Themenüberblick

Van Avermaet baut Gesamtführung aus

Der Belgier Greg van Avermaet hat auch auf der ersten Alpen-Etappe der Tour de France das Trikot des Spitzenreiters erfolgreich verteidigt. Der Olympiasieger kam am Dienstag auf dem zehnten Teilstück von Annecy über 159 Kilometer nach Le Grand-Bornand als distanziertes Mitglied einer Ausreißergruppe als Vierter ins Ziel und baute seinen Vorsprung damit aus. Die Gruppe der Favoriten auf den Gesamtsieg lag über eineinhalb Minuten hinter ihm.

Der Franzose Julian Alaphilippe sicherte sich auf der Fahrt über vier Pässe seinen ersten Tour-Etappensieg und den umjubelten ersten Heimsieg bei der 105. Auflage der Frankreich-Rundfahrt. Der 26-Jährige setzte sich mehr als eineinhalb Minuten vor dem Spanier Ion Izagirre und dem Esten Rein Taramäe durch und sorgte für den dritten Tageserfolg des Quick-Step-Teams.

Der französische Radprofis Julian Alaphilippe auf der zehnten Etappe der Tour de France

APA/AFP/Jeff Pachoud

Julian Alaphilippe sorgte für den ersten französischen Tagesssieg bei der heurigen Tour de France

Erste Bergankunft am Mittwoch

Der als Klassikerspezialist, aber nicht als exzellenter Kletterer bekannte Van Avermaet fuhr mit einer Fluchtgruppe weg und kann sein am dritten Tag erobertes Gelbes Trikot auch auf der zweiten Alpen-Etappe am Mittwoch von Albertville mit drei langen Anstiegen und einer Bergankunft in La Rosiere tragen. Der 33-Jährige hat nun 2:22 Minuten Vorsprung auf den Briten Geraint Thomas. Dass er seinen Coup wiederholen wird, ist unwahrscheinlich - realistische Chancen auf den Gesamtsieg bei der Tour hat der BMC-Kapitän nicht.

Der führende der Tour de France, Greg Van Avermaet

APA/AFP/Jeff Pachoud

Greg van Avermaet darf auch am Mittwoch das Gelbe Trikot tragen

Hinter Van Avermaet hielten sich die Favoriten beim ersten Abstecher ins Hochgebirge zurück. Die Sky-Mannschaft des britischen Vorjahressiegers Christopher Froome kontrollierte das Geschehen im Peloton, sodass Attacken auch auf den vier schweren Bergen aussichtslos waren.

Alaphilippe, heuer schon Sieger der Fleche Wallonne, sicherte sich mit einem Angriff auf dem letzten Anstieg zum Col de la Colombiere den Sieg, den er auf der finalen Abfahrt sicher verteidigte. „Bei der Tour zu gewinnen ist etwas Großes“, freute er sich.

Spitzengruppe setzt sich früh ab

Nach dem ersten Ruhetag verschwendeten die Radprofis zum Auftakt der Etappe keine Zeit für Sightseeing am malerischen Lac d’Annecy. Kurz nach dem ersten kurzen Anstieg schaffte es eine größere Spitzengruppe von 21 Fahrern, sich vom Feld abzusetzen. Zu den Ausreißern gehörte neben Van Avermaet auch der slowakische Dreifachweltmeister Peter Sagan, der sich als Favorit auf das Grüne Trikot die volle Punktzahl beim Zwischensprint sicherte.

Van Avermaet hielt sich beeindruckend vorne und gehörte auch auf dem Montee du plateau des Glieres, dem ersten Anstieg der höchsten Kategorie bei dieser Tour, zu den ersten Überquerern. Auf einer folgenden kurzen Schotterpassage hatte Froome im Hauptfeld einen Reifenschaden. Der vierfache Tour-Sieger fiel aber nicht weit zurück und konnte den kleinen Rückstand schnell aufholen und fuhr zeitgleich mit den übrigen Anwärtern auf den Gesamtsieg ins Ziel.

Der Niederländer Bauke Mollema, im Team Trek unterstützt von Michael Gogl, und der Pole Rafal Majka aus dem Bora-Team der Österreicher Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger büßten allerdings 51 Sekunden auf die Asse ein. Staatsmeister Pöstlberger hatte es mit seinem Teamkollegen Sagan in die erste Spitzengruppe geschafft, ließ sich aber später zurückfallen und kam als 129. mit 27:50 Minuten Rückstand und damit hinter seinen Landsleuten Gogl (84./21:33) und Mühlberger (110./25:03) ins Ziel.

Link: