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Schonkost im Luschniki-Stadion

Frankreich und Dänemark haben am Dienstag bei der Fußball-WM in Russland für das erste torlose Remis der Endrunde gesorgt. In einer Partie mit wenigen Höhepunkten bestimmte die „Equipe Tricolore“ zwar das Spielgeschehen, da beiden Nationen aber ein Punkt zum Aufstieg reichte, nahmen sowohl die Franzosen als auch die Dänen im Luschniki-Stadion im letzten Gruppenspiel nicht mehr volles Risiko.

Frankreich steht damit mit zwei Siegen und einem Remis sowie sieben Punkten als Gruppensieger fest. Dahinter folgen die Dänen, denen ein Sieg und zwei Remis zum ersten Aufstieg in ein WM-Achtelfinale seit 2002 reichten. Da sich im Parallelspiel Peru klar mit 2:0 (1:0) gegen Australien durchsetzte, verdrängten die Südamerikaner die „Socceros“ noch vom dritten Platz. Die Australier hätten bei einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage von Dänemark noch den Aufstieg schaffen können.

Beide Trainer lassen kräftig rotieren

Didier Deschamps mischte seine Startelf kräftig durcheinander. Der Vizeeuropameister ging etwa ohne Einsergoalie Hugo Lloris, Torjäger Kylian Mbappe und Starspieler Paul Pogba ins letzte Gruppenspiel. Auch die Defensivspieler Samuel Umtiti und Benjamin Pavard fehlten in der Aufstellung, die Deschamps im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Peru gleich auf sechs Positionen veränderte. Ousmane Dembele und Thomas Lemar rückten in die Offensive, im Tor stand Steve Mandanda.

Jannik Vestergaard (DEN) und Antoine Griezmann (FRA)

AP/David Vincent

Die Zuschauer im Luschniki-Stadion erlebten beim Gipfeltreffen der Gruppe C wenige Höhepunkte

Auch die Dänen wechselten nach dem 1:1 gegen Australien dreimal. Der gelbgesperrte Yussuf Poulsen wurde im Sturm von Martin Brathwaite vertreten, dazu setzte Teamchef Age Hareide im Vergleich zu seiner bisherigen Formation auf einen Defensivspieler mehr: Mathias Jörgensen rückte zusätzlich in die Abwehrreihe. Dafür musste Mittelfeldspieler Lasse Schöne auf die Bank. Wie Frankreich (Pogba, Corentin Tolisso und Blaise Matuidi) hatte auch Dänemark mit Thomas Delaney und Pione Sisto Spieler, die von einer Sperre bedroht waren.

Frankreich wartet zunächst ab

Befürchtungen, dass es aufgrund der Tabellensituation über 90 Minuten lang eine taktisches Ballgeschiebe werden könnte, erteilten die Dänen zumindest zu Beginn eine Absage. Während die Franzosen zunächst auf einen kontrollierten und gemächlichen Spielaufbau setzten, stellten die Dänen die „Equipe Tricolore“ mit aggressiven Gegenpressing und Steilpässen in die Spitze in den Anfangsminuten auf die Probe, es fehlte aber die Präzision.

Schöne Parade von Schmeichel (15. Minute)

Die erste Topchance haben die Franzosen. Schmeichel hält sehenswert. Der Szene geht ein Foul im Strafraum, das nicht gegeben wird, zuvor.

Frankreich benötigte etwas Anlauf- und Bedenkzeit, um sich erstmals nach vorne zu wagen. In der 15. Minute konnte sich dann aber gleich Kasper Schmeichel auszeichnen. Olivier Giroud übernahm eine zu kurze Abwehr im Strafraum volley und zirkelte den Ball Richtung linkes Kreuzeck. Schmeichel hatte aber aufgepasst und konnte zum Corner klären. Auf die erste richtig gefährliche Aktion der Dänen mussten die Fans noch länger warten, diese sorgte aber gleich für Aufregung.

Pattstellung im Luschniki-Stadion

Thomas Delaney schickte auf der linken Seite Andreas Cornelius die Linie entlang. Der Legionär von Atalanta Bergamo ließ gleich zwei Franzosen stehen und setzte mit einem gut getimten Stanglass Christian Eriksen in der Mitte ein. Nur um Zentimeter rutschte der Tottenham-Legionär aber ebenso wie Frankreich-Schlussmann Mandanda am Ball vorbei (31.). Mit vereinten Kräften konnten die Franzosen die Situation bereinigen.

Gefährlicher Konter der Dänen (29. Minute)

Eriksen wird knapp vor dem Abschluss mit vereinten Kräften gestoppt. Zuvor zeigen die Dänen ihr Durchsetzungsvermögen.

Auf der Gegenseite probierte es Dembele mit einem Weitschuss, der Barcelona-Legionär verfehlte aber klar sein Ziel. Schmeichel wäre zudem dran gewesen (33.). Wenig später fiel ein Schuss von Griezmann zu schwach aus (39.). Eine knappe Abseitsstellung des Goalgetters von Europa-League-Sieger Atletico Madrid und ein taktisches Foul von Mathias Jörgensen verhinderten kurz vor der Pause zwei weitere Chancen. Fast schon logisch verabschiedeten sich die beiden Teams mit einem torlosen Remis in die Kabine, sehr zur Unzufriedenheit der 78.000 Zuschauer.

Wenige Höhepunkte nach der Pause

Auch in den zweiten 45 Minuten waren Höhepunkte Mangelware, erst eine Unsicherheit von Mandanda sorgte auf den Tribünen doch noch einmal für ein Raunen. Der Marseille-Torhüter ließ einen Freistoß von Eriksen abklatschen, bändigte den Ball aber mit etwas Mühe und gerade noch vor dem herbeieilenden Cornelius im Nachfassen (54.).

Je länger die Partie dauerte, desto mehr verlagerte sich das Spielgeschehen ins Mittelfeld. Immerhin bot sich nun einigen Spielern die Gelegenheit, sich für die K.-o.-Phase zu empfehlen. So probierte es der eben erst für Griezmann eingewechselte Nabil Fekir knapp außerhalb des Strafraums mit einem Gewaltschuss, der Ball landete aber im Außennetz (70.). In der 82. Minute entschärfte schließlich Schmeichel einen Versuch des 24-jährigen Lyon-Angreifers. Am 0:0 sollte sich jedoch nichts mehr ändern. Schiedsrichter Sandro Ricci erlöste die Zuschauer nach 93 Minuten, einige hatten da aber schon das Weite gesucht.

Stimmen zum Spiel:

Didier Deschamps (Frankreich-Trainer): „Wir haben das Notwendigste getan und wollten den ersten Platz halten. Sie (die Dänen, Anm.) kamen ja nicht. Wenn sie nur einen Punkt wollten, warum sollten wir dann ein Risiko eingehen?“

Age Hareide (Dänemark-Trainer): „Wir sind sehr kompakt gestanden, die Franzosen sind sehr gefährlich mit ihren Konterattacken. Wir haben sehr hart gearbeitet, die Disziplin meiner Mannschaft hat mich überzeugt.“

Fußball-WM, Gruppe C

Dienstag:

Dänemark - Frankreich 0:0

Moskau, Luschniki-Stadion, 78.000 Zuschauer, SR Ricci (BRA)

Dänemark: Schmeichel - Dalsgaard, Kjaer, Christensen, Stryger Larsen - Jörgensen, Delaney (92./Lerager), Eriksen, Cornelius (75./Dolberg), Sisto (60./Fischer) - Braithwaite

Frankreich: Mandanda - Sidibe, Varane, Kimpembe, Hernandez (50./Mendy) - Kante, N’Zonzi - Dembele (78./Mbappe), Griezmann (68./Fekir), Lemar - Giroud

Gelbe Karten: Jörgensen bzw. keine

Die Besten: Kjaer, Schmeichel bzw. Mandanda, Kante

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