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Fünf Tore sorgen für klare Verhältnisse

Der Gastgeber kann aufatmen, Russlands Nationalteam hat einen perfekten Start in die WM 2018 hingelegt. Vor 78.011 Zuschauern im Moskauer Luschniki-Stadion gewannen die Russen das Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien klar mit 5:0 (2:0). In einer Partie, die über weite Strecken unterhaltsamer verlief als angenommen, war die Mannschaft von Cheftrainer Stanislaw Tschertschessow klar besser. Der erlösende Auftaktsieg sorgte in der WM-Nation am Donnerstag für die erste Welle der Euphorie.

Juri Gasinski (12.) wurde mit seinem frühen Kopfballtreffer zum ersten Torschützen dieser WM. Der von der Ersatzbank gekommene Denis Tscheryschew (43.) legte noch vor der Pause zum 2:0 nach. Artjom Dsjuba (71.), ebenfalls unmittelbar davor eingewechselt, sorgte mit einem weiteren Kopfballtor für das 3:0. Bereits in der Nachspielzeit (91.) erzielte Tscheryschew mit seinem zweiten Tor das 4:0. Und in der 94. Minute schlug auch noch Alexander Golowin zum 5:0-Endstand zu. In der Gruppe A geht es am Freitag (14.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) mit dem Duell zwischen Uruguay und Ägypten weiter. Bis dahin wird in Russland ordentlich gefeiert.

Russland gewinnt WM-Auftaktspiel

In Moskau wurde am Donnerstag die 21. Fußball-WM eröffnet. 64 Spiele werden ausgetragen, ehe am 15. Juli der neue Weltmeister feststehen wird. Gastgeber Russland gelang zum Start ein 5:0-Sieg gegen Saudi Arabien.

Gasinski sorgt für russischen Traumstart

Bereits drei Stunden vor Spielbeginn hatte das altehrwürdige, für die WM aber um Hunderte Millionen Euro modernisierte Luschniki-Stadion seine Pforten geöffnet. So groß war die Vorfreude der glücklichen Fans, die zum Großteil sündteure Eintrittskarten ergattert hatten, dass die Eröffnungs- und Finalarena bereits eine Stunde vor Spielbeginn bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Eröffnungsshow mit Robbie Williams und Aida Garifullina hatte das Publikum zusätzlich angeheizt, Russlands Präsident Wladimir Putin eine Eröffnungsrede gehalten und FIFA-Boss Gianni Infantino noch ein paar offizielle Worte hinzugefügt.

Russlands Juri Gasinski schießt ein Tor gegen Saudi-Arabien

APA/AP/Darko Bandic

Juri Gasinski brachte die „Sbornaja“ in der zwölften Minute auf die Siegerstraße

Nach den Hymnen war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Es konnte losgehen. Schiedsrichter Nestor Pitana aus Argentinien pfiff die Fußball-WM 2018 endlich an. Das Gastgeberteam von Cheftrainer Tschertschessow hatte die Erwartungen mit schwachen Auftritten in den letzten Monaten auf ein Minimum reduziert. Und dann dauerte es nicht einmal zwölf Minuten, ehe Gasinski die WM-Nation mit seinem technisch feinen Kopfballtor zum 1:0 erlöste. Ohrenbetäubender, befreiter Jubel auf den Rängen folgte auf den ersten Treffer des WM-Turniers, dem eine punktgenaue Flanke von Alexander Golowin vorangegangen war.

Elferalarm und dann noch einmal Jubel

Die Führung der Hausherren war auch nicht unverdient, denn Alan Dsagojew knapp davor und Fjodor Smolow unmittelbar danach hatten gut herausgespielte Torchancen für Russland ausgelassen. Saudi-Arabien versteckte sich nicht, spielte teilweise mutig nach vorn und hatte in den ersten 30 Minuten auch die eine oder andere Strafraumaktion. Doch die Russen agierten zielorientierter und waren den „Grünen Falken“ körperlich überlegen. Elfmeteralarm gab es in der 35. Minute, als Roman Sobnin im Strafraum der Saudis bei einem Laufduell zu Fall kam. Doch der Pfiff des Schiedsrichters blieb ebenso aus wie ein Kontrollruf des Videoreferees.

Russlands Denis Tscheryschew schießt ein Tor gegen Saudi-Arabien

APA/AP/Victor Caivano

Der eingewechselte Denis Tscheryschew traf gleich im Doppelpack

Schwalbe war es mit Sicherheit keine, so viel konnte nach Ansicht der TV-Wiederholungen festgehalten werden. Da hatte der Außenseiter Glück, was auch der fragende bis böse Blick Tschertschessows in Richtung des Unparteiischen ausdrückte. Und Russland gab weiter Gas, drang in der Folge noch einige Male gefährlich in den gegnerischen Sechzehner ein. Der zuvor für den verletzten Stürmer Dsagojew eingewechselte Tscheryschew setzte sich vor dem Tor gegen zwei saudische Verteidiger durch und knallte den Ball aus kurzer Distanz mit dem linken Fuß unter die Latte. Das 2:0 (43.) stellte die Weichen auf Sieg für Russland.

Saudis laufen noch in ein Debakel

Keeper Abdullah al-Majuf traf bei beiden Toren keine Schuld. Man durfte gespannt sein, wie seine Vorderleute auf die zwei russischen Nackenschläge nach der Pause reagieren würden. Schwungvoll ging es nach Seitenwechsel weiter, allerdings waren dafür wieder die nun sichtlich befreiten Gastgeber verantwortlich. Den Saudis gingen langsam, aber sicher die Kräfte aus. Die Ideen im Offensivspiel waren ihnen schon davor ausgegangen. Russland reichte der Schongang, um die Führung sicher über die ersten zehn Minuten der zweiten Spielhälfte zu bringen. Auch die Fans waren ruhiger.

Russlands Artjom Dsjuba schießt ein Tor gegen Saudi-Arabien

AP/Hassan Ammar

Artjom Dsjuba stellte in der 71. Minute per Kopf auf 3:0

Doch dann hätte der asiatische Underdog dem russischen Bären beinahe ein böses Erwachen beschert. Denn in der 56. Minute tauchten plötzlich Mohammed al-Sahlawi und Taissir al-Dschassim brandgefährlich vor Russlands unterbeschäftigtem Goalie Igor Akinfejew auf. Beide konnten eine gefährliche Hereingabe von rechts jedoch nicht entsprechend verarbeiten und vergaben so eine gute Gelegenheit, das Match noch einmal spannend zu machen. Und so blieb es Dsjuba vorbehalten, in der 71. Minute des mittlerweile etwas schwächer gewordenen Spiels mit dem dritten Tor endgültig für klare Verhältnisse zu sorgen.

Zwei Tore in Nachspielzeit

Wieder war es ein Kopfball, der das „Luschniki“ noch einmal zum Beben brachte. Und erneut war es Golowin, der mit einer Maßflanke die Vorarbeit geleistet hatte. Dsjuba war außerdem so wie der zweite Torschütze Tscheryschew von der Ersatzbank gekommen. Nur eine Minute vor dem Tor hatte Tschertschessow zum zweiten Mal an diesem Abend ein goldenes Händchen bewiesen.

Im Finish ließen seine Spieler nichts mehr anbrennen, im Gegenteil: Tscheryschew schlug nach Vorlage von Dsjuba in der 91. Minute noch einmal zu und schenkte den mittlerweile wehrlosen Saudis das bittere 4:0 ein. Und in der 94. Minute sorgte Golowin mit einem herrlichen Freistoß von der Strafraumgrenze für den Schlusspunkt.

WM in Russland, Gruppe A

Donnerstag:

Russland - Saudi-Arabien 5:0 (2:0)

Moskau, Luschniki-Stadion, 78.011 Zuschauer, SR Pitana (ARG)

Torfolge:
1:0 Gasinski (12.)
2:0 Tscheryschew (43.)
3:0 Dsjuba (71.)
4:0 Tscheryschew (91.)
5:0 Golowin (94.)

Russland: Akinfejew - Fernandes, Kutepow, Ignaschewitsch, Schirkow - Gasinski, Sobnin - Samedow (64./Kusjajew), Golowin, Dsagojew (24./Tscheryschew) - Smolow (70./Dsjuba)

Saudi-Arabien: Majuf - Schahrani, Osama Hausawi, Omar Hausawi, Buraik - Atif (64./Muwallad) - Schahri (74./Bahbir), Dschassim, Farradsch, Dausari - Sahlawi (84./Assiri)

Gelbe Karten: Golowin bzw. Dschassim

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