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WM-Comeback nach 36 Jahren

„PreparadosParaTodo“ - „Auf alles vorbereitet“: Mit diesem Hashtag als Motto geht Peru in die WM. 36 Jahre mussten die Fans auf die fünfte WM-Teilnahme ihrer Nationalmannschaft warten. In Russland ist das Team um den früheren Schalker Jefferson Farfan in einer Gruppe mit Frankreich, Dänemark und Australien klarer Außenseiter.

Zuletzt hat Peru 1982 an einer Fußballweltmeisterschaft teilgenommen. Beim Comeback könnte das Anden-Land heuer eine der Überraschungen des Turniers liefern. In der Südamerikaqualifikation sicherten sich die Peruaner den fünften Platz und räumten später im Play-off Neuseeland aus dem Weg.

In einem Punkt liegt die peruanische Mannschaft schon in der absoluten Weltspitze. Denn „La Blanquirroja“ (Die Weiße und Rote) hat seit dem 16. November 2016, als Brasilien in der Hauptstadt Lima mit 2:0 gewann, 15 Spiele in Folge nicht mehr verloren. Eine längere Zeit ungeschlagen sind von den übrigen 31 WM-Teilnehmern derzeit nur Spanien, Belgien und Marokko.

Paolo Guerrero auf dem Jorge Chavez Flughafen in Lima

APA/AFP/Ernesto Benavides

Kapitän Paolo Guerrero, eigentlich wegen Dopings gesperrt, darf nach Aussetzung der Sperre doch nach Russland

Mit sechs Siegen und vier Unentschieden im Kalenderjahr 2017 arbeitete sich Peru vorübergehend bis in die Top Ten der FIFA-Weltrangliste. In diese starke Phase fiel auch das WM-Play-off, in dem sich die Südamerikaner nach einem torlosen Remis im Hinspiel dank eines 2:0-Heimsieges gegen Neuseeland durchsetzten und als letztes Team den Sprung nach Russland schafften. Zwar hat das Ranking nur bedingt Aussagekraft, der aktuelle elfte Platz ist aber ein Anhaltspunkt für die gute Arbeit, die das Trainerteam um Ricardo Gareca in den vergangenen Jahren geleistet hat.

Steckbrief Peru

Hauptstadt: Lima
Einwohner: 31,8 Mio.

  • Teamchef: Ricardo Gareca (ARG)
  • FIFA-Weltrangliste: 11. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 5 (1930, 1970, 1978, 1982, 2018)
  • Größte Erfolge: WM-Viertelfinale 1970, zweifacher Copa-America-Sieger (1939, 1975)

Der im März 2015 verpflichtete Argentinier hat die Mannschaft verjüngt und einen dynamischen, auf Kurzpassspiel und Ballbesitz basierenden Stil eingeführt. Der zeigte vor allem defensiv seine Wirkung, kassierten die Peruaner in zehn Spielen 2017 nur sieben Tore. So trotzte das Team unter anderem Argentinien auswärts ein 0:0 ab und besiegte Uruguay mit 2:1.

Kapitän Guerrero trotz Dopingsperre dabei

Viele der Auserwählten Garecas spielen wie Torhüter Pedro Gallese in der starken mexikanischen Liga. Abwehrchef ist der 34-jährige Routinier Alberto Rodriguez, der bei Atletico Junior in Kolumbien engagiert ist. Im Mittelfeld hat Christian Cueva vom FC Sao Paulo das Kommando inne, und ganz vorne ist der bekannteste Name zu finden: Der mittlerweile 33-jährige Jefferson Farfan besitzt als Legionär bei Lokomotive Moskau hinreichend Russland-Erfahrung.

Und schließlich Kapitän Paolo Guerrero von Flamengo Rio de Janeiro. Der wäre zwar wegen Dopings gesperrt, doch der populärste peruanische Kicker darf dennoch dabei sein. Denn die Vollstreckung der Dopingsperre des 34-Jährigen wurde von einem Schweizer Gericht kürzlich provisorisch ausgesetzt.

Kader Peru

Tor: Pedro Gallese (Veracruz/MEX), Carlos Caceda (Deportivo Municipal), Jose Carvallo (UTC Cajamarca)

Abwehr: Alberto Rodriguez (Atletico Junior/COL), Aldo Corzo (Universitario Lima), Anderson Santamaria (Puebla/MEX), Miguel Araujo (Alianza Lima), Miguel Trauco (Flamengo Rio/BRA), Christian Ramos (Veracruz/MEX), Luis Advincula (Lobos BUAP/MEX), Nilson Loyola (FBC Melgar)

Mittelfeld: Paolo Hurtado (Vitoria Guimaraes/POR), Christian Cueva (FC Sao Paulo/BRA), Renato Tapia (Feyenoord Rotterdam/NED), Andy Polo (Portland Timbers/USA), Wilder Cartagena (Veracruz/MEX), Yoshimar Yotun (Orlando City/USA), Pedro Aquino (Lobos BUAP/MEX)

Angriff: Paolo Guerrero (Flamengo Rio/BRA), Jefferson Farfan (Lok Moskau/RUS), Raul Ruidiaz (Monarcas Morelia/MEX), Andre Carrillo (Watford/ENG), Edison Flores (Aalborg BK/DEN)

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