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Dymtschenko im Finish noch abgefangen

Magdalena Lobnig hat am Sonntag bei den Ruder-Europameisterschaften bei Motherwell nahe Glasgow die Silbermedaille im olympischen Einer gewonnen und damit wohl ihr derzeitiges Maximum erreicht. Die Kärntnerin musste sich nur der heuer weiter unbesiegten Schweizerin Jeannine Gmelin um 1,47 Sekunden geschlagengeben.

Im Finish fing Lobnig die Ukrainerin Diana Dymtschenko, die lange auf Silberkurs gelegen war, noch um fünf Hunderstelsekunden ab. Es ist die dritte EM-Medaille der Vorjahres-WM-Dritten Lobnig nach Silber 2013 und Gold 2016.

„Diese Medaille ist hoch einzuschätzen in Anbetracht der Umstände, wie es mir in den letzten Wochen gegangen ist. Ich habe eine solide Performance gebracht“, sagte Lobnig direkt nach der Siegerehrung gegenüber der APA. Die WM-Dritte 2017 hatte sich erst unmittelbar vor dem EM-Auftakt von einem Übertraining etwas erholt und überhaupt erst am Mittwoch zum Start entschlossen.

Magdalena Lobnig

ÖRV/Seyb

Magdalena Lobnig hat mit der Silbermedaille eine Riesenfreude

„Bedeutet mir sehr viel“

„Es bedeutet mir sehr viel, auf dem Podest zu stehen. Mir ging es zuletzt nicht so gut, und ich konnte deshalb nicht so gut trainieren. Umso großartiger ist es Silber zu erhalten“, sagte Lobnig. Auch Dymtschenko war mit Bronze zufrieden. „Ich bin sehr glücklich. Es war ein großartiger Wettkampf.“

Im Vorlauf am Donnerstag hatte Lobnig wie Gmelin als Laufsiegerin den direkten Finaleinzug geschafft und somit zwei Tage zur Erholung und zum Training erhalten. „Das hat geholfen. Da habe ich noch ein bisschen an der Spritzigkeit arbeiten können. Aber man sieht einfach, dass auf der Strecke nicht viel geht. Ich kann mich nicht wirklich auspowern. Das ist so, wie es in Luzern war (Weltcup-Fünfte, Anm.). Der Endspurt hat aber gut funktioniert.“

Alle Kräfte mobilisiert

Lobnig hatte sich im Finale die ersten 500 Meter mit an der Spitze gehalten, beim Tausender war Dymtschenko aber schon an ihr vorbeigegangen. Bei der 1.500-m-Marke betrug der Rückstand auf die Ukrainerin bereits 1,75 Sekunden, vorneweg Gmelin. Die Positionen schienen bezogen. Im letzten Achtel des Rennens mobilisierte die Völkermarkterin aber noch all ihre Reserven und fing Dymtschenko nach Fotofinish-Entscheid noch ab.

„Das war schon überraschend“, sagte Lobnig und zollte Dymtschenko Respekt. „Aber ich habe gewusst, dass ihr Endspurt nicht der beste ist. Die Jeannine war auch nicht so weit weg.“ Der Gewinnerin aller drei heurigen Weltcups nahm Lobnig auf dem letzten 500er sogar noch Zeit ab. Der Eidgenossin sogar noch zuzusetzen, war aber kein Thema mehr. „Ich habe eigentlich gedacht, dass ich beim Start besser wegkomme, aber ich habe mich nicht wirklich lösen können.“

Manoutschehri gewinnt B-Finale

Im B-Finale überzeugte Anja Manoutschehri mit einem Start-Ziel-Sieg im Leichtgewichts-Einer. Sie belegte damit Gesamtrang sieben. Im LG-Doppelzweier wurden Louisa Altenhuber/Laura Arndorfer und Julian Schöberl/Paul Sieber Dritte und Fünfte bzw. Gesamtneunte und -elfte.

„Ich bin wirklich zufrieden. Es ist alles aufgegangen“, sagte Manoutschehri. „Ich habe mich die letzten zwei Wochen nicht gut gefühlt, nicht reingefunden ins Rudern. Es war alles so suboptimal. Deswegen habe ich es nicht ins Finale geschafft.“ Bei der WM in Plowdiw im September nimmt die 23-Jährige einen neuen Anlauf. „Da bin ich jetzt zuversichtlich. Zielsetzung ist wieder das Finale. Ich will nachholen, was ich da verpasst habe.“

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