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Kraft landet auf Rang acht

Österreichs Skispringer haben zwei Tage nach Platz zwei und drei auf dem Holmenkollen am Dienstag in Lillehammer wieder einen Dämpfer hinnehmen müssen. Stefan Kraft landete auf der Olympiaschanze von 1994 als bester Österreicher nur auf Rang acht. An der Spitze dominierte Kamil Stoch, der vor Dawid Kubacki einen polnischen Doppelsieg anführte.

Stoch, der nicht nur im Gesamtweltcup, sondern auch in der Raw-Air-Serie klar in Führung liegt, verwies mit Flügen auf 140,5 und 141,0 Meter seinen Landsmann Kubacki gleich um 27,7 Zähler auf Rang zwei. Für Polen ist es erst der vierte Doppelsieg in der Geschichte. Stoch feierte in Lillehammer seinen sechsten Sieg der Saison und den 28. in einem Einzel-Bewerb in seiner Karriere.

Stoch in eigener Liga

Kamil Stoch fliegt in Lillehammer der Konkurrenz davon und rückt dem Gewinn der Raw-Air-Serie ein großes Stück näher.

Der norwegische Lokalmatador Robert Johansson landete mit 31,7 Punkten Rückstand auf Stoch auf dem dritten Platz und bleibt damit in der Raw-Air-Wertung erster Verfolger des Olympiasiegers. Stoch führt nach fünf von zehn Bewerben mit 56,2 Punkten vor Johansson und damit klar auf Kurs zu den 60.000 Euro Preisgeld für den Sieger. Weiter geht es am Mittwoch mit der Qualifikation für das Springen in Trondheim einen Tag später.

Österreicher glücklos

Die Österreicher hatten diesmal im Kampf um die Spitzenplätze nichts mitzureden. Einzig Kraft, im Vorjahr noch Sieger der Raw-Air-Tour, landete als Achter in den Top Ten. Der Salzburger verbesserte sich damit in der Raw-Air-Wertung aber auf Rang fünf. Auf Spitzenreiter Stoch fehlen dem Doppelweltmeister von Lahti 2017 allerdings bereits fast 100 Punkte.

Der Bewerb war vor allem im zweiten Durchgang, als es wechselnde Rückenwindverhältnisse gab, etwas vom Wind beeinflusst. „Der Sprung hat sich ganz gut angefühlt, aber es ist oben nichts weitergegangen“, sagte Kraft im ORF-Interview. Als Ausrede wollte er das nicht gelten lassen. „Es sind wieder die Besten vorne, für das Stockerl braucht man auch das Quäntchen Glück“, so der Salzburger.

Nur Kraft in den Top Ten

Mit Stefan Kraft, der nach Platz zwei zuletzt auf dem Holmenkollen bei Oslo diesmal mit Rang acht zufrieden sein musste, schaffte es nur ein Österreicher in die Top Ten.

Kraft, dessen Rückenprobleme sich wieder etwas gemildert haben, traut sich durchaus noch eine Steigerung zu. „Das große Ziel sind die Top Drei, entschieden wird es sowieso erst in Vikersund“, sagte der Pongauer. Auf der Skiflug-Schanze, wo er im Vorjahr den Skiflug-Weltrekord auf 253,5 m geschraubt hatte, werden von Freitag bis Sonntag auch mehr Punkte vergeben als auf den Schanzen davor.

Rückschlag für Hayböck

Abseits von Kraft gab es für die ÖSV-Springer einen Rückschlag: Michael Hayböck zuletzt in Oslo noch Dritter, verpasste diesmal als 44. so wie Clemens Aigner (37.) das Finale der Top 30. Mit Philipp Aschenwald (21.) und Gregor Schlierenzauer (25.), der in Lillehammer schon sechsmal gewonnen hat, kamen nur zwei weitere Österreicher in die Punkteränge.

„Es war sehr wenig Anlauf, da muss der Sprung stimmen und das tut es nicht“, sagte ein enttäuschter Schlierenzauer, der auch auf seiner Lieblingsschanze nicht auf Touren kam. „Es stimmt die Rotation nicht. Manchmal funktioniert es, dann schaut es besser aus. Aber wenn es nicht passt, kommt man sich wie ein Skifahrer vor neben Kamil Stoch“, so der Tiroler.

Weltcup-Springen in Lillehammer

Endstand:
1. Kamil Stoch POL 140,5 / 141,0 306,4
2. Dawid Kubacki POL 139,0 / 140,5 278,7
3. Robert Johansson NOR 137,0 / 136,5 273,7
4. Andreas Stjernen NOR 134,5 / 133,5 272,5
5. Richard Freitag GER 135,0 / 141,5 271,1
6. Johann Andre Forfang NOR 137,0 / 131,5 268,0
7. Peter Prevc SLO 134,5 / 135,0 263,4
8. Stefan Kraft AUT 135,5 / 126,5 262,2
9. Stefan Hula POL 139,5 / 129,0 261,7
10. Daniel-Andre Tande NOR 135,5 / 125,0 257,7
11. Karl Geiger GER 134,5 / 128,5 256,3
12. Halvor Egner Granerud NOR 134,0 / 128,5 255,6
13. Andreas Wellinger GER 135,0 / 123,5 253,1
14. Piotr Zyla POL 133,0 / 128,5 252,8
15. Simon Ammann SUI 129,0 / 130,5 251,3
16. Markus Eisenbichler GER 127,0 / 132,0 250,6
17. Junshiro Kobayashi JPN 134,5 / 124,0 250,5
18. Noriaki Kasai JPN 134,0 / 123,5 248,9
19. Ryoyu Kobayashi JPN 134,0 / 124,5 246,7
20. Jakub Wolny POL 132,0 / 124,0 239,6
21. Philipp Aschenwald AUT 133,5 / 120,5 238,1
22. Sondre Ringen NOR 132,0 / 126,0 238,0
23. Andreas Wank GER 130,0 / 123,5 237,8
24. Tilen Bartol SLO 131,0 / 124,5 235,6
25. Gregor Schlierenzauer AUT 128,0 / 123,0 233,2
26. Stephan Leyhe GER 130,5 / 122,0 231,0
27. Mackenzie Boyd-Clowes CAN 131,0 / 121,0 230,6
28. Nejc Dezman SLO 128,0 / 123,0 229,5
29. Anders Fannemel NOR 127,5 / 123,0 227,8
30. Marius Lindvik NOR 129,0 / 122,5 226,2
Nicht für zweiten Durchgang qualifiziert:
37. Clemens Aigner AUT 123,5 106,7
44. Michael Hayböck AUT 119,5 99,8

Raw Air 2018

Endstand nach zehn Bewerben:
1. Kamil Stoch POL 2.590,6
2. Robert Johansson NOR 2.553,6
3. Andreas Stjernen NOR 2.508,3
4. Stefan Kraft AUT 2.480,9
5. Daniel-Andre Tande NOR 2.408,3
6. Johann Andre Forfang NOR 2.392,8
7. Richard Freitag GER 2.333,1
8. Dawid Kubacki POL 2.286,4
9. Markus Eisenbichler GER 2.194,6
10. Peter Prevc SLO 2.165,9
17. Michael Hayböck AUT 1.991,8
28. Philipp Aschenwald AUT 1.400,4
29. Gregor Schlierenzauer AUT 1.348,8
40. Clemens Aigner AUT 1.097,2
48. Daniel Huber AUT 743,8
50. Manuel Fettner AUT 716,8

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