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Tuchel in Paris schon in aller Munde

Nach dem Gewinn des siebenten französischen Meistertitels ist bei Paris Saint-Germain (PSG) am Sonntag im Prinzenparkstadion sofort einer im Mittelpunkt gestanden, der gar nichts zum Triumph beigetragen hatte: Thomas Tuchel. Wird die Verpflichtung des deutschen Trainers bald bestätigt, wollten viele Reporter nach dem 7:1-Kantersieg über den entthronten Titelverteidiger AS Monaco vom Clubboss wissen. Das andere Hauptthema war die chronische Unterforderung für PSG in dieser Ligasaison.

Nasser al-Chelaifi ließ sich zur Personalie Tuchel jedenfalls noch nichts entreißen: „Wir haben einen Trainer, der einen Vertrag bis Saisonende hat, und das ist Unai Emery“, sagte der katarische Clubpräsident nur. Zurückhaltung übten auch die ebenfalls nach dem Match befragten PSG-Spieler. „Tuchel? Ich kenne ihn überhaupt nicht. Aber ich habe gelesen, dass er ein guter Trainer sein soll“, sagte etwa der italienische Offensivmann Marco Verratti.

PSG-Spieler jubeln

APA/AFP/Christophe Archambault

PSG holte in mehr als souveräner Manier den Meistertitel in der französischen Ligue 1

Aber nicht nur französische Medien sind fest davon überzeugt, dass die Verpflichtung des früheren Mainz- und Dortmund-Trainers bereits perfekt ist. Während der verletzte brasilianische PSG-Superstar Neymar in seiner Heimat Brasilien ein Pokerturnier spielte, trafen Giovani Lo Celso (14., 28.), Edinson Cavani (17.), Angel Di Maria (20., 59.), Radamel Falcao (ins eigene Tor; 77.) und Julian Draxler (87.) am Sonntag zum klaren Sieg der Gastgeber gegen ihren ersten Verfolger. Rony Lopes (38.) gelang das Ehrentor für Monaco.

Nationale Dominanz verringert CL-Chancen

PSG baute damit den Vorsprung auf 17 Punkte aus, die in den noch fünf ausstehenden Spielen nicht mehr aufgeholt werden können. Monaco hatte vorige Saison die Serie von vier Meistertiteln des seit 2011 von katarischen Ölscheichs angeführten Vereins aus der Hauptstadt überraschend gestoppt. „Die Rückkehr der Könige“, titelte nun am Montag die Fachzeitung „L’Equipe“. Eine wahre Machtdemonstration, die an der Seine aber längst nicht alle erfreut.

So sagte Außenverteidiger Yuri Beriche, das mäßige Niveau der Ligue 1 „bestrafe“ Paris, wenn es darum gehe, den europäischen Gipfel zu erklimmen. „Das ist meine Meinung. Unsere nationalen Gegner sind nicht stark genug.“ Der souveräne Gewinn der Meisterschaft, des Ligapokals und wohl auch des französischen Cups (am Mittwoch tritt man zum Halbfinalduell bei SM Caen an) lassen nicht vergessen, dass das große Ziel erneut verpasst wurde: der Gewinn der Champions League. Diese Saison war erneut bereits im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Real Madrid Endstation.

Rapport bei der UEFA

Auch wenn er die Trainerfrage nicht beantworten wollte, blickte Chelaifi bereits in die Zukunft: „Die Champions League bleibt unser großes Ziel, dafür werden wir hart arbeiten.“ Zunächst steht PSG aber fern der Spielfelder vor einer großen Herausforderung: Am Freitag muss man in Nyon zur UEFA zum Rapport und dort beweisen, dass man sich an die Regeln des Financial Fair Play hält, wonach ein Club nicht mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Im vorigen Sommer sorgte Paris mit den Rekordeinkäufen von Neymar (222 Millionen) und Kylian Mbappe (180 Mio.) für Aufsehen. Laut „L’ Equipe“ muss der Verein im Sommer mindestens 75 Millionen Euro durch Spielerverkäufe einnehmen, um nicht bestraft zu werden.

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