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Hoffnung auf ersten Sieg nach 40 Jahren

Erstmals seit 2006 ist Tunesien wieder WM-Teilnehmer. Die „Adler von Karthago“ wollen dabei die Sensation schaffen. Denn bei der fünften WM-Teilnahme soll nun erstmals die K.-o.-Phase erreicht werden. Nach der holprigen Qualifikation bedarf es dafür aber einer enormen Steigerung.

Dabei hatten die Tunesier mit der Demokratischen Republik Kongo, Libyen und Guinea die vermeintlich leichteste Qualigruppe in Afrika erwischt, mussten aber bis zum Schluss zittern. Ein torloses Remis im abschließenden Heimspiel gegen die Libyer reichte schließlich, um sich in der Gruppe A mit nur einem Zähler vor der DR Kongo durchzusetzen und das Endrundenticket zu lösen.

Steckbrief Tunesien

Hauptstadt: Tunis
Einwohner: 11,3 Millionen

  • Teamchef: Nabil Maaloul
  • FIFA-Weltrangliste: 21. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 5 (1978, 1998, 2002, 2006, 2018)
  • Größte Erfolge: Afrikameister 2004, Afrikameisterschaftsfinalist 1965, 1996

Betreut wird das tunesische Nationalteam seit Ende April des Vorjahres vom langjährigen Ex-Internationalen Nabil Maaloul, der dem entlassenen Polen Henryk Kasperczak nachfolgte. Der ehemalige Mittelfeldspieler hatte sich bereits einen Namen als Erfolgstrainer gemacht, als er Esperance Tunis 2011 zum Titel in der afrikanischen Champions League geführt hatte. Der 55-Jährige schaffte es nun auch, die zwölfjährige WM-Absenz des einstigen Endrundendauergasts (1998 bis 2006) zu beenden.

Leistungsträger stammen aus Frankreich

Die wichtigsten Spieler des Afrikameisters von 2004 wurden in Frankreich geboren und spielen dort auch in der Ligue 1, wobei es keinen echten Star gibt. Der in Stuttgart geborene Rani Khedira, der beim FC Augsburg engagierte jüngere Bruder von Deutschlands Weltmeister Sami Khedira, verzichtet aufgrund von Sprachschwierigkeiten auf eine WM-Teilnahme für das Heimatland seines Vaters.

Die bisherigen WM-Spiele verliefen für Tunesien mit Ausnahme eines 3:1-Sieges über Mexiko sowie eines torlosen Remis gegen den damaligen Titelverteidiger Deutschland bei der Premiere 1978 in Argentinien ernüchternd. Danach reichte es 1998 (1:1 gegen Rumänien), 2002 (1:1 gegen Belgien) und 2006 (2:2 gegen Saudi-Arabien) nur jeweils zu einem Punkt in der Gruppenphase.

Chance zur Revanche gegen Southgate

Auch mit England haben die Tunesier schon Bekanntschaft auf der WM-Bühne gemacht: Am 15. Juni 1998 verloren sie ihr erstes Spiel gegen die „Three Lions“ mit 0:2. Bei dieser Partie in Marseille stand übrigens Englands aktueller Teamchef Gareth Southgate in der Startaufstellung. 20 Jahre später haben die Nordafrikaner nun in ihrem Auftaktmatch am 18. Juni in Wolgograd die Chance auf Revanche.

Kader Tunesien

Tor: Farouk Ben Mustapha (al-Schabab/KSA), Aymen Mathlouthi (al-Batin/KSA), Mouez Hassen (Chatteuroux/FRA)

Abwehr: Syam Ben Youssef (Kasimpasa/TUR), Yohan Benalouane (Leicester City/ENG), Yassine Meriah (Sfaxien), Oussama Haddadi (Dijon/FRA), Rami Bedoui (Etoile du Sahel), Dylan Bronn (KAA Gent/BEL), Ali Maaloul (al-Ahli/EGY), Hamdi Naguez (Samalek/EGY)

Mittelfeld: Anice Badri (Esperance Tunis), Farjani Sassi (al-Nasr/KSA), Mohamed Ben Amor (al-Ahli/KSA), Ellyes Skhiri (Montpellier/FRA)

Angriff: Seifeddine Khaoui (Troyes/FRA), Fakhreddine Ben Youssef (al-Ittifak/KSA), Wahbi Khazri (Stade Rennes/FRA), Ahmed Khalil (Club Africain), Bassem Srarfi (OGC Nizza/FRA), Saber Khalifa (Club Africain), Ghaylen Chaalali (Esperance Tuni), Naim Sliti (Dijon/FRA)

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