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„Das geht auf seine Kappe“

Die Red-Bull-Piloten haben am Sonntag beim Grand Prix von China für die Schlagzeilen gesorgt: Daniel Ricciardo mit seinem Sieg für die positiven, Max Verstappen wieder einmal für die negativen. Zwölf Runden vor Schluss kollidierte der Niederländer bei einem ungestümen Überholmanöver mit Sebastian Vettel und zerstörte damit nicht nur sein, sondern auch das Rennen des Deutschen.

Verstappen kassierte für seine Aktion eine Zehnsekundenstrafe und musste sich am Ende mit Rang fünf statt eines möglichen Podestplatzes zufriedengeben. Vettel beendete den dritten Grand Prix der Saison als Achter und erlitt nach den Auftaktsiegen in Australien und Bahrain seinen ersten WM-Dämpfer. „Man hat gesehen, dass es auf seine Kappe geht. Dumm gelaufen, aber es geht weiter“, kommentierte der Deutsche den Unfall relativ gelassen.

„Das Rennen war am Ende scheiße“

Verstappen gab sich ungewohnt selbstkritisch. Hatte er auf der Strecke noch die Schuld bei Vettel gesehen, erfolgte nach dem Rennen die Einsicht. „Ich bin sauer, das Rennen war am Ende scheiße. Es war meine Schuld. Das Team hat alles super gemacht. Ein erster und zweiter Platz waren möglich. Ich hätte noch eine Runde warten können, aber das nach dem Ende des Rennens zu sagen, ist natürlich leicht“, sagte der 20-Jährige, der mit seiner Aktionen einen möglichen Red-Bull-Doppelsieg verschenkte.

Bereits in Bahrain musste Verstappen das Rennen nach einer Kollision mit Lewis Hamilton vorzeitig beenden. Auch in Schanghai zeigte der Red-Bull-Pilot einige aggressive Manöver und kam bei einem Versuch, Hamilton zu überholen, von der Strecke ab. „Im Moment läuft es nicht so gut für mich. Aber heißt das, dass ich mich deswegen zurückhalten sollte? Ich denke nicht. Ich muss daraus lernen und die Situation besser einschätzen“, sagte Verstappen.

Vettel wollte sich „gar nicht wehren“

Vettel, der nach dem Rennen das Gespräch mit dem Niederländer gesucht hatte, verwies auf die schwierigen Umstände. „Wir hatten das ganze Rennen auf der Geraden Rückenwind gehabt. Das Anbremsen war schwer. Wenn man dann aus dem Windschatten kommt, ist es noch leichter, sich zu verschätzen. Im Endeffekt hat es unser beider Rennen zerstört. Andererseits hatten wir beide Glück, noch weiterfahren zu können“, sagte der vierfache Weltmeister.

Dabei wäre das Risiko von Verstappen in dem Ausmaß gar nicht notwendig gewesen. Vettel, der zum Zeitpunkt des Unfalls auf Rang drei gelegen war, hätte sich nämlich kampflos ergeben. „Ich wollte mich gar nicht wehren, weil ich schon bei Daniel (Ricciardo) zuvor gemerkt hatte, dass es sinnlos ist. Auf den frischen Reifen waren sie einfach zu schnell. Deshalb wollte ich mir mein Rennen gegen die Autos dahinter nicht versauen“, sagte der Deutsche, der in der WM-Wertung nun neun Punkte vor Hamilton führt.

Grand Prix von China in Schanghai

Endstand nach 56 Runden (305,066 km):
1. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 1:35:36,380
2. Valtteri Bottas FIN Mercedes + 8,894
3. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 9,637
4. Lewis Hamilton GBR Mercedes 16,985
5. Max Verstappen NED Red Bull 20,436 *
6. Nico Hülkenberg GER Renault 21,052
7. Fernando Alonso ESP McLaren 30,639
8. Sebastian Vettel GER Ferrari 35,286
9. Carlos Sainz ESP Renault 35,736
10. Kevin Magnussen DEN Haas 39,594
11. Esteban Ocon FRA Force India 44,050
12. Sergio Perez MEX Force india 44,725
13. Stoffel Vandoorne BEL McLaren 49,373
14. Lance Stroll CAN Williams 55,490
15. Sergej Sirotkin RUS Williams 58,241
16. Marcus Ericsson SWE Sauber 1:02,604
17. Romain Grosjean FRA Haas 1:05,296
18. Pierre Gasly FRA Toro Rosso 1:06,330 *
19. Charles Leclerc MON Sauber 1:22,575
20. Brendon Hartley NZL Toro Rosso 5 Runden

* Inklusive 10-Sekunden-Strafe

Schnellste Runde: Ricciardo (1:35,785/55.)

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