Eisel geht Comebackversuch behutsam an

Bernhard Eisel schwankt in der Rehabilitationsphase nach seiner Gehirnblutung zwischen Comebackplänen und Rücktrittsgedanken. Läuft der Heilungsprozess wie erhofft weiter, will Eisel Ende Juli wieder ins Renngeschehen einsteigen. Allerdings spürt der 37-Jährige im Training nach wie vor die Nachwirkungen des Ende April operierten Hämatoms.

Bernhard Eisel

GEPA/frontalvision.com/Arne Mill

„Im Training läuft es ganz gut, aber ich spüre schon noch Druck im Kopf. Man wird bei so einer Verletzung ein bisschen zum Hypochonder. Bei einem Schlüsselbeinbruch ist man in acht bis zehn Wochen wieder zurück, bei meiner Verletzung und in meinem Alter denkt man aber schon öfters ans Aufhören“, sagte Eisel am Donnerstag anlässlich eines Besuches mit seiner Familie bei der Österreich-Rundfahrt in Wenigzell.

„Hämatom war wirklich massiv“

Vor der Entscheidung über sein Comeback gelte es noch einen weiteren MRT-Termin abzuwarten. Jene davor seien glücklicherweise gut verlaufen. „Die MRT haben gezeigt, dass man Folgeschäden ausschließen kann. Das Hämatom war schon wirklich massiv, das Gehirn war acht Millimeter aus der Mitte verschoben“, so Eisel. Das Hämatom stammt von einem schweren Sturz beim Rennen Tirreno-Adriatico im März, Kopfschmerzsymptome sind aber erst mehrere Wochen danach aufgetreten.

Trotz des guten Heilungsverlaufes sei es möglich, dass er in nächster Zeit keine Rennfreigabe erhält. „Die Ärzte sind sehr vorsichtig, das ganz genau abzuklären. Wann es Sinn macht, wieder zurückzukommen. Wie reagiere ich auf Hitze und andere Belastungen“, erläuterte der Steirer mit Wohnsitz in Kärnten. Verläuft alles wie erhofft, will er aber heuer noch einige Rennen fahren und auch noch bis Ende 2019 weitermachen. „Mein Vertrag läuft mit Ende des Jahres aus, ich habe schon Gespräche geführt, aber noch nichts unterschrieben. Wenn ich fahren will und kann, dann möchte ich schon noch ein Jahr anhängen, das wird aber definitiv das letzte sein“, so Eisel.