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Fünfter Titel für „Citizens“

West Bromwich Albion hat mit einer Überraschung für die Entscheidung im Titelkampf der englischen Premier League gesorgt. Das Schlusslicht setzte sich am Sonntag in der 34. Runde bei Manchester United mit 1:0 durch und krönte Manchester City damit vorzeitig zum Meister. Jay Rodriguez erzielte in der 73. Minute den entscheidenden Treffer für den Abstiegskandidaten.

City ist nach der Blamage des Lokalrivalen in den ausstehenden Runden nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Die Mannschaft von Trainer Josep Guardiola liegt 16 Punkte vor dem Tabellenzweiten United. Beide Teams haben aber nur noch fünf Spiele - darunter je eine Nachtragspartie - offen. Für Manchester City ist es der insgesamt fünfte Titel im englischen Oberhaus. Zuletzt hatten sich die „Citizens“ 2014 die Krone aufgesetzt.

Tor von Jay Rodriguez (West Bromwich) gegen Manchester United

Reuters/Andrew Yates

Der Treffer, der die Meisterschaft entschied: Rodriguez (l.) bugsiert den Ball zum Siegestor ins Netz

ManUnited, das den Erzrivalen und Nachbarn in der vergangenen Woche noch mit 3:2 düpiert und damit die vorzeitige Titelfeier verhindert hatte hatte, war gegen West Bromwich zwar die spielbestimmende Mannschaft, kam bei strömendem Regen im Old Trafford aber nicht zum Torerfolg. In der 73. Minute erzielte dann Jay Rodriguez das überraschende Führungstor für das Ligaschlusslicht und machte ManCity damit vorzeitig zum Meister.

„City war das beste Team“

Dabei war West Bromwich mit miserablen Referenzen angetreten. Zwei seiner drei Saisonsiege hatte das Team aus Birmingham gleich zum Saisonbeginn realisiert, den dritten am 13. Jänner. Seither holte „WBA“, das bereits zwei Trainerwechsel vollzogen hat, aus zehn Spielen noch zwei Unentschieden. Ein weiterer Fehltritt hätte den Abstieg nach acht Saisonen in der Premier League zwar noch nicht besiegelt, aber zwölf Punkte Rückstand wären in den letzten vier Spielen nicht mehr aufzuholen gewesen.

„City war das beste Team, früher oder später hätten sie die Punkte geholt“, reagierte ManUnited-Trainer Jose Mourinho nach der Blamage gelassen, „es ist kein Drama, wenn das beste Team die Liga gewinnt“. Gleichzeitig machte der Portugiese eine Kampfansage für die kommende Saison. „Ich vertraue in meine Arbeit. Acht Titel, drei in der Premier League“, sagte er, „ich weiß wie man gewinnt.“

Befreiungsschlag für neuen Champion

Der neue englische Champion hatte sich bereits am Samstag aus seinem zwischenzeitlichen sportlichen Tief befreit. Nach zuletzt drei Pflichtspielpleiten in Folge - darunter zwei Niederlagen im Viertelfinale der Champions League gegen Liverpool - gelang dem Guardiola-Team mit einem 3:1 im Schlager bei Tottenham Hotspur wenige Tage nach dem bitteren Aus in der Königsklasse der ersehnte Befreiungsschlag.

Dank West Bromwich folgte am Sonntag das endgültige Happy End. Citys dritter Titel in den jüngsten sieben Saisonen fiel überzeugend aus. Zwischen Ende August und Ende Dezember 2017 reihten die „Citizens“ 18 Siege aneinander, sie stellen die beste Offensive und die stärkste Defensive der Liga. Vor allem musste ManCity diesmal nie zittern. 2012 und 2014 fiel die Entscheidung erst in der letzten Runde.

Nächster Dämpfer für Arsenal

Newcastle United verlängerte am Sonntag die Auswärtsmisere von Arsenal. Die „Magpies“ setzten sich daheim gegen die „Gunners"mit 2:1 durch und fügten Arsenal damit die fünfte Auswärtsniederlage in Folge und die neunte insgesamt zu. Davor hatten die Londoner seit 4. März kein Pflichtspiel mehr verloren und sieben positive Ergebnisse erzielt. Zuletzt hatte Arsenal im Dezember 1984 fünf Ligaspiele in Serie in der Fremde verloren.

Dabei hatte es im St. James’ Park von Newcastle zu Beginn gut für die Gäste ausgesehen. Alexandre Lacazette brachte Arsenal in der 14. Minute in Front. Die Führung der „Gunners“ hielt allerdings nur eine Viertelstunde: Ayoze Perez (29.) gelang der Ausgleich. In der zweiten Hälfte kippte die Partie endgültig zugunsten der Gastgeber. Matt Ritchie sorgte in der 68. Minute für den Siegestreffer.

Tor von Matt Ritchie (Newcastle United) gegen Arsenal

APA/AFP/Lindsey Parnaby

Ritchie (r.) nutzte eine Unachtsamkeit in der Abwehr zum entscheidenden Tor

"Reds“ und „Blues“ wahren CL-Chance

Liverpool hat, unabhängig vom Ausgang der kommenden Semifinal-Partien gegen AS Roma, hingegen weiter sehr gute Aussichten, auch in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen. Das Team von Trainer Jürgen Klopp gewann am Samstag gegen Bournemouth mit 3:0 und hat zehn Punkte Vorsprung auf Platz fünf. Sadio Mane (7.), Mohamed Salah (69.) und Roberto Firmino (90.) trafen für die „Reds“. Für Salah, den Topscorer der Liga, war es bereits das 30. Tor in dieser Premier-League-Saison und bewerbsübergreifend der 40. Pflichtspieltreffer.

Auch Chelsea hat sich die kleine Chance auf die CL-Qualifikation bewahrt. Innerhalb von acht Minuten drehten die Londoner ihr Auswärtsspiel in Southampton und gewann mit 3:2. Die als Meister entthronten „Blues“ sind fünf Spieltage vor Ende der Saison Tabellenfünfter. Chelsea geriet durch Dusan Tadic (21.) in Rückstand, in der 60. Minute erhöhte Jan Bednarek für Southampton. Chelsea rettete aber durch Tore des eingewechselten Olivier Giroud (70., 78.) und Eden Hazard (75.) noch die drei Punkte.

Englische Premier League

34. Runde

Samstag, 14. April:
Southampton Chelsea 2:3
Huddersfield Watford * 1:0
Burnley Leicester City** 2:1
Crystal Palace Brighton & Hove 3:2
Swansea City Everton 1:1
Liverpool Bournemouth 3:0
Tottenham Manchester City 1:3
Sonntag, 15. April:
Newcastle Arsenal 2:1
Manchester United West Bromwich 0:1
Montag, 16. April:
West Ham *** Stoke City **** 1:1
* Prödl spielte durch
** Dragovic und Fuchs auf der Bank
*** Arnautovic spielte durch
**** Bauer bis zur 70. Minute, Wimmer nicht im Kader

Tabelle

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