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Match gegen Debütant Panama gedreht

Tunesien hat sich am Donnerstagabend mit einem Sieg von der Fußball-WM in Russland verabschiedet. Die Afrikaner setzten sich im Duell der beiden noch sieglosen Mannschaften in Gruppe G gegen Panama mit 2:1 durch. Die „Canaleros“ gingen durch ein Eigentor von Yassine Meriah (33.) in Führung, Fakhreddine Ben Youssef (51.) und Wahbi Khazri (66.) drehten die Partie gegen den WM-Debütanten.

Beide Teamchefs wurden zum Umbauen gezwungen. Tunesiens Nabil Maaloul veränderte seine Startelf im Vergleich zum 2:5 gegen Belgien an sechs Positionen. Wegen der Verletzungen von Stammkeeper Mouez Hassen und Ersatzmann Farouk Ben Mustapha stand der dritte Goalie Aymen Mathlouthi in Saransk im Tor. Auch die Verteidiger Dylan Bronn und Syam Ben Youssef fehlten nach im Belgien-Match erlittenen Verletzungen.

Zwei Gelb-Sperren bei Panama

Panamas Trainer Hernan Dario Gomez baute seine Mannschaft nach der 1:6-Niederlage gegen England an vier Stellen um. Die Mittelfeldspieler Armando Cooper und Verteidiger Michael Murillo fehlten wegen Gelb-Sperren. Die Defensivspieler Adolfo Machado und Luis Ovalle sowie Stürmer Gabriel Torres und Mittelfeldspieler Ricardo Avila kamen neu in die Startelf.

Gute Chancen waren in der Anfangsphase auf beiden Seiten Mangelware. Die Zuschauer in der Mordowia-Arena sahen erst in der 20. Minute den ersten Schuss aufs Tor. Panamas Goalie Jaime Penedo musste sich beim Schuss von Tunesiens Rami Bedoui ordentlich strecken. Danach traf Ellyes Skhiri den Ball beim Abschluss nicht richtig, Penedo hatte keine Probleme (24.). Die Tunesier übernahmen nun das Kommando, jubeln durfte allerdings der Gegner.

Panama geht überraschend in Führung

Denn mit dem zweiten Schuss aufs Tor von Panama gingen die „Canaleros“ dann überraschend in Führung. Erst konnte Tunesiens Tormann Aymen Mathlouthi einen Weitschuss von Roman Torres noch abwehren, dann kam Jose Luis Rodriguez nach Doppelpass mit Torres aus dem Hinterhalt zum Abschluss. Der Schuss aus rund 25 Metern wurde von Yassine Meriah noch unhaltbar für Tunesiens Kapitän Mathlouthi abgefälscht.

Jubel der Panama-Spieler

APA/AFP/Jack Guez

Panamas Führungstreffer fiel überraschend, denn bis zum Tor hatte Tunesien mehr vom Spiel

Die beste Chance zum Ausgleich vor der Pause fand Tunesien in der Nachtspielzeit vor. Zunächst blockte Fidel Escobar einen Schuss von Wahbi Khazri, dann rettete Panamas Schlussmann Penedo gegen Khazri und Torres klärte (45.+1). Tunesien hatte in der 45 Minuten zwar mehr vom Spiel (65 Prozent Ballbesitz, 10:5 Schüsse, bessere Passquote), konnte allerdings kein Kapital daraus schlagen.

Ben Youssef erzielt 2.500 WM-Tor

Kurz nach der Pause gelang Tunesien der Ausgleich: Khazri machte von der rechten Seite einen schönen Pass ins Zentrum. Dort lauerte Ben Youssef und schloss zum 1:1 ab (51.). Der Stürmer vom saudi-arabischen Club al-Ettifaq ging damit in die Geschichte ein. Es war das insgesamt 2.500 Tor bei Fußballweltmeisterschaften.

Nur zwei Minuten später scheiterte Ben Youssef nach einem schnellen Angriff allein vor Keeper Penedo (53.). Panamas Schlussmann lief gut heraus und rettete beim Schuss des Angreifers mit der Fußspitze. Tunesien drückte weiter und wurde in der 66. Minute mit der Führung belohnt. Khazri musste den Ball nach einem Querpass von Oussama Haddadi nur noch über die Linie drücken.

Der tunesische Torschütze Wahbi Khazri jubelt mit seinen Teamkollegen

APA/AFP/Juan Barreto

Dank Kahzri ging Tunesien in Saransk doch noch als Sieger vom Platz

Den vermeintlichen neuerlichen Ausgleich für Panama durch Edgar Barcenas (77.) erkannte Schiedsrichter Nawaf Shukralla aus Bahrain nicht an. Der Unparteiische hatte zuvor ein Stürmerfoul von Luis Tejada an Meriah gesehen. Panama gab sich noch nicht geschlagen und kam auch noch zu einigen Offensivaktionen.

WM-Neuling tritt Heimreise punktelos an

Der Ausgleich gelang der Mannschaft von Teamchef Gomez aber nicht mehr. Die letzten beiden Chancen hatte Panama in der Nachspielzeit. Zunächst vergab Anibal Godoy mit einem Volleyschuss links am Tor vorbei (93.). Danach landete ein direkter Freistoß von Edgar Barencas direkt in den Händen von Tormann Mathlouthi (96.). Damit musste der Neuling bei seiner ersten WM-Teilnahme punktelos die Heimreise antreten.

Stimmen zum Spiel:

Nabil Maaloul (Teamchef Tunesien): „Heute haben wir verdient gewonnen. Wir haben gewusst, dass wir in dieser Gruppe nach der Papierform am ehesten Dritter werden können. Das haben wir geschafft.“

Hernan Dario Gomez (Teamchef Panama): „Wir haben heute gegen einen technisch starken und schnellen Gegner gespielt. Wir sind zum ersten Mal dabei und wir werden lernen, aber ich lasse nicht zu, dass man uns als schlechtestes Team bezeichnet.“

Fußball-WM, dritter Spieltag Gruppe G

Donnerstag:

Panama - Tunesien 1:2 (1:0)

Saransk, Mordowia-Arena, 37.168 Zuschauer, SR Shukralla (BAH)

Torfolge:
1:0 Meriah (33./Eigentor)
1:1 Ben Youssef (51.)
1:2 Khazri (66.)

Panama: Penedo - Machado, R. Torres (56./Tejada), Escobar, Ovalle - Barcenas, Godoy, Gomez, Avilla (81./Arroyo), J. Rodriguez - G. Torres (46./Cummings)

Tunesien: Mathlouthi - Nagguez, Bedoui, Meriah, Haddadi - Sassi (46./Badri), Shkiri, Chaalai - M. Ben Youssef, Khazri (89./Srarfi), Sliti (77./Khalil)

Gelbe Karten: Avila, Gomez, Tejeda bzw. Sassi, Badri, Chaalali

Die Besten: J. Rodriguez bzw. Ben Youssef

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