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Nur kurze Verschnaufpause

„Das logische Ziel heißt Finale“, hatte Dominic Thiem vor Beginn der French Open selbstbewusst verkündet - und der 24-Jährige hat sein Ziel erreicht. In seinem ersten Endspiel bei einem Major-Turnier war dann Rafael Nadal, der seinen elften Triumph bei den French Open feierte, im zehnten Aufeinandertreffen mit Thiem zum siebenten Mal zu stark. Für Thiem ist die Niederlage aber auch Ansporn.

Den positiven Aspekt der Niederlage gegen Nadal ließ Thiem mehrfach in den Medienterminen nach dem erst zweiten Grand-Slam-Einzel-Endspiel eines Österreichers nach Thomas Muster vor 23 Jahren durchblicken. „Es motiviert mich extrem, weiterzuarbeiten, dass ich so ein Grand-Slam-Finale hoffentlich bald wieder erleben kann“, meinte der seit Montag wieder Weltranglistensiebente.

Thiems Vater ist stolz

Dominic Thiem hat seinen ersten Grand-Slam-Titel verpasst. Mit dabei war in Paris auch sein Vater Wolfgang, der sich trotz der Niederlage stolz gab.

Die Arbeit hat er nach zwei, drei Tagen des „Durchschnaufens“ auch schon wieder aufgenommen, denn eine kurze, aber dennoch wichtige Rasensaison steht vor der Tür: Halle (ab 18. Juni) und dann natürlich Wimbledon (ab 2. Juli) sind die nächsten Fixpunkte im Turnierkalender Thiems.

Vorfreude auf Wimbledon

„Ich habe letztes Jahr in Wimbledon wirklich schwer in Ordnung gespielt, und da macht es wirklich Spaß. Ich freue mich extrem auf Halle und Wimbledon“, sagte Thiem. „Ich werde in der Südstadt trainieren und ein bisschen was auf dem Fußballplatz machen mit den Rasenschuhen. Weil die Beinarbeit ist schon ganz anders als auf Sand.“ Der Flug nach Halle ist für Freitag geplant.

Dominic Thiem beim Training mit Günther Bresnik

GEPA/Matthias Hauer

Nach Paris setzen Thiem und Coach Günter Bresnik ihre akribische Arbeit auf Rasen fort

Auf Rasen habe er selbst an sich nicht so hohe Erwartungen wie auf Sand in Paris, aber: „Ich will gerade in Wimbledon gut spielen, weil ich dort letztes Jahr gut gespielt habe“, sagte er und erinnerte an das knapp im fünften Satz verlorene Achtelfinale gegen Tomas Berdych. Letzterer hatte dann nach Aufgabe von Djokovic sogar das Halbfinale erreicht. „Ja, ich war relativ nahe sogar an einem Semifinale dran, also auch dort ist viel drinnen. Noch dazu ist es das prestigeträchtigste Turnier.“

Abstecher nach Kitzbühel

Ehe es dann auf Hartplatz geht, wird Thiem noch in Hamburg und Kitzbühel auf seinen Lieblingsbelag wechseln. Allerdings gefällt ihm das Image des Sandplatzwühlers gar nicht. „Sicher ist ganz klar Sand mein Lieblingsbelag, aber es ist auch ein bisschen eine aufgebauschte Sache, mich jetzt zum Sandplatzspezialisten zu machen. Ich spiele auch gern auf Hardcourt und habe dort auch gute Ergebnisse, und man muss auch so ehrlich sein, dass Hardcourt mit Abstand den größten Teil der Saison ausmacht.“

Bresnik ortet viel Positives

Coach Günter Bresnik ist mit der bisherigen Saisonausbeute sehr zufrieden. „Wenn ich Mitte des Jahres im Race auf fünf stehe, muss man sehr zufrieden sein.“ Die Rasensaison sieht der 57-jährige Niederösterreicher mit gemischten Gefühlen.

„Er spielt gern drauf, hat in Stuttgart seinerzeit Federer geschlagen und ein Turnier auf Rasen gewonnen. Die Vorbereitung ist halt immer mühsam, weil es eine komplette Veränderung der Beinarbeit ist.“ Positiv sei aber die Konzentration auf Aufschlag und Return. „Wenn er die Zeit vernünftig nutzt, glaube ich, dass sich das später positiv auf Hartplatz niederschlägt.“

Ziele für Wimbledon möchte Bresnik nicht thematisieren. „Ich will, dass er gut spielt und voll fit ist. Auf Rasen sind viele Sachen auslosungsabhängig. Es gibt ein paar ungesetzte Spieler, die ausgesprochene Rasenspezialisten sind.“

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