Lukas Greiderer (AUT)
GEPA/Patrick Steiner
Nordische Kombination

Team-Bewerb als heißer Medaillentipp

Eine Chance gibt es für Österreichs Kombinierer bei den Olympischen Spielen noch und die wurde bei vergangenen Anlässen meist genutzt. Der Team-Bewerb von der Großschanze bildet für Johannes Lamparter und Co. am Donnerstag (4 x 5-km-Langlauf ab 12.00 Uhr MEZ, live in ORF1) den Abschluss in Zhangjiakou. Bei den letzten vier Großereignissen gab es jeweils Bronze, diesmal will das ÖOC-Team aber noch mehr. Die Ausgangsposition nach dem Springen ist perfekt: Das ÖSV-Quartett geht als Erster in die Loipe.

Gleich nach Rang drei vor knapp einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Oberstdorf hatte sich das damalige Quartett darauf verständigt, dass es bei den Spielen in China auch gerne mehr sein darf. „Wir sind in der Kabine zusammengesessen und haben gesagt, dass wir auch einmal ganz top stehen müssen“, verriet Mario Seidl der APA. Die Goldmission war ins Visier genommen. „Dafür haben wir auch hart gearbeitet.“

Der Salzburger hatte zuletzt bei Großereignissen ein Bronzeabonnement, seit 2017 war er immer dabei. Doch Seidl fehlt diesmal, Cheftrainer Christoph Eugen entschied sich stattdessen für Martin Fritz. Mit ihm im Team sind Johannes Lamparter, Lukas Greiderer und Franz-Josef Rehrl. Eugen: „Wir glauben, dass wir aufgrund der Laufstärke, die wir bei dieser Strecke auch brauchen werden, mit diesen vier besser aufgestellt sind.“

Kampfansage an Norwegen und Deutschland

Damit ist keiner mehr aus dem Bronzeteam von 2018 im Aufgebot, von der Seefeld-WM 2019 nur Rehrl. Der hat in seiner Comebacksaison nach einem Kreuzbandriss die Einzelplätze neun und elf vorzuweisen und ist motiviert. „Wir hoffen, dass wir sie herausfordern können“, meinte er in Richtung Norweger und Deutsche. „Auf der Schanze gehören wir sicher zu den Stärkeren. Aber ich glaube auch, dass wir auf der Loipe nicht schlecht sind.“

Zwar stellten in den Einzel-Bewerben die Deutschen mit Vinzenz Geiger und die Norweger mit Jörgen Graabak die Olympiasieger und wirkten gesamt in der Loipe stabiler. Rehrl wies aber darauf hin, dass für jeden nur fünf statt zehn Kilometer zu laufen sind. „Auf den schnelleren Sachen sind wir nicht so schlecht unterwegs. Das Stehvermögen und die Härte sind da.“ Besonders auch bei Fritz, wie der Steirer in dieser Saison schon mehrmals zeigte.

Kurze Laufstrecke als Vorteil

Greiderer hat mit Bronze im Normalschanzen-Bewerb schon eine Medaille und er war als Fünfter auch im Großschanzen-Event der Beste seines Teams. Bald nach dem Zieleinlauf hatte der Tiroler aber seinen Fokus bereits auf den Mannschafts-Bewerb gerichtet. Er sieht die Chance gegen den Titelverteidiger nicht schlecht, da in Addition der Leistungen vom Großschanzen-Bewerb das deutsche Team hinter dem österreichischen war.

Mario Seidl, Lukas Klapfer, Lukas Greiderer und Johannes Lamparter (AUT)
GEPA/Christian Walgram
Bei den letzten Großereignissen waren Österreichs Kombinierer immer für eine Medaille gut

Bei den Deutschen kommt der erst vor Kurzem aus der Coronavirus-Quarantäne entlassene Eric Frenzel zum Einsatz, und da hat Greiderer eine eigene Meinung. „Der 5er ist noch einmal hochpulsiger, intensiver – ich glaube, er kann kein gutes Rennen laufen.“ So war es jedenfalls dem auch isoliert gewesenen Norweger Jarl Magnus Riiber im Einzel ergangen, nach überlegenem Sprungsieg wurde er Achter. Nun hat er aber doch zwei Tage mehr Training.

Lamparter ist zuversichtlich

Riiber war vor vier Jahren bei seinen ersten Spielen wie Lamparter ohne Einzel-Medaille geblieben, mit der Mannschaft holte er Silber. Für den Tiroler Weltcup-Führenden könnte es nun ähnlich laufen, nachdem er bisher Vierter und Sechster war. „Das Ziel wird sein, auf alle Fälle wieder gut springen. Bei fünf Kilometer passiert es eher nicht so, dass man so einbricht“, bezog er sich auf den letzten, giftigen Anstieg. „Aber es heißt auch hier, gut einteilen.“

Seit den Spielen 2014 und damit sechsmal bei Großereignissen in Folge lieferten sich im Team-Bewerb die Norweger und die Deutschen einen Kampf um Gold und Silber, die letzten viermal waren die Österreicher Dritte. Nach dem Doppelsieg von der Großschanze durch Graabak und Jens Luraas Oftebro sowie mit Riiber sind die Skandinavier Favoriten. Zu beachten werden auch wie immer die Japaner sein, freilich braucht der bronzene Akito Watabe dafür Unterstützung.