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„Ticos“ hoffen auf Dacapo

Vor vier Jahren hat Costa Rica bei der Fußball-WM in Brasilien sensationell das Viertelfinale erreicht. Erneut von Real Madrids Champions-League-Held Keylor Navas angeführt, hofft das mittelamerikanische Land heuer in Russland auf ein Dacapo. Doch das Überstehen der Gruppenphase wird angesichts der Gegner Brasilien, Serbien und der Schweiz alles andere als einfach.

Bei der fünften WM-Teilnahme der „Ticos“, wie die Einwohner des Landes in Lateinamerika genannt werden, wird wieder viel von Real-Torhüter Navas abhängen. Der 31-Jährige, der zuletzt die Spieler von Bayern München im Champions-League-Semifinale zur Verzweiflung brachte, braucht gegen Serbien (17. Juni), Brasilien (22. Juni) und die Schweiz (27. Juni) ähnlich gute Tage wie vor vier Jahren, als in Brasilien sein Stern so richtig aufging.

Mit Glanzparaden in Serie schuf Navas damals die Basis für den Aufstieg seiner Mannschaft ins Viertelfinale, wo gegen die Niederlande erst unglücklich im Elfmeterschießen das Ende kam. In der Gruppe hatten sich die Mittelamerikaner gegen Uruguay, Italien und England durchgesetzt.

Wesley Sneijder (NED) schießt im WM-Viertelfinale 2014 ein Elfmetertor gegen Keylor Navas (CRC)

APA/AFP/Ronaldo Schemidt

Im WM-Viertelfinale 2014 war für Navas und Costa Rica im Elfmeterschießden gegen die Niederlande Endstation

Bei der Wahl zum Torhüter des Turniers musste sich Navas nur Deutschlands Weltmeistergoalie Manuel Neuer geschlagen geben. Nach der WM verpflichtete der spanische Rekordmeister aus Madrid den Costa Ricaner vom Ligakonkurrenten Levante.

Bryan Ruiz führt Mannschaft an

Als Kapitän wird in Russland Angreifer Bryan Ruiz, der mittlerweile bei Sporting in Portugal spielt, das Team auf den Platz führen. Unterstützung an vorderster Front erhält er von Joel Campbell, der von Arsenal zuletzt an Betis Sevilla verliehen war, sowie Marco Urena vom neuen Club der Major League Soccer (MLS) Los Angeles FC. Die meisten Legionäre im Kader von Trainer Oscar Ramirez sind in der nordamerikanischen MLS engagiert, doch auch die heimische Liga ist gut repräsentiert.

Steckbrief Costa Rica

Hauptstadt: San Jose Einwohner: 4,95 Mio.

  • Teamchef: Oscar Ramirez
  • FIFA-Weltrangliste: 23. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 5 (1990, 2002, 2006, 2014, 2018)
  • Größte Erfolge: WM-Viertelfinale 2014, WM-Achtelfinale 1990, dreifacher CONCACAF-Gold-Cup-Sieger (1963, 1969, 1989)

Ramirez amtiert seit August 2015 als Chefcoach. Der heute 53-Jährige rückte nicht einmal zwei Wochen nach seiner Bestellung als Assistenztrainer in die erste Reihe vor, da Vorgänger Paulo Wanchope nach einer Prügelei mit einem Ordner zurückgetreten war.

In der CONCACAF-Qualifikation gewannen die „Ticos“ unter anderem beide Matches gegen die USA (4:0 daheim, 2:0 auswärts) und erreichten gegen Mexiko ein 1:1-Heimremis. In der Endabrechnung belegte Costa Rica hinter den Mexikanern den zweiten Platz. In der unmittelbaren WM-Vorbereitung gab es einen 3:0-Heimsieg gegen Nordirland und Auswärtsniederlagen in England (0:2) und Belgien (1:4).

Kader Costa Rica

Tor: Keylor Navas (Real Madrid/ESP), Patrick Pemberton (Alajuelense), Leonel Moreira (Herediano)

Abwehr: Johnny Acosta (Rionegro Aguilas/COL), Giancarlo Gonzalez (Bologna/ITA), Ian Smith (IFK Norrköping/SWE), Oscar Duarte (Espanyol Barcelona/ESP), Bryan Oviedo (Sunderland/ENG), Francisco Calvo (Minnesota United/USA), Cristian Gamboa (Celtic Glasgow/SCO), Kendall Waston (Vancouver Whitecaps/CAN), Ronald Matarrita (New York City/USA)

Mittelfeld: Celso Borges (Deportivo La Coruna/ESP), Christian Bolanos (Deportivo Saprissa), Daniel Colindres (Deportivo Saprissa), Bryan Ruiz (Sporting Lissabon/POR), Rodney Wallace (New York City/USA), Randall Azofeifa (Herediano), Yeltsin Tejeda (Lausanne-Sport/SUI), David Guzman (Portland Timbers/USA)

Angriff: Johan Venegas (Deportivo Saprissa), Joel Campbell (Betis Sevilla/ESP), Marcos Urena (Los Angeles/USA)

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