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Aus nach zwei erfolgreichen Jahren

Die Ehe zwischen Ralph Hasenhüttl und RB Leipzig ist seit Mittwoch geschieden: Der 50-jährige Steirer und der deutsche Bundesligist einigten sich auf eine sofortige Auflösung des noch bis 2019 laufenden Vertrages. Damit zog man die Konsequenzen aus einer monatelangen Diskussion über das Ob und Wie einer Ausweitung von Hasenhüttls Kontrakt.

Die Debatte hatte rund um den Jahreswechsel 2017/18 begonnen: Damals wollte RB-Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick den Vertrag mit Hasenhüttl vorzeitig verlängern. Doch Hasenhüttl hielt den Club hin - er wolle erst das Abschneiden in der laufenden Saison abwarten. Nachdem die „Bullen“ ins Europa-League-Viertelfinale eingezogen waren und in der Bundesliga einen Europa-League-Platz erkämpften, zeigte sich Hasenhüttl bereit für die Ausweitung seines Kontraktes. Doch nun spielten die Leipziger auf Zeit - Tenor: Der Vertrag laufe ohnehin noch bis 2019.

Hasenhüttl und Leipzig hatten bereits zuvor angekündigt, dass man vor Saisonbeginn 2018/19 Klarheit haben werde, wer die Kampfmannschaft perspektivisch betreuen wird. Weil dieses Bekenntnis nun ausblieb, zog Hasenhüttl die Konsequenzen - und bat um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages.

„Ich wäre sehr gerne gemeinsam mit Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer in die nächste Saison gegangen. Diesen Wunsch habe ich ihm gegenüber in persönlichen Gesprächen deutlich zum Ausdruck gebracht. Im Gegensatz zum Winter bin ich allerdings mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass ein weiteres gemeinsames Jahr zunächst einmal ausgereicht hätte. Für Ralph gab es jedoch keinerlei Alternative zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung. Es war daher sein ausdrücklicher Wunsch, den Vertrag aufzulösen. Diesem Wunsch haben wir schweren Herzens entsprochen“, erklärte Rangnick in einer Clubmitteilung.

Hasenhüttl wollte „nachhaltige Vertragslösung“

„Es ist völlig legitim, dass sich der Club entschieden hat, keine Verlängerung anzustreben. Wir haben jedoch auch betont, dass es für beide Seiten nicht wünschenswert wäre, ohne eine langfristig geklärte Zukunft in ein letztes Vertragsjahr zu gehen“, so die Ansicht Hasenhüttls zur Trennung.

„Aus meiner Sicht ist es im Sinne der Umsetzung der langfristigen Ziele von RB Leipzig von großer Bedeutung, eine nachhaltige Vertragslösung anzustreben. Nach gemeinsamen Erfolgen sollte man deshalb ehrliche Worte an den Tag legen können und auch ein klares Nein statt ein beschwichtigendes Ja wählen dürfen“, so Hasenhüttel weiter.

RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl

GEPA/Andreas Pranter

Trennung nach zwei Jahren: Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl

Champions League und EL-Viertelfinale

Damit endet für Hasenhüttl eine überaus erfolgreiche zweijährige Ära bei den Ostdeutschen: Gleich in seiner ersten Saison eroberte er mit dem damaligen Bundesliga-Aufsteiger einen Champions-League-Platz. In der am Wochenende abgelaufenen Saison holten die „Bullen“ mit Rang sechs ebenfalls einen Europacup-Platz. In der Europa League schieden sie nach dem Aus in der Gruppenphase der Champions League erst im Viertelfinale gegen Olympique Marseille aus.

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