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Zuschauen hat ein Ende

Nach zwei verpassten Turnierteilnahmen kehrt Schweden auf die große WM-Bühne zurück. Es ist die zwölfte WM-Teilnahme, bisherige Erfolge waren Platz vier 1938, drei 1950 und 1994 sowie der Vizeweltmeistertitel 1958. Nicht im Aufgebot von Teamchef Jan Olof „Janne“ Andersson steht Superstar Zlatan Ibrahimovic, der 36-Jährige trat nach der EM 2016 in Frankreich aus der Nationalelf zurück.

Lange ließ der bei Los Angeles Galaxy spielende Ibrahimovic sein Land im Unklaren, ob er nicht doch für die Endrunde zur Verfügung stehen wird. Bei den Teamspielern kam dieses Gehabe weniger gut an. So hatte etwa Andreas Granqvist auf eine rasche Entscheidung gedrängt, die Ende April kam. Der Legionär von FK Krasnodar wird Schweden in der Gruppenphase gegen Südkorea, Deutschland und Mexiko als Kapitän auf den Platz führen.

„Wenn du einen Spieler wie ihn verlierst, dann müssen andere mehr Verantwortung übernehmen. Das ist passiert. Das ist der größte Unterschied“, sagte Leipzig-Legionär Emil Forsberg zu der Veränderung in der Mannschaft ohne Ibrahimovic. Aber auch ohne Superstar Ibrahimovic gibt es in der skandinavischen Mannschaft, die sich über die Play-offs gegen Italien für die WM qualifizierte, weiterhin selbstbewusste Typen.

Schwedens Emil Forsberg im Training

APA/AFP/Jonathan Nackstrand

Emil Forsberg im Training

Qualiteam erhält Vertrauen

Bekannteste Spieler beim „Dreikronen“-Team, das im Großen und Ganzen jenem entspricht, das die Qualifikation erfolgreich gemeistert hat, sind neben Forsberg, der die Defensive ordnende Granqvist, der bei Manchester United sein Geld verdienende Victor Lindelöf, Ludwig Augustinsson von Werder Bremen, der in dieser Saison öfters verletzte Albin Ekdal vom Hamburger SV, John Guidetti von Alaves und Stürmer Marcus Berg von al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Für Südafrika 2010 hatte Schweden als Gruppendritter hinter Dänemark und Portugal die Turnierteilnahme nicht geschafft, für Brasilien 2014 erreichte man hinter Deutschland und vor Österreich Platz zwei und das WM-Play-off, wo man gegen Portugal das Nachsehen hatte. Für Russland 2018 schaute in der Quali Platz zwei hinter Frankreich heraus, im Play-off wurde Italien ausgeschaltet, und das Zuschauen bei Endrunden hatte ein Ende.

Steckbrief Schweden

Hauptstadt: Stockholm
Einwohner: 9,90 Mio.

  • Teamchef: Janne Andersson
  • FIFA-Weltrangliste: 24. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 12
  • Größte Erfolge: Vizeweltmeister 1958, WM-Dritter 1950 und 1994, WM-Vierter 1938, Olympiasieger 1948, EM-Semifinalist 1992

Für den 55-jährigen Andersson ist es das erste große Turnier als Teamchef, im Clubfußball hatte er Außenseiter IFK Norrköping 2015 zum Meistertitel geführt. Andersson übernahm 2016 von Erik Hamren, der bereits vor der Euro in Frankreich, bei der das Aus in der Gruppenphase folgte, seinen Abschied danach bekanntgegeben hatte.

Minimalziel Achtelfinale

Minimalziel ist in Russland das Erreichen des Achtelfinales, was mit der Auslosung kein einfaches Unterfangen wird. Deutschland ist Topfavorit auf den Gruppensieg, Mexiko erreichte zuletzt sechsmal in Folge die Runde der letzten 16 und ist ein harter Konkurrent um den zweiten Tabellenrang. Auch Südkorea spielte eine starke Qualifikation. „Südkorea und Mexiko sind die Mannschaften, mit denen wir uns ehrlicherweise um den zweiten Platz in der Gruppe streiten. Deutschland wird wahrscheinlich Erster“, sagte Forsberg. „Wir sollen ins Achtelfinale, mit dem Druck müssen wir umgehen. Ein Aus in der Gruppenphase wäre eine Enttäuschung für jeden“, so Forsberg.

Kader Schweden

Tor: Robin Olsen (FC Kopenhagen/DEN), Karl-Johan Johnsson (EA Guingamp/FRA), Kristoffer Nordfeldt (Swansea City/WAL)

Abwehr: Mikael Lustig (Celtic Glasgow/SCO), Victor Lindelöf (Manchester United/ENG), Andreas Granqvist (Krasnodar/RUS), Martin Olsson (Swansea City/WAL), Ludwig Augustinsson (Werder Bremen/GER), Filip Helander (FC Bologna), Emil Krafth (Bologna/ITA), Pontus Jansson (Leeds United/ENG)

Mittelfeld: Sebastian Larsson (Hull City/ENG), Albin Ekdal (Hamburger SV/GER), Emil Forsberg (RB Leipzig/GER), Gustav Svensson (Seattle Sounders/USA), Oscar Hiljemark (FC Genoa/ITA), Viktor Claesson (Krasnodar/RUS), Marcus Rohden (Crotone/ITA), Jimmy Durmaz (Toulouse/FRA)

Angriff: Marcus Berg (al-Ain/UAE), John Guidetti (Deportivo Alaves/ESP), Ola Toivonen (Toulouse/FRA), Isaac Kiese Thelin (Waasland-Beveren/BEL)

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