Bisher keine Dopingfälle in Russland

Bei der Fußball-WM in Russland hat es nach Angaben des Weltverbands FIFA bisher keine Dopingfälle gegeben. Alle Proben im Kontrollsystem, das von Experten kritisiert wird, seien negativ gewesen, teilte die FIFA am Donnerstag mit.

Seit Jänner 2018 seien insgesamt 2.037 Kontrollen durchgeführt und 3.985 Proben gesammelt worden. Dabei sei ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis festgestellt worden, der betroffene Spieler habe über eine medizinische Ausnahmegenehmigung für den nachgewiesen Wirkstoff verfügt. Um welchen Spieler es sich handelt, wurde nicht veröffentlicht.

„Enorme Interessenkonflikte“

Die deutsche Nationale Anti-Doping-Agentur hatte die Dopingkontrollen bei der WM kritisiert und auf „enorme Interessenkonflikte“ hingewiesen, die bestünden, wenn Sportorganisationen selbst für die Dopingverfahren verantwortlich seien. „Der Sport kontrolliert sich hier wieder selbst, davon wollen wir wegkommen“, sagte die NADA-Vorsitzende Andrea Gotzmann.

Die FIFA erklärte, dass der Plan für die Kontrollen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vorgelegt und von dieser abgesegnet worden sei. Alle Spieler seien vor dem Turnier unangekündigten Kontrollen unterzogen worden, dabei seien 2.761 Proben genommen worden. 626 Proben seien während des Turniers genommen worden, davon 108 an spielfreien Tagen. Das ergibt bei 736 Spielern aus 32 Teams, dass im Schnitt pro kompletter Mannschaft gut drei Proben an spielfreien Tagen genommen wurden.