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Entscheidung liegt beim Schiedsgericht

Der SC Wiener Neustadt hat in der „Causa Atanga“ das Ständige Neutrale Schiedsgericht angerufen. Sportdirektor Andreas Schicker bestätigte der APA entsprechende Berichte des „Kurier“ und der „Oberösterreichischen Nachrichten“. Der Sportdirektor der Niederösterreicher rechnet mit einer Entscheidung, in welcher Liga es weitergeht, bis Montag (16. Juli).

Seine Arbeit wird durch das Verfahren „natürlich nicht erleichtert“. Aktuell plant der 32-Jährige zweigleisig. „Es ist so, dass für die Bundesliga viele Spieler Verträge haben, die dann wieder schlagend werden.“ Die Unsicherheit, in welcher Liga Wiener Neustadt in der nächsten Saison spielt, wirkt sich natürlich auf die Spielersuche aus.

„Die große Herausforderung besteht darin, Spieler zu finden, die wirtschaftlich für die zweite Liga leistbar sind, aber im Zweifel auch die sportliche Qualität für die Bundesliga haben“, beschrieb Schicker seine Aufgabe. Die Meisterschaft beginnt am 27. Juli. „Bis dahin müssen wir die Mannschaft beisammen haben“, sagte Schicker.

St. Pölten sieht „massiven Schaden“

Wiener Neustadt vertritt den Standpunkt, dass der Einsatz von St. Pöltens David Atanga im Relegationsrückspiel am 3. Juni die FIFA-Regel verletzt habe. Der vom SKN ausgeliehene Ghanaer spielte in der abgelaufenen Saison nicht nur für St. Pölten und Salzburg, sondern zuvor schon für Salzburgs Farmteam FC Liefering.

David Atanga (St.Pölten)

GEPA/Walter Luger

Der Einsatz von David Atanga für St. Pölten im Relegationsspiel hat ein ausgedehntes juristisches Nachspiel

Beide Instanzen der Bundesliga kamen allerdings zu einem anderen Schluss. Gemäß der Entscheidung des Protestkomitees würden es die Kooperationsbestimmungen ermöglichen, dass ein Kooperationsverein die Spielberechtigung des Stammvereins für den Kooperationsspieler nutzen kann.

Wenig Verständnis für das Vorgehen der Wiener Neustädter hat man bei St. Pölten. Die Vorgehensweise füge dem österreichischen Fußball massiven Schaden zu. „In jeder Phase dieses Verfahrens reizt Wiener Neustadt die Fristen bis zur letzten Minute aus. Damit wird es erst unmittelbar vor Meisterschaftsbeginn eine finale Entscheidung geben“, ärgerte sich Präsident Helmut Schwarzl über das „Theater, das schlecht für die gesamte Liga ist“ in einer Aussendung.

Negative Auswirkung auf Vorbereitung

Auch Schicker gab zu, dass sich das juristische Tauziehen negativ auf die Vorbereitung von Wiener Neustadt auswirke. „Es fehlt derzeit doch noch einiges.“ Aktuell werde der Trainingsbetrieb auch mit Testspielern aufrechterhalten. „Aber das werden wir schon hinbekommen“, so der Sportchef zweckoptimistisch.

„Anfang kommender Woche werden wir auch einige neue Spieler begrüßen“, kündigte Schicker an. Mit dem 23-jährigen Offensivspieler Filip Faletar von Schalke II und Innenverteidiger Milos Jovicic (23) von Traiskirchen präsentierten die Niederösterreicher bereits am Dienstag zwei Neuzugänge.

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