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„Impuls für die neue Saison“

Franz Wohlfahrt ist seit Dienstag nicht mehr Sportdirektor der Wiener Austria. Der ehemalige Teamtorhüter wurde von seinen Aufgaben entbunden und beurlaubt. Zwar war der Vertrag des 53-Jährigen erst im Jänner dieses Jahres verlängert worden, doch die sportliche Talfahrt im Frühjahr kostete Wohlfahrt nun doch vorzeitig seinen Job.

„Wir haben uns nach eingehender Analyse der Gesamtsituation zu diesem Schritt entschlossen und beschäftigen uns bereits mit der Neuausrichtung. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Franz Wohlfahrt für seine gute Arbeit, aber sahen eine Veränderung als notwendig an“, begründete AG-Vorstand Markus Kraetschmer in einer Aussendung die Entscheidung. Die Beurlaubung des Erz-Austrianers - Wohlfahrt ist Mitglied der Jahrhundertelf des Vereins, mit dem er sechsmal Meister wurde - sei mit den diversen Clubgremien abgesprochen.

Unglückliche Transferpolitik

Da die Austria im Frühjahr ihre Chance auf eine Europacup-Teilnahme aber klar verpasste, zog der Club Konsequenzen. Thorsten Fink musste bereits Ende Februar gehen. Wohlfahrt wurde auch vonseiten vieler Fans vor allem eine verunglückte Transferpolitik vorgeworfen. Die großteils jungen Verpflichtungen des 53-Jährigen im vergangenen Sommer entsprachen nicht. Von den leihweise geholten Akteuren Ruan, Ibrahim Alhassan und Lee Jin Hyun trennten sich die Violetten mit Saisonende wieder.

Markus Kraetschmer und Franz Wohlfahrt

GEPA/Christian Ort

Wohlfahrt (r.) verlor im Frühjahr das Vertrauen der Clubführung rund um AG-Vorstand Kraetschmer

„Wir trennen uns jedenfalls nicht im Streit, sondern es soll ein Impuls für die neue Saison und die mit der neuen Generali-Arena beginnende neue Ära des Clubs sein“, erklärte Kraetschmer in der Clubaussendung weiter. Gemeinsam mit Letsch und Muhr will der Manager den Umbau der Mannschaft nun weiter vorantreiben und dabei „die Kräfte bündeln“.

Teil des Umbaus

Der Zeitpunkt der Trennung von Wohlfahrt überrascht dennoch ein wenig. In den vergangenen Wochen posierte der Ex-Internationale noch mit den Neuverpflichtungen der Favoritner. Bei Muhrs Bestellung „freute“ sich Wohlfahrt noch über die künftige Zusammenarbeit. Über die genaue Arbeitsverteilung wurde aber bereits damals spekuliert.

Dass Wohlfahrt im Jänner, und damit ein halbes Jahr vor Ende der ursprünglichen Laufzeit, mitten in einer schon damals unzufriedenstellend verlaufenen Saison einen neuen Vertrag erhalten hatte, bleibt ebenfalls ein wenig ein Rätsel. Zugutehalten muss man ihm, dass in seine Amtszeit auch Verpflichtungen wie jene von Larry Kayode, Robert Almer und Raphael Holzhauser fielen.

Die Austria setzt ihren Umbau damit auch auf operativer Ebene fort. Der Kader wurde bereits mit neuen Kräften verstärkt, nachdem mit Saisonende elf Spieler verabschiedet worden waren. Gekommen sind bisher Torhüter Ivan Lucic, Verteidiger Christian Schoissengeyr, die Mittelfeldspieler Maximilian Sax, James Jeggo und Uros Matic sowie Stürmer Alon Turgeman.

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