Themenüberblick

Letztes Heimrennen in Hockenheim?

Die Vertragsverlängerung von Erzrivale Lewis Hamilton hat Sebastian Vettel lapidar und unaufgeregt kommentiert. Bei der Frage um die Zukunft der Formel 1 in Deutschland schaltete er dagegen in den höchsten Gang. „Es wäre eine Schande, das Rennen zu verlieren“, betonte der Lokalmatador vor dem Rennen auf dem Hockenheimring am Sonntag (15.10 Uhr, live in ORF eins).

Aber auch der 31-Jährige fürchtet, „dass es das letzte Mal für einige Zeit sein wird“. Deutschland sei ein Autoland, so Vettel. Im Gegensatz zu anderen Nationen sei man aber nicht bereit, Geld von öffentlichen Stellen beizusteuern. Ein Ausweg aus dieser Sackgasse ist vorerst nicht in Sicht. Am Wochenende läuft der Vertrag aus. 2019 gibt es definitiv kein Rennen, ob es 2020 weitergeht, ist fraglich.

Sebastian Vettel auf dem Hockenheimring

APA/dpa/Jan Woitas

Sebastian Vettel (kurze Hose) inspizierte am Donnerstag gemeinsam mit Ferrari-Ingenieuren zu Fuß den Hockenheimring

Womöglich wird Vettel am Sonntag also zum letzten Mal vor heimischem Publikum gegen Titelverteidiger Hamilton antreten. In den kommenden Jahren wird er im Kampf um die Einstellung des Titelrekords von Michael Schumacher mit sieben WM-Triumphen den Briten im Silberpfeil dagegen nicht los.

Auch Hamilton gegen Deutschland-Aus

Der 33-jährige Weltmeister und Mercedes verkündeten am Donnerstag zum perfekten PR-Zeitpunkt vor dem Heimrennen des deutschen Werksteams die Verlängerung der Zusammenarbeit bis Ende 2020 - genauso lange läuft auch Vettels Vertrag bei Ferrari. Und Hamilton macht sich für die Fortsetzung der Formel 1 in der Heimat seines Hauptkonkurrenten ebenso stark: „Es ist sehr wichtig, nicht die Grundlage zu verlieren, die die Formel 1 ausmacht. Es ist ein Rennen, das man nicht verlieren darf. Es ist Teil des Erbes.“

Der Teil, den Vettel noch nie gewinnen konnte. Zwar siegte er einmal in Deutschland, das war aber 2013 auf dem Nürburgring. Es war das bisher letzte Rennen der Motorsport-Königsklasse auf dem Kurs in der Eifel. Sollte er nun mit einem Sieg dazu beitragen können, den Grand Prix in Deutschland zu erhalten, „wäre das ein Bonus“, meinte Vettel.

Hoffnung auf deutsche Fans

Auf Unterstützung hofft der Ferrari-Star vonseiten der enttäuschten Fans der deutschen Nationalmannschaft nach der historischen Fußball-WM-Blamage mit dem vorzeitigem Aus in Russland. „Ich hoffe, dass die Leute ihre Fahnen nach der schlechten WM nicht schon weggepackt haben“, sagte Vettel.

Sein Vorsprung auf Hamilton beträgt vor dem elften von 21 Saisonrennen acht Punkte. „Ich habe meine Mission, das ist alles, was zählt“, betonte Vettel auch mit Blick auf die Nachricht von Hamiltons Vertragsverlängerung. Die Mission heißt WM-Titel. Es wäre sein erster mit Ferrari und der insgesamt fünfte. Zwei würden dann noch bis zum Rekord von Schumacher fehlen. Doch auch Hamilton will heuer seinen fünften Titel erobern und hofft deshalb auf eine Wiederholung seines Hockenheim-Sieges von 2016.

Links: