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Mit Punktemaximum ins Achtelfinale

Uruguay hat am Montag Gastgeber Russland noch den Sieg in Gruppe A weggeschnappt. Die Südamerikaner setzten sich in Samara im Duell der beiden bereits zuvor fix für das Achtelfinale qualifizierten Nationen mit 3:0 (2:0) durch und beendeten die Vorrunde mit dem Punktemaximum. Uruguay trifft damit in der nächsten Runde am Samstag auf Portugal. Russland fordert am Sonntag Spanien.

Uruguay, das auch im dritten WM-Spiel ohne Gegentor blieb, ging vor 45.000 Fans durch einen Freistoß von Luis Suarez in der zehnten Minute in Führung. Denis Tscheryschew sorgte mit dem insgesamt sechsten Eigentor bei dieser WM bereits in der 23. Minute für eine Vorentscheidung. Für den Endstand sorgte kurz vor Schluss Edinson Cavani (90.). Russland beendete die Partie mit nur zu zehn Mann, nachdem Igor Smolnikow die Gelb-Rote Karte (36.) gesehen hatte.

Spieler von Uruguay jubeln

AP/Hassan Ammar

Uruguays Teamspieler freuen sich über einen unerwartet klaren Sieg über Gastgeber Russland

Schnelle Führung für Uruguay

Die Teamchefs Stanislaw Tschertschessow und Oscar Tabarez nahmen personelle Veränderungen vor. Bei Russland saß etwa der mit einer Gelben Karte vorbelastete Alexander Golowin nur auf der Bank. In der Startelf von Uruguay gab es gleich vier Änderungen im Vergleich zum Sieg gegen Saudi-Arabien. Die Offensivstars Cavani und Suarez waren aber mit von der Partie, in der den Russen bereits ein Remis für den Gruppensieg reichte.

Nach einem von Matias Vecino abgegebenen Weitschuss, der einen halben Meter neben das Tor ging (2.), geriet das Ziel des Gastgebers aber schon in Gefahr. Suarez besorgte nämlich bereits in der zehnten Minute die Führung für die Südamerikaner. Der Barcelona-Stürmer trat zu einem Freistoß an der Strafraumgrenze an und versenkte den Ball scharf im Tormanneck. Russland-Goalie Igor Akinfejew sah nicht gut aus. Kurz darauf hatte Tscheryschew die Ausgleichschance, schoss aber zu zentral (12.).

Das 1:0 durch Suarez

Ein Freistoßtreffer von Luis Suarez bringt Uruguay gegen den WM-Gastgeber früh in Führung (10.).

Eigentor und Ausschluss gegen Russland

Den Fans in Samara wurde eine abwechslungsreiche Anfangsphase geboten. Ein Kopfballaufsitzer von Artjom Dsjuba ging nach einem Corner über das Tor (18.). Noch geriet die weiße Weste bei dieser WM von Uruguay-Goalie Fernando Muslera, der gegen die Russen sein 100. Länderspiel bestritt, noch nicht in Gefahr. Zu der fehlenden Effektivität gesellte sich bei den Russen dann noch Pech. Ein Schuss von Diego Laxalt wurde von Tscheryschew unhaltbar abgelenkt. Nach nur 23 Minuten stand es durch ein Eigentor 2:0 für Uruguay.

Pech für Russland beim 0:2

Ein von Denis Tscheryschew abgefälschter Schuss bringt Uruguay mit 2:0 in Führung. Der Goalie der Russen hat keine Chance (23.).

Russland wollte vor der Pause noch unbedingt den Anschlusstreffer, Uruguay boten sich dadurch Räume für schnelle Gegenstöße. Nach einem weiten Pass hatte Suarez das 3:0 auf dem Fuß. Akinfejew konnte Schlimmeres verhindern. Den Abpraller klärte Roman Sobnin gerade noch vor Cavani (28.). Der nächste Rückschlag für Russland ließ aber nicht lange auf sich warten. Smolnikow sah nach wiederholtem Foulspiel innerhalb von acht Minuten zweimal Gelb und musste bereits in der 36. Minute unter die Dusche.

Rote Karte

APA/AFP/Emmanuel Dunand

Igor Smolnikow kann sich nach seiner Gelb-Roten Karte einen Einsatz im Achtelfinale abschminken

Russland bemüht, Uruguay kontrolliert

Tschertschessow stellte danach um und brachte für Pechvogel Tscheryschew Defensivspieler Mario Fernandes. Zur Pause blieb dann auch noch der ebenfalls verwarnte Juri Gasinski in der Kabine. Für ihn kam Daler Kusjajew. Bei brütender Hitze in Samara war allerdings kein großartiger Sturmlauf der Russen mehr zu erwarten. Dafür war der Gedanke an das Achtelfinale wohl schon zu gegenwärtig. Auch Uruguay ging angesichts der Führung kein zu hohes Tempo mehr.

Trotzdem wollten die Russen ihren Fans, die weiter für eine gute Stimmung sorgten, noch etwas bieten und blieben vor allem über Dsjuba bemüht. Die Südamerikaner hatten ihren Fokus aber auf die Defensive gelegt und ließen vorerst wenig zu. Im Ballbesitz zeigten die „Urus“ hingegen längere Passstafetten und kontrollierten damit die Uhr. In der 64. Minute ging Cavani im Strafraum zu Boden. Der Elferpfiff blieb ohne Kontrolle des Videoschiedsrichters ebenso aus wie großartige Reklamationen.

Cavani setzt den Schlusspunkt

Bei Uruguay war Cavani ein Aktivposten. Der Stürmer von Paris Saint-Germain, der bei dieser WM noch ohne Treffer ist, wollte sich Selbstvertrauen für das Achtelfinale holen. Ein Schuss von ihm auf das lange Eck ging allerdings deutlich am Tor vorbei (69.). Auf der Gegenseite kam Dsjuba nach einem schlechten Abschlag von Muslera zum Schuss. Sein Versuch, den Ball ins Kreuzeck zu zirkeln, schlug aber ziemlich fehl (74.). Uruguay war dem dritten Tor näher als Russland dem Anschlusstreffer.

Bei einem Konter wurde Cavani in aussichtsreicher Position von Suarez zu ungenau angespielt (81.). Kurz vor Schluss holte sich der Torjäger aber dann doch noch seinen individuellen Erfolg. Nach einem Eckball scheitert Uruguay-Kapitän Diego Godin mit einem Kopfball noch an Goalie Akinfejew, der auf der Linie abwehren konnte. Der Ball kam zu Cavani, der aus kurzer Distanz nur noch abstauben musste (90.) und damit den Schlusspunkt setzte.

Das 3:0 durch Cavani

Edinson Cavani, der bis dahin unglücklich agierte, trifft am Ende doch und erzielt sein erstes Tor bei dieser WM (90.).

Stimmen zum Spiel:

Stanislaw Tschertschessow (Russland-Teamchef): „Es ist ganz einfach zusammengefasst: Wir haben mit dem Aufstieg unser Ziel erreicht. In einem Match auf diesem Niveau darfst du nicht mit so einem Fehler starten. Wir haben ihnen das erste Tor geschenkt. Danach haben sie ihr Spiel gespielt, und wir haben auch noch eine Rote Karte bekommen. Psychologisch sind wir aber sehr gut vorbereitet für die nächsten Spiele.“

Oscar Tabarez (Uruguay-Teamchef): „Das Ergebnis und der Gruppensieg freuen mich am meisten. Es ist aber auch toll, dass wir noch kein Gegentor erhalten haben. Das Engagement und die Konzentration meines Teams haben mir sehr gut gefallen. Das gesamte Team war voll fokussiert von Anfang bis zum Schluss und hat den Matchplan gut umgesetzt. Wir hätten auch noch deutlich höher gewinnen können. Wir haben einige Kontersituationen ausgelassen. Manchmal hat das Timing nicht gepasst. Wir müssen uns sehr schnell noch verbessern, weil jedes Spiel in der K.-o.-Phase extrem schwierig wird.“

Luis Suarez (Uruguay-Torschütze): „Wir haben unser Ziel erreicht, Erster der Gruppe zu werden. Wir haben gut Druck gemacht in der ersten Halbzeit. Wir können so langsam anfangen, wieder einmal Geschichte zu schreiben. Ich hoffe, dass es für uns als Mannschaft so weitergeht. In den ersten Spielen willst du vor allem keine Fehler machen und Niederlagen unbedingt vermeiden. Heute sind wir ganz anders ins Spiel gegangen, hatten viel weniger Druck. Das hat man auch auf dem Platz gesehen.“

Fußball-WM, Gruppe A

Montag:

Uruguay - Russland 3:0 (2:0)

Samara-Arena, 41.970 Zuschauer, SR Diedhiou (SEN)

Torfolge:
1:0 Suarez (10.)
2:0 Tscheryschew (23./Eigentor)
3:0 Cavani (90.)

Uruguay: Muslera - Coates, Godin, Caceres – Nandez (73./Rodriguez), Vecino, Torreira, Bentancur (63./De Arrascaeta), Laxalt - Suarez, Cavani (93./M. Gomez)

Russland: Akinfejew - Smolikow, Kutepow, Ignaschewitsch, Kudrjaschow - Sobnin, Gasinski (46./Kusjajew) - Samedow, Mirantschuk (60./Smolow), Tscheryschew (38./Fernandes) - Dsjuba

Gelbe Karten: Bentancur bzw. Gasinski

Die Besten: Suarez, Godin, Torreira bzw. Dsjuba

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