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„Bringen FIFA in eine neue Ära“

Gianni Infantino kandidiert für eine zweite Amtszeit als FIFA-Präsident. Das kündigte der Schweizer in seiner Schlussrede beim Kongress des Fußballweltverbandes am Mittwoch in Moskau an. „Wir haben eine Vision für den Fußball. Wir transformieren die FIFA. Wir bringen die FIFA in eine neue Ära“, sagte Infantino. „Ich verkünde euch allen - ich werde mich wieder zur Wahl stellen in Paris.“

In der französischen Hauptstadt findet am 5. Juni 2019 der nächste FIFA-Kongress statt, bei dem auch die Präsidentschaftswahl ansteht. Infantino war am 26. Februar 2016 überraschend zum Nachfolger von FIFA-Chef Joseph Blatter gekürt worden. Der damalige UEFA-Generalsekretär war nur angetreten, weil Michel Platini im Zuge der diversen Korruptionsskandale gesperrt worden war. Er setzte sich in einer Kampfabstimmung überraschend gegen den favorisierten Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa durch.

Ob der 48-Jährige im kommenden Jahr einen Gegenkandidaten haben wird, ist noch unklar. Nach den neuen FIFA-Statuten kann Infantino noch zweimal für vier Jahre wiedergewählt werden. In seiner bisherigen Amtszeit stellte der Schweizer die Reform des skandalerschütterten Weltverbands in den Fokus. Kritiker werfen ihm vor, Grundsätze des Prozesses zur Demokratisierung zu missachten. So wurde unter anderem auf sein Betreiben die Spitze der Ethikkommission neu besetzt.

Finanziell wieder auf Kurs

Immerhin kann sich der 48-Jährige damit rühmen, dass die FIFA im Jahr 2017 weniger Verlust gemacht hat als erwartet und sich der Weltverband damit bei der Konsolidierung seiner Finanzen auf einem guten Weg sieht. Wie die FIFA mitteilte, wurde das Vorjahr mit einem Verlust von 189 Millionen Dollar (160,33 Mio. Euro) abgeschlossen. Kalkuliert hatte die FIFA allerdings sogar ein Nettonegativergebnis von 443 Millionen Dollar (375,81 Mio. Euro). Die Reserven sanken somit unter die Milliardenmarke und lagen zum Jahresabschluss bei 930 Millionen US-Dollar (788,94 Mio. Euro).

Die FIFA hatte nach den Skandaljahren unter Blatter ihr Finanzsystem umgestellt und berechnet die kalkulierten Einnahmen in WM-Jahren nun erst zum Abschluss eines Vierjahreszyklus. Da die WM die Haupteinnahmequelle des Weltverbandes ist, rechnet die FIFA in ihrem Finanzausblick mit einem Anstieg der Reserven in diesem Jahr auf 1,653 Milliarden Dollar (1,4 Mrd. Euro). „Die finanzielle Zukunft sieht noch rosiger aus“, betonte Infantino.

Der für den Zyklus 2015 bis 2018 erwartete Gesamtertrag von 5,656 Milliarden Dollar (4,8 Mrd. Euro) sei mit vertraglich festgesetzten 5,555 Milliarden Dollar (4,71 Mrd. Euro) zu 98 Prozent gesichert, heißt es im Finanzbericht. Unter anderem durch hohe Justizkosten im Zuge der diversen Korruptionsskandale war die FIFA in den vergangenen Jahren finanziell in Bedrängnis geraten. Zudem hatten mehrere Topsponsoren ihre Verträge nicht verlängert.

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