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Zum Auftakt gegen den Weltmeister

Mexiko um Topstar Chicharito will bei der Fußball-WM um den Titel mitspielen. „Wir haben vor nichts und niemandem Angst!“, hatte „El Tri“, so der Spitzname der Mannschaft, nach der Auslosung getwittert. Am 17. Juni wartet gleich Titelverteidiger Deutschland im ersten Gruppenspiel als Riesenhürde.

Und Chicharito kündigte an: „Wir werden unsere Ambitionen nicht beschränken.“ Jedes Team habe bei der WM seine Chance, „und wir werden unser Bestes geben, um ins Finale einzuziehen und sogar die Weltmeisterschaft zu gewinnen“. „Es gibt keinen größeren Gegner als Deutschland, sie sind Weltmeister, das wird großartig“, sagte Nationalcoach Juan Carlos Osorio. „Ich freue mich darauf, gegen sie zu spielen. Wir können sie herausfordern und hoffentlich auf Augenhöhe mit ihnen spielen“, so Osorio weiter.

Beim bisher letzten Aufeinandertreffen gelang das nur bedingt: Im Halbfinale des Confed-Cups siegte die Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im vergangenen Sommer mit 4:1. „Das wird ein Galaspiel, da können wir zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind“, sagte auch Frankfurt-Legionär Carlos Salcedo. „El Tri“ hat die klare Niederlage von Sotschi nicht vergessen. Keeper Guillermo Ochoa freut sich auf die Revanche: „Wir wollen uns den Stachel aus dem Confederations Cup ziehen.“

Mexikos Carlos Salcedo im Training

Reuters/John Sibley

Frankfurt-Legionär Salcedo kennt die Deutschen und kann Teamchef Osorio sicher den einen oder anderen Tipp geben

Mexikos Fußballnationalteam hat sich seit der WM 2014 weiterentwickelt. Damals war „El Tri“ als Underdog im Achtelfinale unglücklich an den Niederlanden gescheitert. Die Schlüsselspieler sind vier Jahre später weitgehend dieselben. Deshalb träumt man in Mexiko trotz schwieriger Auslosung davon, endlich den Fluch der ersten K.-o.-Runde hinter sich zu lassen.

Alles dreht sich um Chicharito

Der wichtigste Faktor soll dabei einmal mehr Chicharito Hernandez sein. Der Stürmerstar ist Clubkollege von Marko Arnautovic bei West Ham - und mit 49 Treffern in 100 Länderspielen Rekordtorschütze seines Landes. In den Sozialen Netzwerken ist er der Held der Fans. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter folgen ihm rund neun Millionen Menschen. Zum Vergleich: Der FC Bayern München hat mit etwa 4,5 Millionen Followern auf seiner deutschen Hauptseite etwa halb so viele. Sportlich lief es für Chicharito diese Saison aber nicht immer wie gewünscht, er kam häufig nur als Einwechselspieler zum Zug.

Ein neuer Hoffnungsträger ist der 22-jährige Flügelspieler Hirving Lozano von PSV Eindhoven. Im Mittelfeld zieht Kapitän Andres Guardado (Betis Sevilla) die Fäden, Torhüter Guillermo Ochoa (Standard Lüttich) sorgte bereits 2014 in Brasilien mit seinen Paraden für Aufsehen. Und dann wäre da noch Rafael Marquez. „El Kaiser“ nennen sie den früheren Barcelona-Verteidiger. Der 39-Jährige hat seine Clubkarriere bereits beendet, steht aber vor seiner fünften WM-Teilnahme.

Steckbrief Mexiko

Hauptstadt: Mexiko-Stadt
Einwohner: 127 Mio.

  • Teamchef: Juan Carlos Osorio (COL)
  • FIFA-Weltrangliste: 15. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 16
  • Größte Erfolge: Olympiasieger 2012, WM-Viertelfinale 1970 und 1986, zweifacher Finalist Copa America (1993, 2001), Confed-Cup-Sieger 1999

„Haben das Recht zu träumen“

Durch die WM-Qualifikation in der Nord- und Mittelamerikazone ist die „Seleccion“ geradezu spaziert. Für den Gruppensieger setzte es nur eine einzige Niederlage - im bereits bedeutungslosen Abschlussspiel in Honduras (2:3). Osorio ist seit Oktober 2015 im Amt. Mit der Erwartungshaltung ist auch der Druck auf den Kolumbianer gestiegen.

„Ins Semifinale einer WM zu kommen ist sehr schwer, aber ich denke, wir haben das Recht zu träumen“, meinte der Teamchef. „Wir haben das Recht zu denken, dass das ein Ziel ist, das man erreichen kann.“ Bisher hatte es Mexiko nur bei den beiden Heimweltmeisterschaften 1970 und 1986 ins Viertelfinale geschafft. Weiter ging es noch nie.

Seit 1994 war immer im Achtelfinale Schluss. Dem Ende des Achtelfinal-Traumas war man zwar bereits vor vier Jahren nahe. Gegen die Niederlande kam trotz langer Führung aufgrund eines umstrittenen Elfmeters, den Arjen Robben in der Nachspielzeit herausgeholt hatte, das Aus (1:2). Zum Auftakt geht es diesmal am 17. Juni gleich gegen Weltmeister Deutschland. Danach folgen Duelle mit Südkorea und Schweden, ehe im Achtelfinale ein Wiedersehen mit Brasilien möglich scheint.

Kader Mexiko

Tor: Jesus Corona (Cruz Azul), Alfredo Talavera (Deportivo Toluca), Guillermo Ochoa (Standard Lüttich/BEL)

Abwehr: Hugo Ayala (Tigres UANL), Carlos Salcedo (Eintracht Frankfurt/GER), Rafael Marquez (Atlas), Erick Gutierrez (Pachuca), Hector Moreno (Real Sociedad/ESP), Hector Herrera (FC Porto/POR)

Mittelfeld: Jonathan dos Santos (Los Angeles Galaxy/USA), Miguel Layun (FC Sevilla/ESP), Giovani dos Santos (Los Angeles Galaxy/USA), Jesus Corona (FC Porto/POR), Andres Guardado (Betis Sevilla/ESP), Javier Aquino (Tigres UANL), Jesus Gallardo (UNAM Pumas)

Angriff: Marco Fabian (Eintracht Frankfurt/GER), Raul Jimenez (Benfica Lissabon/POR), Carlos Vela (Los Angeles FC/USA), Javier Hernandez (West Ham United/ENG), Oribe Peralta (Club America), Edson Alvares (Club America), Hirving Lozano (PSV Eindhoven/NED)

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