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Meisterschaft als erster Schritt

Dass Manchester City heuer die englische Premier League gewinnen würde, stand für Fans und Experten schon länger fest. Nur der Zeitpunkt kam am Ende so überraschend, dass Startrainer Josep Guardiola die Nachricht vom Triumph am Sonntag auf dem Golfplatz erfuhr.

Der Katalane freute sich natürlich, richtete aber sofort den Blick nach vorn, soll dieser Titel doch erst der Anfang seiner Erfolgsstory mit den „Citizens“ sein. Auch Kapitän Vincent Kompany blieb nach der durch das 0:1 des Lokalrivalen Manchester United im Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht West Bromwich gefallenen Entscheidung bescheiden.

Potenzial noch nicht ausgeschöpft

„Es ist erst ein Titel“, blickte er schon in die nächste Saison voraus und vergaß dabei den eher unbedeutenden Ligacup, den City im Februar geholt hatte. „Wir sind sehr glücklich, und es ist toll, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns, wenn wir das volle Potenzial dieser Mannschaft ausschöpfen wollen“, forderte der 32-jährige Belgier.

Vincent Kompany

APA/AFP/Ben Stansall

In der Meisterschaft lief es für Company und Co. heuer hervorragend. Nächste Saison will man aber noch mehr.

„Wir hatten nicht erwartet, dass United Punkte vergibt“, gestand Kompany. Nach dem 3:1-Erfolg von City am Samstagabend im Schlager bei Tottenham Hotspur hatten die Spieler am Sonntag frei und erfuhren deshalb wie der Coach in ihrer Freizeit vom Titelgewinn.

„Werden in die Geschichte eingehen“

Von den Medien wurden der Trainer und sein Team gefeiert. „Pep Guardiolas Champions werden in die Geschichte eingehen als eines der besten Teams, das den englischen Fußball je geschmückt hat“, lobte die Tageszeitung „Guardian“. Die BBC hob die „beeindruckende Leistung des Trainers“ hervor. „Ein 16-Punkte-Vorsprung zu diesem Zeitpunkt der Saison ist kein Zufall“, befand das Boulevardblatt „Mirror“.

Dass City den Titel nun feiert, weil Rekordmeister Manchester United sich gegen West Brom blamierte, hat etwas Ironisches. Eine Woche vorher hatte City zu Hause ausgerechnet gegen den Lokalrivalen mit 2:3 verloren und die Meisterfeier vertagen müssen. Es war die erste Heimniederlage und der erst zweite „Nuller“ in dieser Premier-League-Saison.

Titel als Segen oder Fluch?

Guardiola sei nun „bereit, eine neue Manchester-Dynastie aufzubauen“, schrieb der „Telegraph“. Der „Mirror“ sah eine „Dämmerung einer blauen Ära“. Andere erinnerten an den vermeintlichen „Fluch“, der zuletzt auf englischen Meistern lag. Seit neun Jahren konnte kein Team den Titel erfolgreich verteidigen. Vorjahresmeister Chelsea verpasst in dieser Saison wohl sogar die Qualifikation für die Champions League.

Doch anders als Antonio Conte, sein Vorgänger als Meistermacher, darf Guardiola im Sommer wohl wieder auf große Einkaufstour gehen. Dass ManCity im FA Cup und in der Champions League vorzeitig ausgeschieden ist, trübt die Freude über die Meisterschaft. In der kommenden Saison wird Guardiola mehr als die Premier League gewinnen müssen, um die Vereinsbosse zufriedenzustellen.

Englische Premier League

34. Runde

Samstag, 14. April:
Southampton Chelsea 2:3
Huddersfield Watford * 1:0
Burnley Leicester City** 2:1
Crystal Palace Brighton & Hove 3:2
Swansea City Everton 1:1
Liverpool Bournemouth 3:0
Tottenham Manchester City 1:3
Sonntag, 15. April:
Newcastle Arsenal 2:1
Manchester United West Bromwich 0:1
Montag, 16. April:
West Ham *** Stoke City **** 1:1
* Prödl spielte durch
** Dragovic und Fuchs auf der Bank
*** Arnautovic spielte durch
**** Bauer bis zur 70. Minute, Wimmer nicht im Kader

Tabelle

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