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CL-Quali als Lohn harter Arbeit

Seit Sonntag ist Sturm Graz die Vizemeisterschaft hinter Salzburg sicher. Damit beenden die Steirer zum zweiten Mal in Folge eine Saison in den Top Drei. Mit dem Cupsieg gegen Salzburg, dem vorangegangenen Erfolg gegen Rapid sowie dem Sieg gegen den LASK bestätigten die „Blackys“ ihre stetige Aufwärtsentwicklung.

Sturm-Sportgeschäftsführer Günter Kreissl lieferte nach dem fünften Cupsieg für Sturm Graz den Spruch der Woche: „Gute Phasen einer Saison oder irgendwelche Einzelerfolge werden schnell vergessen, aber Titel bleiben. Ich freue mich deshalb schon auf das Jahr 2058, wenn dann die ganzen Helden von 2018 vom Club eingeladen werden. Da komme ich dann am Stock.“

Einen gewissen wahren Kern dürfte die scherzhafte Aussage des 43-Jährigen wohl haben. Sein Vertrag bei den Steirern ist unbefristet, zuletzt einigte man sich auf einen Kündigungsverzicht bis 2020. Mit gutem Grund: Kreissl gilt als Architekt des Erfolgs. Seit seinem Eintritt als Sportgeschäftsführer bei den Steirern gab es nur eine Entwicklungsrichtung: nach oben. Auch die Verpflichtung von Heiko Vogel als Trainer und Nachfolger von Franco Foda, der neuer ÖFB-Teamchef wurde, ist dem Wiener zuzuschreiben.

Sturm-Präsident Christian Jauk und Sportdirektor Günter Kreissl umarmen Sturm-Coach Heiko Vogel

GEPA/Christian Walgram

Führungstrio im Cupjubel: Coach Heiko Vogel, Präsident Christian Jauk, Sportgeschäftsführer Günter Kreissl

„Chemie zwischen Mannschaft und Trainer sehr gut“

Der Erfolg gibt Kreissl recht: In den letzten vier Spielen schlugen die Grazer mit Rapid (Bundesliga), Salzburg (Cupfinale) und dem LASK drei österreichische Topteams. Das 1:4 zwischendurch in der Liga bei Salzburg war ein lehrreicher Aussetzer der „Blackys“ vor dem Cupfinale, in dem die Steirer giftiger, angriffiger und disziplinierter ans Werk gingen.

Weil Rapid am Sonntag zu Hause gegen Salzburg mit 1:4 unterging, ist Sturm Platz zwei und damit die Champions-League-Qualifikation bereits sicher. „Es war eine unfassbare Woche für uns“, fasste es Kreissl treffend zusammen. Mit nun 66 Punkten haben die Steirer bereits ihre Punkteanzahl vom letzten Meisterjahr 2011 erreicht. Nur 1996 (67 Punkte/Zweiter), 1998 (81/Meister), 1999 (73/Meister) und 2000 (74/Zweiter) hatte man in der Dreipunkteära mehr Zähler erreicht. „Die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer ist sehr gut“, lobte Kreissl seine „Erfindung“ Sturm-Coach Vogel.

„Wir haben gewonnen, das zählt“

Der Deutsche impfte seinen Spielern eine kontrolliert offensive Spielweise und unbändigen Willen zum Sieg ein - auch, wenn das nicht zwangszweise attraktiv aussieht. „Es war von uns kein Leckerbissen, aber wir haben gewonnen, und das zählt“, sagte Vogel etwa nach dem 3:1 gegen den LASK. „Wie sich die Mannschaft wieder von der ersten bis zur letzten Sekunde reingehauen hat, war unglaublich. Die Woche war unglaublich, das war eine Draufgabe“, unterstrich Sturm-Kapitän Deni Alar, Triplepack-Schütze gegen die Linzer.

Jubel bei Sturm während der Uniqa ÖFB Cup-Final-Begegnung zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und Red Bull Salzburg

APA/Erwin Scheriau

Mit dem Cupsieg soll die Entwicklung der „Blackys“ laut Kreissl noch nicht zu Ende sein

Salzburger Respekt vor Sturm-Entwicklung

Selbst bei Red Bull Salzburg hat man die Entwicklung von Sturm zum Topteam aufmerksam verfolgt. Sportchef Christoph Freund sieht die Steirer sogar mittel- bis langfristig als Hauptkonkurrenten um den Titel. „Ich rechne damit, dass sich Sturm an der Spitze des österreichischen Fußballs etablieren wird.“ Zu verdanken sei das Kreissl, findet Freund. „Ich schätze sehr, was Sturm in den letzten zwei Jahren gemacht hat, es ist eine stetige Entwicklung in der Mannschaft, auch rundherum wird sehr professionell gearbeitet. Günter Kreissl macht wirklich einen Superjob.“

Kreissl selbst sieht sich noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung mit den „Blackys“: „Ich bin jetzt zwei Jahre bei Sturm und denke, das passt gut zusammen. Ich fühle mich sehr wohl, kriege viel Wertschätzung und Respekt zurück von allen handelnden Personen“, so der Ex-Tormann. Einer davon sei Coach Vogel. „Günter ist der Mann von Sturm Graz, insofern ist es eine ganz wichtige Personalie. Ich freue mich, dass es Sturm gelungen ist, eine Kontinuität in der Zusammenarbeit zu finden“, sagte der 42-jährige Deutsche. Oder wie es Kreissl im Interview gegenüber Sturmnetz.at formulierte: „Mein Ehrgeiz, diesen Verein weiterzuentwickeln, ist ganz einfach nach wie vor absolut da.“

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