Medien

Der ORF hat mit seinen Übertragungen von den Olympischen Winterspielen in Peking insgesamt 5,4 Millionen Zuseherinnen und Zuseher erreicht (weitester Seherkreis). Das entspricht 72 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab zwölf Jahren. Das Interesse war damit etwas höher als an den Winterspielen vor vier Jahren in Pyeongchang. Damals erreichte der ORF 5,3 Millionen Personen bzw. 71 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung.

Meistgesehenes Sportereignis war der zweite Durchgang im Herren-RTL mit einer Durchschnittsreichweite von 721.000 Zuschauerinnen und Zuschauern bei einem Marktanteil von 68 Prozent.

Unter den Top Ten landeten auch das Skispringen der Herren auf der Normalschanze (649.000, 46 Prozent Marktanteil), der vierte Lauf beim Einzelrodeln der Männer (616.000, 42 Prozent), das Olympia-Studio am 6. Februar (571.000, 40 Prozent), das Skispringen der Herren auf der Großschanze (565.000, 49 Prozent), Herren-Skispringen Team-Bewerb (516.000, 50 Prozent), die Biathlon-Verfolgung der Damen (483.000, 49 Prozent), der zweite Durchgang im Damen-RTL (480.000, 61 Prozent), der zweite Durchgang im Herren-Slalom (476.000, 70 Prozent) und der Kombi-Slalom der Herren (463.000, 64 Prozent).

40 Mio. Seitenabrufe auf Olympia-Sonderseite

Die für die Olympischen Winterspiele eingerichtete Sonderseite auf sport.orf.at erreichte vom 1. bis 20. Februar insgesamt rund 40 Millionen Seitenabrufe. Stärkster Tag war mit 3,8 Millionen Seitenabrufen der 10. Februar, an dem sich Johannes Strolz in der alpinen Kombination und Alessandro Hämmerle im Snowboardcross Gold sicherten.

Das ORF-Streamingangebot wurde insgesamt 115 Millionen Minuten genutzt, wobei vier Millionen Nettoviews (zusammenhängende Nutzungsvorgänge) und 13,8 Millionen Bruttoviews (Videostarts) zwischen 4. und 20. Februar in Österreich zustande kamen. Meistgesehener Livestream war der zweite Durchgang des Herren-Slaloms mit einer Durchschnittsreichweite von rund 52.000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Medaillen

In der undankbaren „Blechwertung“ der vierten Plätze liegt das Team des Russischen Olympischen Komitees (ROC) auf Platz eins. Russische Sportlerinnen und Sportler landeten bei den Olympischen Winterspielen in Peking 13-mal auf Rang vier, dahinter folgten die USA mit elf und Deutschland mit zehn vierten Plätzen.

Österreichs Athleten haben achtmal die Medaillenränge nur um einen Platz verpasst und sind in dieser Wertung gemeinsam mit Kanada und der Schweiz auf Rang vier.

Die Schweiz blickt auf die medaillenmäßig erfolgreichsten Winterspiele ihrer Geschichte zurück. Mit siebenmal Gold, zweimal Silber und fünfmal Bronze landeten die Eidgenossen im Medaillenspiegel unmittelbar hinter Österreich auf Platz acht. Die bisherigen Schweizer Rekordspiele waren jene von Sotschi 2014, damals gewann man ebenso oft Gold und Silber – aber nur zweimal Bronze.

Bei der Medaillenanzahl liegen Calgary 1988 und Pyeongchang 2018 mit jeweils 15 noch knapp vor Peking 2022 (14). Vor 34 Jahren in Calgary fanden allerdings nur 46 Bewerbe statt – und damit weniger als die Hälfte der 109 von Peking.

Eiskunstlauf

Die spanische Eiskunstläuferin Laura Barquero ist bei den Olympischen Winterspielen in Peking positiv auf das verbotene Steroid Clostebol getestet worden. Dies teilte die International Testing Agency (ITA) am Dienstag auf Twitter mit.

Barquero war in der Paarlauf-Konkurrenz gemeinsam mit Marco Zandron Elfte geworden. Die positive Dopingprobe hatte sie laut ITA schon nach dem Kurzprogramm abgegeben. Nun folgt eine Anhörung des Falls vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS).

Barquero hat damit für den vierten positiven Dopingtest bei den am Sonntag beendeten Winterspielen gesorgt. Zuvor waren der iranische Skirennfahrer Hossein Saveh Shemshaki sowie die Bobfahrerin Lidija Hunko und Langläuferin Valentina Kaminska (beide Ukraine) positiv getestet worden.

Nach ihrem Kürdrama und dem Dopingskandal bei den Olympischen Winterspielen in Peking hat sich Russlands Eiskunstlaufstar Kamila Walijewa erstmals zu Wort gemeldet und dabei vor allem ihrer umstrittenen Trainerin Eteri Tutberidse gedankt.

„Meine ersten Olympischen Spiele sind endlich vorbei, und ich möchte denen danken, die mich zu diesem wichtigsten Ereignis im Leben eines Athleten geführt haben – meinen Trainern“, schrieb die 15-Jährige am Montag auf Instagram.

Dabei zu sehen war ein Bild mit ihr und Tutberidse sowie Daniil Gleichengauz und Sergej Dudakow. Die drei seien „absolute Meister“ ihres Fachs. „Und sie trainieren nicht nur, sondern lehren uns auch, uns selbst zu überwinden, was nicht nur im Sport, sondern auch im Leben hilft“, hieß es.

Mit ihnen an ihrer Seite fühlte sie sich sicher und in der Lage, jede Prüfung zu bestehen. „Danke, dass ihr mir helft, stark zu sein“, schrieb Walijewa weiter, die sich auch bei ihrem Team, ihrem Land und den Menschen auf der ganzen Welt bedankte: „Ich werde mich immer daran erinnern, euch dankbar sein und für euch eislaufen.“

Kritik an Reaktion von Trainerin

Walijewa hatte mit dem Team Gold im Mannschaftswettbewerb gewonnen. Danach durfte sie nach einem tagelangen Wirbel um eine positive Dopingprobe im Einzel starten, führte nach dem Kurzprogramm, hielt dann aber dem großen öffentlichen Druck nicht stand und verpasste als Vierte eine Medaille.

Von ihrer 47-jährigen Trainerin Tutberidse erhielt die weinende Walijewa danach keinen Trost, sondern harsche Worte. IOC-Chef Thomas Bach hatte das Verhalten von Tutberidse kritisiert. „Mir lief es kalt über den Rücken, zu sehen, was da geschah“, hatte Bach gesagt und von einer eiskalten Atmosphäre gesprochen.

Coronavirus

Zum Abschluss der Olympischen Winterspiele in Peking hat es erneut keine neuen Coronavirus-Infektionen gegeben. Wie die Organisatoren am Montag mitteilten, wurden bei den gut 65.000 Coronavirus-Tests, die am Sonntag in der abgeschlossenen Blase genommen wurden, keine neuen Infektionen entdeckt.

Während der Spiele, die am Sonntag mit der Abschlussfeier im Pekinger „Vogelnest-Stadion“ endeten, waren unter allen Beteiligten mehr als 1,8 Millionen Tests durchgeführt worden.

Strikte Schutzmaßnahmen

Die Gesamtzahl der Infektionen im geschlossenen System seit dem 23. Jänner lag bei 437. Im Flughafen wurden bei den Ankommenden 265 Coronavirus-Infektionen festgestellt.

Während zu Beginn der Spiele zeitweise mehr als 30 Infektionen pro Tag registriert worden waren, lag die Zahl neuer Fälle zuletzt in der Regel im niedrigen einstelligen Bereich. An mehreren Tagen wurden überhaupt keine Fälle gemeldet. Die Organisatoren werteten das als Erfolg für die strikten Schutzmaßnahmen.

Bei den Winterspielen galten strenge Vorsichtsmaßnahmen. Alle Teilnehmer, von Athleten über Betreuer bis zu Journalisten, durften sich nur innerhalb der Olympiablase bewegen und waren vom Rest des Landes komplett abgetrennt. Wer sich mit dem Virus ansteckte, wurde in einem eigens dafür vorgesehenen Hotel isoliert.

Ehrung

Goldmedaillengewinnerin Anna Gasser ist am Sonntag in ihrer Heimatgemeinde Millstatt jubelnd empfangen worden. Mit einem Sprung, den sie nie zuvor gezeigt hatte, gewann sie Gold im Big Air bei den Olympischen Spielen in Peking.

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Freestyle

Swiss-Ski hat bei der Disziplinarkommission des Internationalen Ski-Verbands (FIS) gegen die Wertung des olympischen Frauen-Wettkampfs im Skicross und die zuungunsten der Schweizerin Fanny Smith ausgefallenen Juryentscheidung Rekurs eingelegt. Das sagte Ralph Stöckli, der Delegationschef von Swiss Olympic, im Rahmen seiner Abschlussmedienkonferenz.

Smith hatte im Finale die Ziellinie als Dritte überquert, war anschließend aber wegen eines angeblich absichtlichen Kontakts mit der Deutschen Daniela Maier auf Platz vier zurückversetzt worden. Maier „erbte“ damit die Bronzemedaille.

Ralph Pfäffli, der Cheftrainer der Schweizer Skicrosser, hatte bereits unmittelbar nach dem Rennen juristische Schritte nicht ausgeschlossen, gleichzeitig aber auch festgehalten, dass die Erfolgschancen auf eine Änderung des Klassements gering sind. Pfäffli: „Es handelt sich wohl um so etwas wie einen Tatsachenentscheid im Fußball.“

Splitter

Für seine Siegesfeier hatte der dreifache Langlauf-Olympiasieger Alexander Bolschunow ganz besonderes Schuhwerk eingepackt. Nach seinem Goldtriumph beim wegen extremer Kälte und starken Windes auf 28,4 Kilometer verkürzten Langlauf-Abschluss trat der Russe mit goldenen Schuhen zur „Venue Ceremony“ und ließ sich feiern.

Hintergrund

Bereits am vorletzten Tag der Wintespiele in Peking hat Roswitha Stadlober eine erste, „hervorragende“ Olympiabilanz in ihrer noch kurzen Amtszeit als ÖSV-Präsidentin gezogen. „Mit dieser Medaillenbilanz habe ich natürlich nicht im Geringsten gerechnet. Ich habe gesagt, mit zehn plus bin ich schon sehr zufrieden, mit 14 Medaillen aber ist es einfach großartig“, sagte die noch bei den Peking-Spielen weilende Stadlober am Samstag.

„Ich bin hochzufrieden und bin dankbar und stolz auf das gesamte Team. Es wurde hervorragend gearbeitet. Ich glaube, wir waren gut vorbereitet und daher auch diese tolle, großartige Bilanz“, so die Salzburgerin unabhängig vom Ausgang der noch ausstehenden Bewerbe, vor allem dem alpinen Teambewerb, der auf Sonntag verschoben werden musste.

Erfolgreicher als 2018

Die Winterspiele von Peking fielen mit bisher 14 Medaillen für den Skiverband – sechsmal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze – erfolgreicher als vor vier Jahren in Pyeongchang (11/viermal Gold) aus. Österreichs Skiverband stellt mit Ausnahme der Kufen-Eissportarten alle Olympiateilnehmer. Gesamt hält das ÖOC-Team bei diesen Winterspielen bei 17 Medaillen.

Bis kurz vor Ende der Olympischen Winterspiele von Peking haben 97.000 Zuschauer und damit weniger als geplant die Wettbewerbe besucht. Diese Zahl nannte Zhang Jiandong, Vizepräsident des Organisationskomitees, bei der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Samstag in Peking. Vor der Eröffnungsfeier hatten die Organisatoren noch angekündigt, dass rund 150.000 Besucher von außerhalb der geschlossenen „Blase“ bei den Spielen zugelassen werden würden.

Wegen der Coronavirus-Pandemie waren in Peking keine Fans aus dem Ausland erlaubt. Auch in China gingen keine Tickets in den freien Verkauf, nur ausgewählte Zuschauer sollten Zugang erhalten. China verfolgt eine strikte Null-Covid-Politik. Alle Beteiligten an den Winterspielen bewegten sich in abgeschotteten Zonen und sollten keinen Kontakt zur chinesischen Bevölkerung haben.