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Premiere für Schlager und Zulj

Teamchef Franco Foda hat seine Ankündigung wahr gemacht und gibt auch Spielern aus der österreichischen Bundesliga eine Chance in der ÖFB-Nationalmannschaft. Der Deutsche hat für die Testspiele gegen Slowenien am 23. März (20.45 Uhr) in Klagenfurt gegen Slowenien und am 27. März (20.30 Uhr, jeweils live in ORF eins) auswärts gegen Luxemburg mit Xaver Schlager von Red Bull Salzburg und Peter Zulj von Sturm Graz zwei Neulinge einberufen.

Mit David Alaba, Martin Hinteregger, Sebastian Prödl und Stefan Ilsanker kehren vier arrivierte Kräfte zurück, die das erste Länderspiel unter Foda im November gegen Uruguay (2:1) verletzungsbedingt verpasst hatten. Gegen Slowenien und Luxemburg fehlt einzig Augsburgs Kevin Danso wegen einer Sprunggelenksverletzung. Seinen Platz im 24-Mann-Kader nimmt Ajax-Amsterdam-Verteidiger Maximilian Wöber ein, der bei der Foda-Premiere nicht dabei war.

Xaver Schlager (Salzburg)

APA/Dietmar Stiplovsek

Xaver Schlager machte zuletzt im Trikot von Red Bull Salzburg eine sehr gute Figur

„Hatten die Qual der Wahl“

„Wir hatten die Qual der Wahl“, sagte Foda, dessen Pool an interessanten Spielern laut eigenen Angaben 40 bis 50 Akteure umfasst, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Einige davon befinden sich bei der U21-Auswahl, die nach einem Testspiel gegen Dänemark (22. März) am 27. März in der EM-Qualifikation auf Mazedonien trifft.

Foda holt zwei Neulinge ins ÖFB-Team

ÖFB-Teamchef Franco Foda nominierte einen 24-Mann-Kader für die Testspiele Österreichs Ende März gegen Slowenien und Luxemburg. Erstmals dabei sind Xaver Schlager und Peter Zulj.

Foda erwähnte Sturm-Verteidiger Dario Maresic, Salzburgs Hannes Wolf oder Leipzig-Legionär Konrad Laimer. „Das sind alles auch Kandidaten für das A-Team.“ Als dritter Torhüter ersetzt Mattersburgs Markus Kuster im ersten ÖFB-Kader des Jahres Pavao Pervan. Für Foda gehören aber auch der LASK-Kapitän und Rapids Richard Strebinger weiterhin „zum engsten Kreis“.

Foda von Neulingen überzeugt

Von Schlager und Zulj ist der Teamchef restlos überzeugt. Viermal hat er die beiden Teamneulinge beobachtet. „Sie haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, sagte der 51-Jährige. „Sie haben es sich verdient.“

Bei Schlager schätzt Foda unter anderem dessen Vielseitigkeit und Spielintelligenz. „Ich liebe Spieler, die auf mehreren Positionen spielen können, das ist bei ihm der Fall.“ Der 20-Jährige habe in Salzburg sowohl als Sechser als auch in der Halbposition als Achter aufgezeigt. Dazu spielte er zuletzt im Europa-League-Hinspiel bei Borussia Dortmund (2:1) fast eine Hälfte auf der ungewohnten Position als linker defensiver Mittelfeldspieler.

Peter Zulj (Sturm)

APA/EXPA/Roland Hackl

Peter Zulj spielte im Herbst unter dem damaligen Sturm-Coach Foda und überzeugte seinen Ex-Trainer auch im Frühjahr

Zulj kennt Foda aus Graz, bei dessen Verpflichtung im Sommer habe es auch negative Stimmen gegeben. „Er galt als schwieriger Spieler, als schwieriger Typ“, meinte Foda. „Aber für mich gibt es keine schwierigen Spieler.“ Zulj habe sich entwickelt. „Er ist klar, er weiß, worum es geht.“ Dreimal habe er den 24-Jährigen im Frühjahr bei Sturm gesehen. „Er war jedes Mal der beste Mann auf dem Platz.“

Ashley Barnes bleibt Option im Sturm

Auf Fodas Abrufliste steht unter anderen Routinier Marc Janko. Von einer anderen Stürmeroption hat sich der Teamchef am Samstag selbst an Ort und Stelle ein Bild gemacht - Ashley Barnes. Der 28-jährige Engländer hat in den letzten drei Premier-League-Spielen für Burnley ebenso viele Tore erzielt. Ob seiner österreichischen Großmutter könnte der 28-Jährige die Staatsbürgerschaft beantragen.

„Das Wichtigste war, die sportliche Qualität zu klären, das haben wir getan“, erklärte Foda. Barnes überzeugte vor seinen Augen auch im von Fantumulten überschatteten Gastspiel bei West Ham United (3:0). „Er war an allen guten Offensivaktionen beteiligt. Er ist ein Spieler, der interessant ist. Alles Weitere werden wir in den nächsten Wochen sehen.“ Dann soll auch ein persönliches Gespräch mit dem Angreifer stattfinden. Foda: „Es sind noch einige Dinge zu klären.“

Alabas Position noch nicht geklärt

Für ihn selbst gilt es zumindest einmal für die ersten beiden Tests des Jahres, die Position Alabas zu klären. Der Bayern-Linksverteidiger sieht sich selbst gerne im Mittelfeld. Im offiziellen ÖFB-Kader wurde als einziger Akteur mit zwei Positionskürzeln versehen - Verteidigung und Mittelfeld. „Ich werde die Mannschaft und die Spieler immer so positionieren, dass sie ein Spiel gewinnen können“, wollte sich Foda einmal mehr nicht festlegen. Diese Aussage gelte nicht nur für Alaba.

Seinen Hauptfokus legt Foda in der nur dreieinhalbtägigen Vorbereitung auf das Slowenien-Spiel auf den technisch-taktischen Bereich. „Wir wollen flexibel sein, was das Spielsystem und die taktische Ausrichtung betrifft. Das wird der Schwerpunkt sein in diesen wenigen Tagen.“ Auch innerhalb der Spiele soll zwischen Dreier- und Viererkette gewechselt und einmal höher oder auch tiefer verteidigt werden.

Mit dem Experimentieren müsse man aber auch vorsichtig sein, schränkte Foda ein. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Für das Duell mit Slowenien waren bis Dienstag 15.000 Karten verkauft. Auch der erste Auswärtsgegner seiner Ära sei nicht zu unterschätzen, betonte der Teamchef. Luxemburg habe sportlich aufgeholt. Foda: „Da gilt es, Mentalität zu zeigen.“

ÖFB-Teamkader gegen Slowenien und Luxemburg

Tor: Markus Kuster (SV Mattersburg, 0 Länderspiele), Heinz Lindner (Grasshoppers Zürich/SUI, 16), Jörg Siebenhandl (Sturm Graz, 0)

Abwehr: Moritz Bauer (Stoke City/ENG, 4/0 Tore), Aleksandar Dragovic (Leicester City/ENG, 61/1), Martin Hinteregger (FC Augsburg/GER, 27/2), Stefan Lainer (Red Bull Salzburg, 3/0), Sebastian Prödl (Watford/ENG, 64/4), Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg, 4/0), Maximilian Wöber (Ajax Amsterdam/NED, 2/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/GER, 59/11), Julian Baumgartlinger (Bayer Leverkusen/GER, 59/1), Florian Grillitsch (1899 Hoffenheim/GER, 5/0), Stefan Hierländer (Sturm Graz, 0), Stefan Ilsanker (RB Leipzig/GER, 26/0), Florian Kainz (Werder Bremen/GER, 6/0), Valentino Lazaro (Hertha BSC/GER, 11/0), Louis Schaub (Rapid Wien, 6/4), Xaver Schlager (Red Bull Salzburg, 0), Alessandro Schöpf (Schalke 04/GER, 13/2), Peter Zulj (Sturm Graz, 0)

Angriff: Marko Arnautovic (West Ham United, 67/16), Guido Burgstaller (Schalke 04/GER, 14/1), Michael Gregoritsch (FC Augsburg/GER, 5/0)

Auf Abruf: Pavao Pervan (LASK, 0), Richard Strebinger (Rapid Wien, 0) - Deni Alar (Sturm Graz, 1/0), Raphael Holzhauser (Austria Wien, 0), Marc Janko (FC Lugano/SUI, 66/28), Florian Klein (Austria Wien, 45/0), Konrad Laimer (RB Leipzig/GER, 0), Philipp Lienhart (SC Freiburg/GER, 0), Dario Maresic (Sturm Graz, 0), Thorsten Röcher (Sturm Graz, 0), Philipp Schobesberger (Rapid Wien, 1/0), Tarkan Serbest (Austria Wien, 0), Kevin Wimmer (Stoke City/ENG, 8/0), Hannes Wolf (Red Bull Salzburg, 0), Dominik Wydra (Erzgebirge Aue/GER, 0)

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