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Drei Punkte entscheiden über Kristall

Nach dem Olympiasieg hat Sofia Goggia auch die Kristallkugel in der Abfahrt gewonnen. Den Tagessieg beim Weltcup-Finale in Aare sicherte sich Lindsey Vonn. Da Goggia mit einem Rückstand von nur 0,06 Sekunden auf dem zweiten Platz landete, verteidigte die 25-jährige Italienerin ihre Führung im Disziplinenweltcup. Am Ende betrug ihr Vorsprung auf die US-Amerikanerin drei Punkte.

Während Goggia ihre erste Kristallkugel der Karriere holte, verpasste Vonn ihren insgesamt neunten Sieg im Spezialweltcup. Nach Cortina d’Ampezzo und dem Double in Garmisch-Partenkirchen konnte die 33-Jährige allerdings die vierte Weltcup-Abfahrt in Serie gewinnen. Überdies gelang Vonn der 82. Weltcup-Sieg, womit ihr nur noch vier Erfolge auf die Bestmarke des Schweden Ingemar Stenmark fehlen.

Lindsey Vonn (USA)

Lindsey Vonn holte in Aare ihren vierten Abfahrtssieg in Serie, für den Sieg in der Disziplinenwertung reichte das aber nicht.

Auf Rang drei landete mit Alice McKennis eine weitere US-Amerikanerin (+0,28). In Abwesenheit der verletzten Cornelia Hütter wurde Nicole Schmidhofer als beste Österreicherin Neunte (0,69). Anna Veith belegte den 13. Rang (0,95), womit sie im Gesamtweltcup die 500 Punkte überschritt und damit auch im abschließenden RTL am Sonntag startberechtigt ist. Ramona Siebenhofer (20./1,25) und Stephanie Venier (22./1,50) verpassten jeweils Weltcup-Punkte.

Goggia hat „noch nie so gelitten“

Die Damen konnten am Vormittag kein weiteres Training abhalten, womit die Abfahrt auf stark verkürzter Strecke über die Bühne ging und mit einer Siegerzeit von 55,65 Sekunden zur kürzesten in der Weltcup-Geschichte wurde. Nach Siegen in Bad Kleinkirchheim und Cortina d’Ampezzo reichte Goggia ihre dritter zweiter Platz in dieser Saison, um sich mit 509 Punkten vor Vonn (506) durchzusetzen. Goggia wurde damit zur ersten italienischen Siegerin im Abfahrtsweltcup seit Isolde Kostner vor 16 Jahren.

Sofia Goggia mit Abfahrtsweltcupkugel

APA/EXPA/Johann Groder

Sofia Goggia nahm in Aare die erste Kristallkugel ihrer Karriere in Empfang

„Ich habe es noch nicht realisiert. Es war so ein schwieriges Rennen. Nach Olympia wollte ich auch die Abfahrtskugel holen. Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher. Ich wollte nur das Rennen fahren und dann sehen, was rauskommt. Als ich die Bestzeit im Ziel hatte, war ich schon einmal zufrieden. Am Ende ist es noch sehr eng geworden. Ich war sehr nervös, ich habe noch nie so gelitten, bis endlich das Rennen vorbei ist“, sagte Goggia im ORF-Interview.

Damen-Abfahrt in Aare

  • 1. Lindsey Vonn (USA)
  • 2. Sofia Goggia (ITA)
  • 3. Alice McKennis (USA)

Vonn hat „verloren und auch gewonnen“

Vonn war indes trotz des Sieges etwas enttäuscht, dass es nicht mit ihrer neunten Abfahrts- und insgesamt 21. Kristallkugel geklappt hat. „Drei Punkte sind wirklich nicht viel. Ich bin schon alt und weiß nicht, wie viele Chancen ich noch haben werde. Deswegen tut es weh. Sofia hat noch viele Jahre vor sich. Ich habe verloren und auch gewonnen“, bilanzierte die 33-Jährige nach dem Rennen.

Mit ihrer Leistung war Vonn aber sehr zufrieden. „Ich bin volles Risiko gefahren. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, weil ich trotz des Drucks sehr gut gefahren bin. Darüber bin ich dankbar und happy“, sagte Vonn, die im Super-G am Donnerstag (10.30 Uhr, live in ORF eins) ihren 83. Weltcup-Sieg feiern könnte. „Ich komme dem Rekord näher und näher. In der Abfahrt habe ich derzeit ein super Gefühl. Ich werde kämpfen, damit ich es schaffe“, so Vonn.

Schmidhofer und Veith bilanzieren durchwachsen

Beste Österreicherin im Spezialweltcup wurde Hütter (272) als Vierte. Die Steirerin verpasste die letzte Abfahrt wegen ihrer im Training erlittenen Verletzung. In ihrer Abwesenheit fuhr Schmidhofer auf Rang neun. „Es ist ärgerlich, weil ich beim Sprung wieder gezögert habe. Da habe ich sechs Zehntelsekunden verloren. Irgendetwas muss ich mir da einfallen lassen. Meine Abfahrtssaison war durchwachsen. Der neunte Platz zum Abschluss ist in Ordnung, es wäre aber mehr drinnen gewesen“, so die 28-Jährige.

Veith war indes zufrieden, dass sie die Qualifikation für den RTL geschafft hat. „Das habe ich einmal abgehakt. Für mich war es sehr schwierig, das Rennen mit Startnummer eins auszureizen. Dafür war es eigentlich ganz okay“, sagte die Salzburgerin. „Es hat vorher geschneit, da habe ich schon gespürt, dass es ein bisschen bremst.“ Auch Veith bezeichnete ihre Abfahrtssaison als Auf und Ab. „Ich habe nicht erwartet, gleich eine Abfahrt zu gewinnen. Ich muss jetzt Kilometer sammeln und analysieren, dann kann es schon besser werden“, sagte die 28-Jährige.

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