Radsport

Felix Großschartner und Christina Schweinberger haben am Sonntag drei Tage nach ihren Triumphen im Zeitfahren auch die österreichischen Rad-Straßenmeisterschaften für sich entschieden. Großschartner siegte nach 195 Kilometern und 4:35:59 Stunden in Judendorf-Straßengel im Pulk vor Patrick Gamper und Lukas Pöstelberger, es ist der bis dato erste ÖM-Straßentitel für den 28-jährigen Oberösterreicher. „Es freut mich, dass meine Zeit gekommen ist, um Meister zu werden“, sagte der glückliche Sieger.

Meister-Double für Großschartner und Schweinberger

Schweinberger schlägt Kiesenhofer im Sprint

Ebenso knapp ging es bei den Frauen her, auch hier gab es eine Premierensiegerin. Nach 87,5 Kilometern behielt die Tirolerin Schweinberger im Sprint vor Anna Kiesenhofer die Oberhand, ihre Zwillingsschwester Kathrin Schweinberger hatte als Dritte bereits 1:22 Minuten Rückstand und verpasste damit den dritten Triumph in Serie. Der Straßen-Olympiasiegerin Kiesenhofer missglückte die Revanche für Donnerstag, als sie Christina Schweinberger um hauchdünne 0,23 Sekunden unterlegen war.

„Ich weiß grad gar nicht, was ich sagen soll. Klar arbeitet man darauf hin. Aber um hier nun vorne zu sein, gehört so viel dazu. Ich kann es noch gar nicht glauben“, schilderte die 25-Jährige ihre Gefühle nach dem Sieg.

Rallye

Der Finne Kalle Rovanperä hat am Sonntag die Kenia-Rallye gewonnen. Der WM-Führende feierte im Toyota seinen vierten Saisonsieg, er verwies den Waliser Elfyn Evans und den Japaner Takamoto Katsuta auf die Ränge zwei und drei. Die ersten vier Plätze gingen allesamt an Toyota-Piloten.

Kalle Rovanperä beim Fahren
APA/AFP/Tony Karumba

In der WM-Wertung führt Rovanperä mit 145 Zählern 65 Punkte vor dem Belgier Thierry Neuville (Hyundai), der in Kenia hinter dem achtfachen Weltmeister Sebastien Ogier Fünfter wurde. „Das war die härteste Rallye, die ich je gefahren bin“, meinte der 21-jährige Finne nach dem sechsten Saisonrennen im Ziel.

Loeb erlebt Schrecksekunde

Eine tierische Schrecksekunde erlebte der neunmalige Titelträger Sebastien Loeb in der afrikanischen Savanne. Als auf einem schmalen Weg plötzlich ein Zebra auf der Strecke auftauchte, vermied der Franzose, der am Ende Achter wurde, geistesgegenwärtig mit einem Ausweichmanöver einen Crash. „Das ist die Safari Rallye Kenia“, schrieb der 48-jährige Ford-Pilot auf Twitter kurz darauf.

Leichtathletik

Am Wochenende ist es bei den Leichtathletikmeisterschaften der Deutschen in Berlin und der Franzosen in Caen zu Zwischenfällen gekommen. In Caen wurde der Hürdenläufer Wilfried Happio kurz vor seinem Rennen am Samstag von einem Unbekannten attackiert und im Gesicht verletzt. Mit Pflaster und Stirnband über einem Auge lief er trotzdem zum Titel und zum WM-Ticket über 400 Meter Hürden.

Wie die dpa berichtete, ketteten sich am Sonntag im Berliner Olympiastadion zwei Personen an die Hochsprunganlage. Ihr Motiv war zunächst unklar, sie wurden von Sicherheitspersonal weggeführt.

Golf

Lukas Nemecz hat beim mit 2 Millionen Euro dotierten DP-World-Tour-Turnier in München einen Top-Ten-Platz knapp verpasst. Der Steirer spielte am Sonntag eine 70er-Runde und beendete das Turnier im Golfclub München Eichenried mit 274 Schlägen (14 unter Par) auf Rang 13, es war sein bestes Ergebnis seit Februar. Bernd Wiesberger benötigte insgesamt elf Strokes mehr und kam auf Platz 61. Es siegte der Chinese Li Haotong im Stechen gegen den Belgier Thomas Pieters.

Rang 13 für Nemecz in München

Nemecz lag am Sonntag lange auf Top-Ten-Kurs, bis ihm am elften Loch ein doppelter Schlagverlust unterlief. Das konnte der 32-Jährige allerdings durch ein Eagle auf der 18 wieder ausbügeln. Für Nemecz ist es die beste Platzierung auf der Tour seit seinem dritten Platz Anfang Februar in Ras al-Chaimah.

„Es war ein gutes Turnier, ich fahre mit einem super Gefühl nach Hause.“ Dass er am Schlusstag noch drei Plätze verloren hatte, „zipfte“ ihn an, aber er sei froh, wie er sich im Spiel gehalten habe. „Das lange Spiel war definitiv nicht so gut wie in den letzten Tagen. Aber ich habe mich super mit dem kurzen Spiel und dem Putten retten können.“ Weiter geht es für ihn in Irland und danach in den USA.

Inkonstante Leistung von Wiesberger

Wiesberger zeigte sich auch am Schlusstag inkonstant. Der Burgenländer spielte ein Eagle sowie fünf Birdies, dem fügte er noch sechs Bogeys und ein Doppel-Bogey hinzu. Am Ende kam eine 73er-Runde bzw. ein Gesamtscore von 285 Schlägen (drei unter Par) heraus. „Ich bin froh, dass ich heute mein schwaches Spiel diese Woche mit ein paar späten Birdies mildern konnte“, meinte Wiesberger danach via Instagram.

Für den 36-Jährigen könnte es der vorerst letzte Auftritt auf der World Tour (ehemals European Tour) gewesen sein. Kommendes Wochenende ist ein Start in Portland/Oregon bei der umstrittenen Konkurrenzserie LIV Golf geplant, sein Antreten dort bestätigte Wiesberger am Sonntag noch einmal. Damit drohen ihm weitere Sanktionen seitens der DP World Tour, sollte er keine Freigabe erhalten. Für seine Teilnahme beim Londoner LIV-Invitational war Wiesberger von der World Tour am Freitag zu einer Geldstrafe und Sperre für drei Turniere im Juli verdonnert worden.

Football

Die Prague Black Panthers haben am Sonntag mit dem 19:7-Auswärtserfolg bei den Znojmo Knights aus eigener Kraft das Play-off-Ticket in der Austrian Football League (AFL) gelöst. Zumindest theoretisch im Play-off-Rennen bleiben die Salzburg Ducks, die beim 32:38-Heimsieg über die Telfs Patriots ihren vierten Erfolg en suite einfuhren.

Dank dieser Schützenhilfe sind vor der letzten Runde sämtliche Rechenspiele für die Vienna Vikings beendet, die nun fix im Play-off stehen.

Mehr dazu in Austrian Football League

Schwimm-WM

In einem chaotischen Freiwasserrennen bei den Schwimmweltmeisterschaften in Ungarn sind am Sonntag vier Nationen disqualifiziert worden. Die zu diesem Zeitpunkt vorne schwimmenden Teams aus Griechenland, Südkorea, Südafrika und Spanien wurden in der Staffel über 4 x 1,5 Kilometer kurz nach dem ersten Wechsel aus dem Rennen genommen. Sie hatten wohl einen falschen Weg im Lupa-See gewählt.

Schwimmer springt in Lupa-See
Reuters/Antonio Bronic

Von der Disqualifikation profitierte das deutsche Team, das sich nach 1:04:40,5 Stunden den WM-Titel sicherte. Im Kampf um Silber und Bronze gab es ein Fotofinish zwischen Ungarn und Italien.

Fußball

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin befürchtet trotz des anstehenden Prozesses vor dem Europäischen Gerichtshof nicht, dass das umstrittene Super-League-Projekt noch umgesetzt wird. „Was die Entscheidung des Gerichts auch sein mag, sie ändert nichts: Das Projekt ist tot, weil niemand mitmachen will“, sagte der 54-Jährige im Interview der italienischen Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“.

UEFA Präsident Aleksander Ceferin
Reuters/Leonhard Foeger

Im Streit um die Gründung der Liga bestehend aus europäischen Topclubs sind für Mitte Juli Verhandlungen angesetzt. Zuvor hatten sich aber bereits zahlreiche Vereine von dem Projekt abgewendet, das noch von Real Madrid, Barcelona und Juventus Turin weiter betrieben wird.

Der Präsident des Europäischen Fußballverbands kritisierte außerdem die Trainer von Liverpool und Manchester City, Jürgen Klopp und Josep Guardiola. „Es ist einfach, immer die FIFA und die UEFA anzugreifen, aber die Diskussion ist einfach: Wenn du weniger spielst, verringern sich die Gehälter“, sagte er. Die beiden Premier-League-Trainer hatten zuvor Pläne für mehr Turniere und damit auch mehr Spiele kritisiert. „Wer sich beschweren sollte, sind die Arbeiter mit monatlich tausend Euro in den Fabriken“, sagte Ceferin.

Ceferin bemängelte auch die Haltung vieler Vereine beim Thema Belastung in den internationalen Wettbewerben. „Alle wollen mehr Pokalspiele, dann gibt es Meisterschaften mit 20 Mannschaften, nationale Pokale und in manchen Ländern einen Ligapokal. Niemand verzichtet auf etwas“, kritisierte der UEFA-Präsident.

Hertha BSC wird ab sofort von einem ehemaligen Ultra als Präsident angeführt. Die Mitglieder des deutschen Fußballbundesligisten wagten am Sonntag eine kleine Revolution und wählten den Kommunikationsmanager Kay Bernstein. Der 41-Jährige erhielt 1.670 von 3.016 gültigen Stimmen und setzte sich gegen den Wunschkandidaten des Aufsichtsrates und langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten, Frank Steffel, sowie Außenseiter Marvin Brumme durch.

Die Wahl ist ein Sieg für die aktive Fanszene und eine herbe Niederlage für das Establishment des Clubs. Bernstein war einst Vorsänger in der Ostkurve des Clubs und engagiert sich noch heute für soziale Projekte der Fans. Erfahrung an der Spitze eines Vereins oder als Funktionär hat er nicht. Er wolle ein Team aufbauen, es brauche einen Burgfrieden mit allen in und um den Verein, worin er auch Investor Lars Windhorst einschloss, sagte Bernstein.

Die Berliner haben turbulente Monate hinter sich. Erst in der Relegation schafften die Berliner unter Felix Magath Ende Mai den Klassenerhalt in der Bundesliga. Nur einen Tag später trat der umstrittene Präsident Werner Gegenbauer nach 14 Jahren im Amt zurück.

Gareth Bale hat seinen Wechsel von Real Madrid in die US-amerikanische Major League Soccer (MLS) bestätigt. Im Trikot des Los Angeles FC und mit Kappe auf dem Kopf präsentierte sich der 32-jährige Waliser in der Nacht auf Sonntag bei Twitter. Drüber schrieb er: „Bis bald, Los Angeles.“

Bale soll sich einem Bericht von „The Athletic“ zufolge auf einen Einjahresvertrag geeinigt haben und zusätzlich eine Option erhalten, seinen Vertrag um weitere 18 Monate verlängern zu können. Sein Vertrag bei Real endet diesen Monat. Bale war im September 2013 von Tottenham Hotspur zu den „Königlichen“ gewechselt.

Mit der Ablösesumme von 101 Millionen Euro galt der Angreifer damals als teuerster Spieler der Welt. Er gewann mit Real allein fünfmal die Champions League, spielte aber seit Längerem auf dem Platz keine große Rolle mehr. Auch verletzungsbedingt kam er in der zurückliegenden Saison auf gerade mal fünf Einsätze in der Liga beim spanischen Meister. Sein designierter neuer Club führt derzeit die Western Conference in der MLS an.

Kanu

Einen Tag nach Gold im Kajak-Einer über die olympische 1.000-m-Distanz hat der Niederösterreicher Timon Maurer bei der Nachwuchs-EM der Flachwasserkanuten in Belgrad nachgelegt. Am Sonntag triumphierte Maurer auch über 500 m, ließ in der starken Zeit von 1:37,652 Minuten den Polen Wiktor Leszczynski und den Schweden Dennis Kernen hinter sich.

Corinna Kuhnle und Viktoria Wolffhardt haben sich beim Weltcup im Wildwasser-Slalom in Ljubljana (Slowenien) in der neuen olympischen Disziplin Extremslalom als Zweite und Dritte nur der Britin Kimberley Woods geschlagen geben müssen. Bei den Männern siegte der Schwede Isak Öhrstrom, Felix Oschmautz wurde 17.

Im Canadier-Einer belegte Wolffhardt beim Sieg von der Britin Mallory Franklin den 14. Platz.

Segeln

Die österreichischen Segler Lara Vadlau/Lukas Mähr haben den 470er-Bewerb bei der Kieler Woche auf Platz sechs abgeschlossen. Das einzige Boot des Österreichischen Segel-Verbandes (OeSV) in den Medal Races landete am Sonntag in der finalen Wettfahrt an der achten Stelle und verlor dadurch noch zwei Positionen. Trotzdem holten Vadlau/Mähr auch bei ihrer dritten großen Regatta in diesem Jahr ein Top-Ten-Ergebnis.

Dementsprechend zufrieden bilanzierte Vorschoter Mähr: „Wir haben eine supercoole Woche hinter uns. Der Abschluss mit Rang sechs ist okay, damit muss man sich nicht verstecken. Es gab aber sehr viele lehrreiche Momente, von denen wir in Zukunft noch viel profitieren werden.“

Dennoch bestehe Steigerungspotenzial. „Wir haben noch Luft nach oben und höhere Ziele. Für diese müssen wir noch kräftig trainieren – aber schon bei der nächsten Regatta wollen wir besser sein“, sagte Mähr. Das Duo reist nun wieder zurück nach Marseille, wo der nächste Trainingsblock ansteht. Die nächste große Regatta der beiden ist die EM in Cesme (Türkei) Mitte September.

Mountainbike

Die Estin Greete Steinburg bei den Frauen und der Kolumbianer Hector Leonardo Paez bei den Männern haben am Sonntag die 23. Mountainbike Alpentour Trophy gewonnen. Beide verteidigten auf der vierten und letzten Etappe ihre Gesamtführung. Für den zweifachen MTB-Marathon-Weltmeister Paez war es bereits der dritte Trophy-Gesamterfolg, während die Estin erstmals ganz oben stand. Der Vorarlberger Daniel Geismayr wurde hinter Paez Zweiter.

Im finalen Zeitfahren holte sich der Kolumbianer seinen dritten Tageserfolg. Damit sicherte er sich auch den Sieg in der Bergwertung. In der Gesamtwertung betrug sein Vorsprung über zehn Minuten auf Geismayr. Steinburg reichte nach zwei Tagessiegen der vierte Rang zum Abschluss, um bei den Frauen zu triumphieren.

1:37 Stunden benötigte der frühere Skispringer Andreas Goldberger im Zeitfahren für seine Auffahrt von Schladming auf die Schafalm. „Es war richtig hart. Die Hitze war brutal, wie im Backofen. Aber das war sicher eine gute Vorbereitung für Australien“, schilderte der Oberösterreicher, der im November die Crocodile Trophy in Australien in Angriff nehmen will und die Tage in der Steiermark zum Training nutzte.

Triathlon

Tjebbe Kaindl hat bei der Triathlon-WM-Serie in Montreal im Supersprint einen Platz im Vorderfeld verpasst. Der Tiroler scheiterte bereits in der Qualifikation und wurde 48. Es gewann der Brite Alex Yee, bei den Frauen siegte dessen Landsfrau Georgia Taylor-Brown. Österreicherinnen waren nicht am Start.