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„Nicht besser als der Tabellenplatz“

Die Wiener Austria steuert auf ihre historisch schlechteste Saison in der Zehnerliga zu. Nach dem 1:2 beim WAC rangieren die „Veilchen“ mit 40 Punkten auf Platz sieben bei zwei ausstehenden Spielen (in St. Pölten und gegen Salzburg). „Wir sind nicht besser, als der Tabellenplatz hergibt“, analysierte Kapitän Alexander Grünwald.

Am Dienstag konnte der Tabellensiebente auch die zweite Chance nach dem Gewitterabbruch am Sonntag beim WAC nicht nützen, unterlag mit 1:2 und haderte einmal mehr mit seiner defensiven Anfälligkeit. Ein Deja-vu auch für Grünwald: Wieder einmal habe man „unfassbare Tore“ kassiert, beklagte der Kapitän der „Veilchen“.

In der Neuauflage des am Samstag wegen heftigen Regens zur Pause abgebrochenen Spiels lagen die Gastgeber wieder mit 2:0 in Führung. Dominik Frieser durfte auch deshalb über seine ersten Oberhaustreffer jubeln, weil die Austria kräftig mithalf. Bei seinem Gewaltschuss fälschte Mohammed Kadiri den Ball unhaltbar ab (43.), kurz darauf ließ man Assistgeber Majeed Ashimeru viel Platz, seine gefühlvolle Heber-Vorlage verwertete schließlich Frieser (45.+2).

FK Austria Wien-Trainer Thomas Letsch und RZ Pellets WAC-Trainer Robert Ibertsberger

APA/Gert Eggenberger

Austria-Trainer Thomas Letsch konnte seinem WAC-Gegenüber Robert Ibertsberger nur zum Sieg gratulieren

„Wir machen es dem Gegner zu einfach“

„Es ist viel zu einfach, gegen uns Tore zu schießen. Wir machen es dem Gegner zu einfach. Wir müssen in den gefährlichen Zonen attackieren und nicht nur den Gegner begleiten. Der WAC hat verdient gewonnen“, ächzte Austria-Coach Thomas Letsch nach der vierten Niederlage in den jüngsten fünf Partien. Am Tag nachdem der Deutsche als Trainer für die kommende Saison bestätigt worden war, setzte er - ohne Erfolg - auf eine defensive Dreierkette. Er bemängelte „fehlende Konsequenz“ aber nicht nur in der Defensive. So reichte es trotz mehrerer guter Einschussmöglichkeiten nur zum Anschlusstreffer durch Dominik Prokop (61.).

Man sei „teilweise beim Ballverlust zu offen in der Gegenbewegung gegen den Ball“, urteilte Grünwald. Das Fazit des Mittelfeldmotors: „Die Saison ist es einfach zu wenig, und wir sind auch nicht besser, als der Tabellenplatz hergibt.“ In den beiden letzten Partien gegen St. Pölten (auswärts) und Salzburg (heim) dürfe man sich demgemäß nicht viel erwarten: „Spielerisch werden wir jetzt keine Leckerbissen mehr abliefern, und es wird auch keine Traumsaison mehr werden.“

Neustart in der kommenden Saison

Kein Wunder, dass man im Club die kommende Saison herbeisehnt, in der man ins eigene Stadion zurückkehrt. „Der Neustart wird in jedem Fall zu spüren sein“, betonte AG-Vorstand Markus Kraetschmer gegenüber dem hauseigenen Videokanal. „Klar ist, dass wir den Kader umbauen müssen.“ Zwar sei es wegen des verpassten Europacup-Startplatzes schwieriger, potenzielle Kicker nach Favoriten zu locken, es sei aber auch „eine Chance, sich weiter zu stabilisieren“.

Glückt die Stabilisierung in den letzten beiden Spielen der aktuellen Spielzeit (in St. Pölten und in Salzburg) nicht mehr, steuert die Austria auf das historisch schlechteste Ergebnis in der Zehnerliga-Ära zu: Platz sieben mit 43 Zählern in der Spielzeit 2014/15 sind der bisherige Negativrekord am Verteilerkreis - aktuell hält die Austria als Siebenter bei 40 Punkten.

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