Themenüberblick

Bei Debüt 2002 gleich im Viertelfinale

2002 das einzige Mal teilgenommen und gleich ins Viertelfinale eingezogen: Senegal hat sich die Latte für seine zweite Teilnahme an einer Fußball-WM sehr hoch gelegt. Spieler von damals sind in Russland klarerweise keine mehr dabei, Teamchef Aliou Cisse erinnert sich aber noch gerne an den größten Erfolg der Verbandsgeschichte zurück. Der 41-Jährige hatte das Team damals als Kapitän angeführt.

Nun muss der ehemalige Mittelfeldspieler von der Seitenlinie aus versuchen, beim Afrikacup-Finalisten von 2002 die richtigen Schritte zu setzen. Seit März 2015 ist Cisse für „Les Lions de la Teranga“ („Die Löwen von Teranga“) verantwortlich, nachdem er zuvor bereits seit 2012 im Trainerstab vertreten gewesen war. In der WM-Qualifikation führte er sein Team nach dem Auftakt gegen Madagaskar (2:2,3:0) erfolgreich durch die Gruppe D, in der es gegen Burkina Faso, Kap Verde und Südafrika vier Siege und zwei Remis gab.

Aliou Cisse

APA/AFP/Khaled Desouki

Bei der WM 2002 wirkte Cisse auf dem Feld mit, in Russland steht er an der Seitenlinie

Liverpool-Torjäger als Hoffnungsträger

Sadio Mane war da fast immer dabei. Der 26-jährige Offensivspieler ist das Aushängeschild und der große Hoffnungsträger Senegals. Seine Schnelligkeit, technische Stärke und körperliche Robustheit machen ihn extrem unangenehm für die gegnerischen Abwehrreihen. Mane schaffte innerhalb weniger Jahre den Sprung von der österreichischen Bundesliga, wo er zwischen 2012 und 2014 gespielt hatte, zum Weltklasseakteur.

Seine Entwicklung ging stetig bergauf. Nach einem Zwischenstopp bei Southampton ist der Ex-Salzburger mittlerweile bei Champions-League-Finalist Liverpool nicht mehr wegzudenken. 19 Tore und neun Assists in 43 Pflichtspielen sprechen für ihn, sein Marktwert ist auf 60 Millionen Pfund (rund 70 Mio. Euro) gestiegen, nachdem er von den „Reds“ 2016 um „nur“ 34 Millionen Pfund (rund 40 Mio. Euro) verpflichtet worden war.

Steckbrief Senegal

Hauptstadt: Dakar
Einwohner: 15,4 Mio.

  • Teamchef: Aliou Cisse
  • FIFA-Weltrangliste: 27. (7. Juni)
  • WM-Teilnahmen (inkl. 2018): 2 (2002, 2018)
  • Größte Erfolge: WM-Viertelfinale 2002, Afrikameisterschaftsfinalist 2002

Legionäre in Europas Topligen

Nicht nur Mane verdient in England sein Geld, einige weitere Senegal-Stars sind in der Premier League engagiert. So auch Kapitän Cheikhou Kouyate, Teamkollege von Marko Arnautovic bei West Ham, Idrissa Gueye (Everton) und Badou Ndiaye (Stoke City). Innenverteidiger Kalidou Koulibaly, der zweitwertvollste Senegalese, ist hingegen in Italien beim SSC Napoli engagiert. Offensivspieler Keita Balde hat sich bei AS Monaco einen Namen gemacht.

Als Kollektiv wollen die Westafrikaner bei der WM in der wohl ausgeglichenen Gruppe H mit Polen, Japan und Kolumbien bestehen. 2002 in Südkorea und Japan hatte es in den Duellen mit Frankreich (1:0), Dänemark (1:1) und Uruguay (3:3) sensationell keine Niederlage und im Achtelfinale auch noch einen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Schweden gegeben. Erst gegen die Türkei (0:1 n. V.) war im Viertelfinale Endstation. So ein Abschneiden wäre 2018 neuerlich eine Überraschung.

Kader Senegal

Tor: Abdoulaye Diallo (Stade Rennes/FRA), Khadim N’Diaye (Horoya/GUI), Alfred Gomis (SPAL Ferrara/ITA)

Abwehr: Saliou Ciss (Valenciennes/FRA), Kalidou Koulibaly (SSC Napoli/ITA), Kara Mbodji (RSC Anderlecht/BEL), Youssouf Sabaly (Girondins Bordeaux/FRA), Lamine Gassama (Alanyaspor/TUR), Moussa Wague (KAS Eupen/BEL)

Mittelfeld: Idrissa Gueye (Everton/ENG), Salif Sane (Hannover 96/GER), Cheikhou Kouyate (West Ham United/ENG), Cheikh N’Doye (Birmingham City/ENG), Alfred N’Diaye (Wolverhampton/ENG), Pape Alioune Ndiaye (Stoke City/ENG)

Angriff: Moussa Sow (Bursaspor/TUR), Mame Diouf (Stoke City/ENG), Sadio Mane (Liverpool/ENG), Moussa Konate (Amiens/FRA), Diafra Sakho (Stade Rennes/FRA), Ismaila Sarr (Stade Rennes/FRA), M’Baye Niang (Torino/ITA), Keita Balde (AS Monaco/FRA)

Links: