Snowboard

Karl fährt zu Gold, Ulbing holt Silber

Jubeltag für Österreichs Snowboarder im olympischen Parallel-Riesentorlauf: Benjamin Karl holte am Dienstag im Secret Garden in Zhangjiakou mit 36 Jahren Gold nach einem Finalsieg über den Slowenen Tim Mastnak. Bereits zuvor hatte sich Daniela Ulbing erst im Großen Finale der tschechischen Favoritin Ester Ledecka beugen müssen. Die 23-jährige Kärntnerin holte also Silber.

Karl konnte im Siegerinterview mit dem ORF seine Glücksgefühle kaum in Worte fassen: „Danke, Mama! Danke meiner Familie! Danke allen Partnern, die mich unterstützen. Das ist ein Lebenprojekt, Olympiasieger zu werden. Das habe ich mir als Zehnjähriger auf einen Zettel geschrieben. Ja, geil. Ich liebe so Heldenstorys. Zweite Plätze sind auch schön, aber ein Olympiasieg ist ein Olympiasieg.“

Auch die „Silberne“ Ulbing war mehr als zufrieden über ihre Medaille: „Wenn man für die harte Arbeit belohnt wird, ist das schon sehr schön, und es war alles definitiv wert. Die letzten Tage war herausfordernd, und heute es so hinunterzubringen war auch nicht leicht. Ich freu mich auch für den Benji.“

Jubeltag für Österreichs Snowboarder

Im Snowboard-Parallel-Riesenslalom gibt es für Österreich gleich zwei Medaillen: Silber durch Daniela Ulbing bei den Damen und bei den Herren holt Benjamin Karl Gold.

Österreich hält damit nach Super-G-Gold durch Matthias Mayer bereits bei sieben Medaillen. Karl komplettierte damit seinen olympischen Medaillensatz nach Silber 2010 und Bronze 2014. Der Niederösterreicher ist unter anderem auch fünffacher Weltmeister.

„Das ist wirklich was Besonderes“

„Ich habe wirklich versucht, den Tag einfach zu genießen, weil es nicht selbstverständlich ist, dass man da am Start stehen kann“, sagte Ulbing. „Das ist mir dann ganz gut gelungen.“ Olympia sei ein Event, der nur alle vier Jahre passiere.

„Das ist wirklich was Besonderes. Überhaupt da zu sein und in Zeiten wie diesen am Start zu stehen“, sagte sie in Gedanken an ihre Teamkollegin Sabine Schöffmann, die wegen CoV kurzfristig ausgefallen war. „Es bedeutet sehr viel, dass ich da sechs Läufe fahren habe dürfen und am Podest stehe.“ An Schöffmann habe sie mehrmals gedacht. „Ich hoffe, dass sie das gut verkraftet.“

Im Finale gegen Ledecka hat die Kärntnerin „noch einmal Vollgas“ gegeben. „Es ist immer wieder cool, gegen sie zu fahren, aber es ist sich leider nicht ausgegangen“, sagte Ulbing, die es fast ihrem schon zum dritten Mal vergoldeten Kärntner Landsmann Mayer nachgemacht hätte.

Karl war nicht zu stoppen

Karl, der mit der Tochter des Ex-Alpin-Skiläufers Werner Grissmann, Nina, verheiratet ist, hatte sich im Viertelfinale gegen seinen Landsmann Alexander Payer (8.) durchgesetzt, während sich Andreas Prommegger dem Italiener Roland Fischnaller beugen musste. Karl „rächte“ Prommegger, der schließlich Sechster wurde, und schlug auch Fischnaller. Die Qualifikation als Einziger des ÖSV-Sextetts nicht geschafft hatte Lukas Mathies als 23.

Gold für Benjamin Karl beim Snowboard-Riesentorlauf

Beim Snowboard-Riesentorlauf triumphierte Benjamin Karl im Duell mit dem Slowenen Tim Mastnak und konnte sich die Goldmedaille sichern.

Bei den Frauen hatte Ulbing mit einem Viertelfinal-Sieg über die deutsche Favoritin Ramona Hofmeister mit 0,14 Sekunden Vorsprung den Grundstein zur Medaille gelegt. Ulbing setzte sich in der Folge gegen die später mit Bronze belohnte Slowenin Gloria Kotnik durch und musste sich dann im Kampf um Gold der nunmehr schon dreifachen Olympiasiegerin Ledecka geschlagen geben.

Dujmovits stürzt im Viertelfinale

Für Österreichs Olympiasiegerin Julia Dujmovits kam im Viertelfinale das Aus. Sie stürzte im oberen Teil ihres Viertelfinal-Laufs gegen die Niederländerin Michelle Dekker und wurde Sechste. „Bei Olympia muss man attackieren. Ich bin sehr gut reingekommen und war vielleicht bei einem Tor zu direkt, wo ich die Schläge erwischt habe. Die waren unmöglich zu stehen“, sagte sie über ihren Sturz.

Sie nahm aber nur Positives mit: „Grundsätzlich war es ein richtig cooler Tag und eines der schönsten Rennen, die ich jemals gefahren bin. Ich gehe mit einem riesengroßen Lächeln von diesem Rennen weg.“