aufgabe. Doch so gut die Siege gegen die Nachzügler WAC und St. Pölten auch tun - überbewerten wollte sie bei den „Veilchen“ niemand. „Wir müssen das erst über eine längere Phase unter Beweis stellen“, sagte Florian Klein.

Bereits am Sonntag wartet auf die Austria im Schlager bei Salzburg (14.30 Uhr, live in ORF eins) ein wirklicher Härtetest. Dass dabei die Doppelspitze mit Kevin Friesenbichler und Christoph Monschein eine Neuauflage erhält, darf bezweifelt werden. Neo-Coach Letsch ist auf Flexibilität bedacht. „Es ist wichtig, dass wir flexibel sind. Mal mit zwei Spitzen, mal mit Raute im Mittelfeld“, erklärte Letsch, woran in den nächsten Wochen gearbeitet wird.

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