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„Behörden sind gut vorbereitet“

Der Sicherheitschef des Weltfußballverbands (FIFA), Helmut Spahn, erwartet eine friedliche und sichere Weltmeisterschaft in Russland. Der 57-Jährige schätzt sowohl die Gefahr von Hooligan-Ausschreitungen als auch terroristischer Anschläge bei der Endrunde als gering ein.

„Ich denke, dass die russischen Behörden sehr gut vorbereitet sind. Wir haben ja alle Sicherheitsmaßnahmen, auch im Rahmen des Confed Cups, in allen Bereichen getestet. Diese Veranstaltung lief absolut reibungslos ab“, sagte Spahn. „Meine Frau wird mit meinen beiden jüngeren Söhnen, die sind sieben und neun Jahre alt, ganz privat durch Russland reisen und sich einzelne Spiele anschauen. Wenn ich nur die kleinsten Bedenken hätte, dass dies irgendwie problematisch wäre, hätte ich gesagt: Mach das nicht“, sagte er.

Keine Kosten und Mühen gescheut

Rund 1,4 Milliarden Euro hatte Russland 2014 für die Sicherheit der Olympischen Winterspiele in Sotschi investiert. Konkrete Zahlen für die Fußball-WM gibt es nicht - sie dürften aber schon aufgrund der wesentlich größeren Schutzräume weit darüber liegen. Immerhin gilt es, elf Spielorte von Kaliningrad im Westen über St. Petersburg im Norden, Jekaterinburg im Osten und Sotschi im Süden zu sichern. Dazu kommen die Camps der 32 Endrundenteilnehmer.

Grafik zu Spielorten und Stadien der Fußball-WM 2018

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/dpa

Eine Mammutaufgabe, für die die Regierung keine Kosten und Mühen scheut. Denn ähnlich wie bei den Olympischen Spielen wollen sich die Russen auch bei der WM als Gastgeber eines friedlichen Sportfestes präsentieren. Präsident Wladimir Putin gab der Polizeiführung schon im Februar mit auf den Weg: „Von der Gründlichkeit ihrer Arbeit hängt das Image des Landes ab.“

Großes Aufgebot an Sicherheitskräften

„Ich bin sehr zufrieden mit den Vorbereitungen, der Zusammenarbeit und mit dem, was die russischen Sicherheitsbehörden und das WM-Organisationskomitee insgesamt auf die Beine gestellt haben“, sagte Spahn. Bei der Frage nach der genauen Anzahl der Sicherheitskräfte verwies der frühere Leiter eines Spezialeinsatzkommandos der Frankfurter Polizei auf die Zuständigkeit der staatlichen Stellen.

WM-Fieber in Russland steigt

Am Donnerstag wird die Fußballweltmeisterschaft eröffnet, und in Russland steigt das WM-Fieber. Zahlreiche Teams sind bereits in ihren Quartieren angekommen.

Die haben zur großen Mobilmachung gerufen. Waren für Sotschi schon zwischen 50.000 und 70.000 Sicherheitskräfte abgestellt, dürften es dieses Mal Hunderttausende sein. Allein 40.000 Mann schickt der Zivilschutz, dazu kommen 14.000 Mann von privaten Sicherheitsorganisationen. Polizei, Nationalgarde, Armee und Geheimdienst sind da noch gar nicht dabei.

Verstärkte Kontrollen rund um die Stadien

Für Spahn zählt in erster Linie, dass die „höchsten Sicherheitsstandards“ auch tatsächlich umgesetzt und die Besucher und Teilnehmer dabei so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Auf einige Unannehmlichkeiten müssen sich die WM-Touristen, denen erstmals eine Fan-ID zugeteilt wurde, beim Besuch der Spiele dennoch einrichten. Denn es gibt mehrere Sicherheitsringe um die Stadien - und damit auch mehrere Kontrollen.

Marseille soll sich nicht wiederholen

Eine Wiederholung von Krawallen russischer Hooligans wie bei der EM 2016 in Frankreich befürchtet der Deutsche nicht. „Wir führen zusammen mit unseren russischen Kollegen eine tägliche Risikobewertung durch, und natürlich haben noch relativ viele Leute die Bilder von Marseille im Kopf. Deswegen war und ist das auch bei uns ein Thema. Ich glaube aber, das ist sehr gut unter Kontrolle. Es gibt sehr gute präventive Konzepte“, sagte der 57-Jährige. Bei der EM 2016 hatten russische Krawallmacher in der südfranzösischen Hafenstadt beim Spiel gegen England für hässliche Bilder gesorgt, die sich nicht wiederholen sollen.

Krawalle in Marseille bei der Euro 2016

Reuters/Jean-Paul Pelissier

Die Ausschreitungen in Marseille hatten vor vier Jahren für negative Schlagzeilen gesorgt

Schutz vor Terror auch von See aus

Auch das Thema Terrorismus steht auf der Sicherheitsagenda des WM-Ausrichters ganz weit oben. Schließlich befindet sich Russland in vielen politischen Konflikten - sei es in Syrien, der Ukraine oder im Nordkaukasus. Allein für den Schutz Kaliningrads von See her sind ein Zerstörer, zwei Fregatten, vier Korvetten und zwei schnelle Anti-Terror-Boote im Einsatz, dazu Luftabwehrsysteme und Panzer. Zweifel an der Sicherheit hat Spahn daher nicht. „Die Terrorgefahr ist ähnlich hoch, vielleicht sogar insgesamt gesehen etwas geringer als in Frankreich, England oder Deutschland“, sagte er.

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