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Australien macht „Les Bleus“ Leben schwer

Frankreich hat zum Auftakt der Fußball-WM in Russland einen schwer erkämpften Sieg gefeiert. Der Vizeeuropameister setzte sich am Samstag gegen Australien knapp mit 2:1 (0:0) durch. In Kasan brachte Antoine Griezmann die offensiv lange ideenlosen Franzosen per Foulelfmeter nach dem ersten Videobeweis des Turniers in Führung (58.).

Mile Jedinak erzielte den Ausgleich für die „Socceroos“ (62./Handelfmeter), ehe ein Eigentor (81.) in Gruppe C für die Entscheidung sorgte. Die hochbegabte Offensive um Griezmann, Kylian Mbappe und Ousmane Dembele konnte ihr Potenzial über 90 Minuten nur andeuten, auch weil sich die australischen Abwehr mit allen Mitteln zur Wehr setzte. Die von Bert van Marwijk betreuten Socceroos durften bis zum Finish vom ersten Punktgewinn bei einer WM seit acht Jahren träumen.

2:1 für Frankreich durch Pogba (80. Minute)

Der Schuss von Pogba wird von einem Australier abgefälscht, geht dadurch an die Querlatte und unhaltbar für Goalie Mat Ryan ins Tor.

Frankreich mit starken ersten zehn Minuten

„Wir haben das erste Spiel gewonnen, das ist das Wichtigste. Es war kompliziert zu spielen heute, die Australier haben es uns schwer gemacht“, sagte Frankreich-Teamchef Didier Deschamps nach dem Match erleichtert.

Entsprechend der verteilten Rollen übernahm der Vizeeuropameister das Kommando. Gleich in der zweiten Minute gab Mbappe einen scharfen Schuss aus spitzem Winkel ab, den Mat Ryan abwehrte. Drei Minuten später trat Paul Pogba mit einem Freistoß in Aktion, in der sechsten Minute hielt Ryan einen Griezmann-Schuss vom Sechzehner. Alle Aktionen der „Les Bleus“ waren aber letztendlich zu harmlos und ungefährlich.

Australien hält dagegen

In der zwölften Minute machten sich dann die „Socceroos“ erstmals bemerkbar: Mathew Lecki köpfelte einen Freistoß aber weit über das Tor, eine Minute später kassierte der Hertha-Legionär nach einem Foul an Lucas Hernandez die erste Gelbe Karte.

Nach 16 Minuten kamen die Australier wie aus dem Nichts zur bisher besten Chance des Spiels. Corentin Tolisso beförderte einen Freistoß von Aaron Mooy fast ins eigene Tor, Goalie Hugo Lloris glänzte erstmals mit einer tollen Parade. Auch in der 28. Minuten prüften die Australier Lloris mit einem gefährlichen Freistoß erneut.

Schiedsrichter Andres Cunha

AP/David Vincent

Schiedsrichter Andres Cunha aus Uruguay entschied nach Videobeweis zum Ärger der Australier auf Elfmeter

Kurz darauf versuchte Griezmann einen Alleingang, doch Trent Sainsbury vereitelte eine mögliche Torchance. Bis zur Pause verflachte das Spiel zusehends, Chancen waren Mangelware. Die Australier setzten einzelne Nadelstiche. Didier Deschamps feuerte seine Elf von der Bank aus unermüdlich an.

Zwei Elfer in vier Minuten

In der 54. Minute wurde Griezmann im gegnerischen Strafraum von Joshua Risdon zu Fall gebracht. Doch erst rund eine Minute später entschied Schiedsrichter Andres Cunha (URU) nach ausgiebigem Studium des Videobeweises auf Elfmeter. Griezmann selbst verwandelte den Strafstoß in Minute 58 sicher zur 1:0-Führung.

Jedinak mit dem Ausgleich (62.)

Samuel Umtiti macht im Strafraum ein Handspiel, Mile Jedinak tritt an und gleicht zum 1:1 aus.

Drei Minuten später herrschte dann helle Aufregung im französischen Strafraum. Nach einem Handspiel von Verteidiger Samuel Umtiti deutete Referee Cunha neuerlich auf den Elferpunkt. Kapitän Jedinak, der bei Aston Villa sein Geld verdient, verwandelte staubtrocken zum 1:1.

1:0 für Frankreich (58.)

Nach der Entscheidung des Videoschiedsrichters gibt es nach dem Foul an Griezmann Elfmeter. Der Gefoulte schießt selbst und verwandelt souverän.

Eigentor entscheidet das Match

In der 80. Minute folgte schließlich die Erlösung für Frankreich. Ein durch den Australier Aziz Behich abgelenkter Heber von Pogba landete an der Latte und fiel von dieser hinter die Torlinie. Nach Überprüfung per Video wurde das Tor zur 2:1-Führung (und zum Endstand) gegeben, sehr zur Enttäuschung der zahlreich anwesenden australischen Fans. Der Treffer wurde am Tag danach nachträglich von der FIFA als Eigentor gewertet.

Mathew Ryan (AUS)

AP/Darko Bandic

Australiens Tormann Mat Ryan konnte dem abgefälschten Ball nur noch hinterherblicken

Der Vizeeuropameister darf sich damit zwar über die ersten drei Punkte freuen, die Offensive um Griezmann - mit sechs Toren Schützenkönig und bester Spieler der Heim-EM 2016 - und Co. blieb aber zum Auftakt noch vieles schuldig.

Stimmen zum Spiel:

Didier Deschamps (Frankreich-Teamchef): „Es hat uns an Bewegung gefehlt, wir haben in Ballbesitz zu wenig gemacht, die Pässe sind nicht angekommen, es gab zu wenig gefährliche Aktionen. Das ist eine Weltmeisterschaft, man muss um den Titel kämpfen. Wir müssen noch einen besseren Job machen.“

Bert van Marwijk: „Wir haben durch ein glückliches Tor (für Frankreich) verloren. Aber wir können stolz sein, wie wir gegen eines der besten Teams der Welt gespielt haben. Wir hatten unsere Chancen, hätten auch das 2:1 machen können. Nach meinem Gefühl, war das kein Elfer, aber ich muss es erst richtig sehen. Ich bin enttäuscht, wir hätten zumindest einen Punkt verdient.“

Fußball-WM, Gruppe C

Samstag

Frankreich - Australien 2:1 (0:0)

Kasan, Kasan-Arena, 41.500 Zuschauer, SR Cunha (URU)

Torfolge:
1:0 Griezmann (58./Elfmeter)
1:1 Jedinak (62./Elfmeter)
2:1 Behich (81./Eigentor)

Frankreich: Lloris - Pavard, Varane, Umtiti, Hernandez - Tolisso (78./Matuidi), Kante, Pogba - Dembele (70./Fekir), Mbappe, Griezmann (70./Giroud)

Australien: Ryan - Risdon, Milligan, Sainsbury, Behich - Jedinak, Mooy - Leckie, Rogic (72./Irvine), Kruse (85./Arzani) - Nabbout (64./Juric)

Gelbe Karten: Tolisso bzw. Leckie, Risdon, Behich

Die besten Spieler: Griezmann, Kante, Tolisso bzw. Jedinak, Mooy

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