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„Bialo-Czerwoni“ rechnen sich viel aus

Polens Hoffnungen auf ein glanzvolles Abschneiden bei der WM-Endrunde 2018 trägt einen Namen. Robert Lewandowski traf auf dem Weg nach Russland aus allen Lagen und ließ dabei auch Weltfußballer Cristiano Ronaldo hinter sich. Der Torjäger von Bayern München avancierte dank 16 Toren in der Qualifikation zum nationalen Rekordtorschützen. Am 29-Jährigen richtet sich die gesamte Nationalelf auf.

Seit 2008 spielt der in eine Sportlerfamilie hineingeborene Lewandowski für die Landesauswahl, in fast 100 Einsätzen hat er über 50 Tore erzielt. Geht bei den Polen wenig, ist immer noch der Kapitän mit der Nummer neun zur Stelle. „Wir können nur froh sein, dass er bei uns ist. Er ist fantastisch“, sagte Nationaltrainer Adam Nawalka im Laufe der Qualifikation ein ums andere Mal. Seit der Saison 2011/12 haben laut Statistikern nur Lionel Messi und Cristiano Ronaldo mehr Tore als Lewandowski erzielt. 34 Treffer sind es pro Saison im Schnitt.

Gruppenfoto

APA/AFP/Andrzej Iwanczuk

Die polnische Nationalmannschaft will in Russland eine neue „goldenen Ära“ einläuten

Polen glänzt als starkes Kollektiv

Ein Lewandowski alleine genügt dennoch nicht, um zur WM zu fahren. Unter dem seit Oktober 2013 als Teamchef arbeitenden Nawalka hat sich Polen zu einem kompletten Team entwickelt. Klasse gibt es in allen Mannschaftsteilen. Im Tor hat Nawalka die Wahl zwischen Juventus-Schlussmann Wojciech Szczesny und Swanseas Lukasz Fabianski, die Abwehr hält Monacos Haudegen Kamil Glik zusammen. Im Mittelfeld rackern der bei Paris Saint-Germain unter Vertrag stehende Grzegorz Krychowiak und Jakub Blaszczykowski, der in dieser Saison bei Wolfsburg jedoch viele Spiele verletzungsbedingt verpasst hat. Dasselbe gilt auch für Napoli-Stürmer Arkadiusz Milik.

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In der Qualifikation holte Polen in zehn Spielen acht Siege und musste sich nur einmal in Dänemark - dort dafür relativ deutlich (0:4) - geschlagen geben. In der FIFA-Weltrangliste machten sich die Erfolge bemerkbar, die „Bialo-Czerwoni“ (Weiß-Roten) haben sich in den Top Zehn festgesetzt. Bei der Auslosung der WM-Gruppen wurden sie daher aus Topf eins gezogen. Als erster Endrundenkontrahent wartet am 19. Juni Senegal im Moskauer Spartak-Stadion. Weiter geht es in Gruppe H gegen Kolumbien und Japan.

Steckbrief Polen

Hauptstadt: Warschau
Einwohner: 37,9 Mio.

  • Teamchef: Adam Nawalka
  • FIFA-Weltrangliste: 8. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 8
  • Größte Erfolge: WM-Dritter 1974 und 1982, EM-Viertelfinale 2016, Olympiasieger 1972

„Goldene Ära“ endete vor 36 Jahren

Polens größte Erfolge auf WM-Ebene sind dritte Plätze 1974 und 1982. Nach dem Ende der „goldenen Ära“ um den damaligen Star und nunmehrigen Verbandschef Zbigniew Boniek sehen die euphorischen Fans nun eine neue. Dass sie für Höheres bereit wären, haben die Osteuropäer bei der EM 2016 bewiesen, als im Viertelfinale im Elfmeterschießen unglücklich gegen den späteren Europameister Portugal Endstation war.

Der Sprung über die Gruppenphase hinaus darf den Polen in Russland allemal zugetraut werden. Bei den letzten WM-Starts 2002 und 2006 gelang das nicht. „Wann, wenn nicht jetzt“ darf als Motto geltend gemacht werden. Lewandowski feiert im August seinen 30. Geburtstag und befindet sich wie andere Schlüsselspieler damit im fortgeschrittenen Stadium seiner Karriere.

Kader Polen

Tor: Wojciech Szczesny (Juventus Turin/ITA), Bartosz Bialkowski (Ipswich Town/ENG), Lukasz Fabianski (Swansea City/WAL)

Abwehr: Michal Pazdan (Legia Warschau), Artur Jedrzejczyk (Legia Warschau), Thiago Cionek (SPAL Ferrara/ITA), Jan Bednarek (Southampton/ENG), Kamil Glik (AS Monaco/FRA), Bartosz Bereszynski (Sampdoria Genua/ITA), Lukasz Piszczek (Borussia Dortmund/GER)

Mittelfeld: Jacek Goralski (Ludogorez Rasgrad/BUL), Karol Linetty (Sampdoria Genua/ITA), Grzegorz Krychowiak (West Bromwich Albion/ENG), Kamil Grosicki (Hull City/ENG), Maciej Rybus (Lok Moskau/RUS), Jakub Blaszczykowski (VfL Wolfsburg/GER), Slawomir Peszko (Lechia Gdansk), Piotr Zielinski (SSC Napoli/ITA), Rafal Kurzawa (Gornik Zabrze)

Angriff: Arkadiusz Milik (SSC Napoli/ITA), Robert Lewandowski (Bayern München/GER), Lukasz Teodorczyk (RSC Anderlecht/BEL), Dawid Kownacki (Sampdoria Genua/ITA)

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