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Kurzes Gastspiel im Foro Italico

Der Niederösterreicher Dominic Thiem ist in der zweiten Runde des Masters-1000-Turniers von Rom ausgeschieden. Der 24-Jährige unterlag als Nummer sechs des Events dem Italiener Fabio Fognini in rund zwei Stunden mit 4:6 6:1 3:6. Als Rom-Vorjahreshalbfinalist wird er in der Weltrangliste damit von Platz acht aus möglicherweise zurückfallen. In den Top Ten wird er aber bleiben.

Fognini erwies sich durchaus als der harte Gegner, den Thiem im Vorfeld erwartet hatte. Mit dem Break zum 2:1 im ersten Satz gab der Italiener den ersten Warnschuss ab. Zunächst hatte Thiem mit dem Rebreak zum 4:4 die passende Antwort parat. Ein weiteres Break Fogninis zum 5:4 brachte die Vorentscheidung und Thiem endgültig in Bedrängnis. Nach 43 Minuten war der erste Durchgang für Fognini entschieden.

Dominic Thiem (AUT)

APA/AFP/Tiziana Fabi

Thiem hatte gegen Fognini alle Hände voll zu tun

Zugleich war es sein erster Satzgewinn gegen Thiem im insgesamt bisher dritten Duell. In Cincinnati 2017 (Hartplatz) hatte sich der Niederösterreicher ebenso ohne Satzverlust durchgesetzt wie in München 2015 (Sand). In Rom kehrte Thiem im zweiten Set auf die Erfolgsspur zurück. Zu null nahm er Fognini den Aufschlag zum 2:0 ab und packte ein Break zum 4:0 drauf. Fognini war angezählt, er schaffte zwar noch den Ehrenpunkt. Thiem servierte aber problemlos zum Satzausgleich aus.

Spannung im Entscheidungssatz

Plötzlich war die Partie wieder offen - zunächst mit Vorteilen für Thiem, der trotz Rückenwinds durch den Satzgewinn das Steuer aber noch aus der Hand geben sollte. Besonders spannend im dritten Satz war das sechste Game, das Thiem erst nach zehn abgewehrten Breakbällen und knapp 14 Minuten für sich entscheiden konnte. Zwei weiteren Breakbällen hatte Thiem nichts mehr entgegenzusetzen, wütend zertrümmerte er daraufhin seinen Schläger. Fognini war auf 5:3 davon gezogen. Nach 2:07 Stunden beendete er die Partie mit seinem dritten Matchball.

Thiem scheitert an Fognini

Beim Sandplatzklassiker in Rom musste sich Dominic Thiem bereits in der zweiten Runde dem stark aufspielenden Fabio Fogini in einem hart umkämpften Match geschlagen geben.

Während sich für Fognini nun am Donnerstag bei seinem 13. Rom-Antreten gegen den Deutschen Peter Gojowczyk eine gute Chance bietet, erstmals ins Viertelfinale zu kommen und dort womöglich gegen den Spanier Rafael Nadal zu spielen, ist das Out für Thiem ein herber Rückschlag. Nur drei Tage davor hatte er in Madrid um seinen ersten Masters-1000-Titel gespielt. Mit dem US-Amerikaner Steve Johnson ist er immerhin noch im Doppel im Bewerb.

Fehlerquote einfach zu hoch

Ein Grund für die Niederlage gegen Fognini waren eine Quote beim ersten Service von nur 55 Prozent sowie sechs Doppelfehler. Thiem sah sich insgesamt zwölf Breakbällen gegenüber, bei drei davon musste er sich beugen. Zu viele unerzwungene Fehler und Mängel bei längeren Ballwechseln kamen dazu, dennoch machte Thiem aufgrund des dominant geführten zweiten Satzes einen Punkt mehr als Fognini. Seinen insgesamt 100. Sandplatzsieg auf der Tour verpasste er aber.

Für Thiem geht es nun vor allem wohl darum, das Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Schon in eineinhalb Wochen beginnen in Paris die French Open, wo Thiem in den vergangenen beiden Jahren im Halbfinale stand. Nach dem jüngsten Verlust eines Platzes in der Weltrangliste droht Thiem einen weiteren Platz zurückzufallen, sollte der Belgier David Goffin in Rom weit kommen.

„Ich war extrem angefressen“

„Ich war natürlich extrem angefressen, und hin und wieder muss der Frust raus. Die Niederlage tut jetzt aber nicht so extrem weh wie andere“, ordnete Thiem seinen Wutausbruch auf dem Platz ein. „Es war eine sehr enge Angelegenheit. Er hat gut gespielt, ich habe gut gespielt. Es war einfach das letzte Quäntchen Glück nicht auf meiner Seite.“

Foginini sei vor Heimpublikum bis in die Haarspitzen motiviert gewesen - eine Einstellung, die der Italiener nicht in jedem Spiel an den Tag legt. „Aber heute habe ich das Pech gehabt, dass er es war. Es war ein voll gefüllter Center Court, alle sind hinter ihm gestanden.“ Dennoch sei die Niederlage „sehr motivierend“, betonte der Niederösterreicher.

Weitere Chancen, sich für die French Open in Form zu bringen, hat Thiem in Lyon in der kommenden Woche. „Da habe ich dann hoffentlich noch ein paar Möglichkeiten. Ich habe vor zwei Jahren eine gute Erfahrung damit gemacht, in der Woche vor Paris noch ein Turnier zu spielen. Ich habe da Nizza gewonnen und bin dann in Paris ins Halbfinale gekommen.“

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