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Schweizerin Spirig Rekordeuropameisterin

Die Schweizerin Nicola Spirig hat sich am Donnerstag in Schottland zur alleinigen Rekordeuropameisterin im Triathlon gekürt. Die 36-Jährige war bei ihrem sechsten EM-Triumph nicht zu gefährden, auch nicht von den beiden Österreicherinnen. Julia Hauser hielt sich im Strathclyde Country Park bei Motherwell als Siebente aber gut, Therese Feuersinger belegte Rang 23.

Die 36-Jährige Spirig benötigte für die Olympische Distanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen 1:59:13 Stunden und verwies die Britin Jess Learmonth und die Französin Cassandre Beaugrand um 33 Sekunden bzw. 1:44 Minuten auf die Plätze zwei und drei. Olympiateilnehmerin Hauser hatte 3:24 Minuten Rückstand, Feuersinger büßte 7:33 Minuten ein.

Schweizerin Nicola Spirig

Reuters/Toby Melville

Nicola Spirig fühlte sich beim Zieleinlauf „fantastisch“

„Im Zielsprint alles herausgeholt“

„Ich bin wirklich zufrieden und superhappy mit dem siebenten Platz“, sagte Hauser unmittelbar nach dem Rennen. „Das ist mein bestes Saisonergebnis, es geht in die richtige Richtung.“ Beim Schwimmen habe sie eine Gruppe verloren, dann aber eine andere angeführt. Zwar habe sie keine frischen Beine gehabt, sich auf dem Rad aber trotzdem in die Verfolgergruppe der Top Drei geschoben.

Beim Laufen bildete sich ab der zweiten von drei Runden eine vierköpfige Gruppe auf den Plätzen sieben bis zehn. „Ich habe mich auf diese Gruppe fokussiert. Die letzte Runde ist mehr taktisch gelaufen worden, dann habe ich auf den Zielsprint gewartet und noch alles rausgeholt“, erklärte die 24-Jährige.

Feuersinger sammelt Erfahrung

Auch Feuersinger war recht zufrieden. „Es hat im Großen und Ganzen ganz gut gepasst“, resümierte die Tirolerin. Sie sei wegen einer Verletzung fünf Wochen nicht gelaufen. „Das letzte 10-km-Rennen ist drei Monate her. Ich habe gemerkt, dass mir die Kilometer abgehen. Es war generell erst meine zweite Olympische Distanz.“ Bei der Premiere hatte Feuersinger im Frühjahr in Japan mit WM-Serien-Rang 20 überrascht.

Nach gutem Schwimmen leistete die 20-Jährige im Radfahren viel Führungsarbeit. „Da habe ich ein paar Körner liegen gelassen. Die Laufstrecke ist anspruchsvoll mit Hügeln drinnen, da habe ich Krämpfe bekommen.“ Grundsätzlich brauche sie noch Erfahrung, meinte sie. Die nächste Möglichkeit, diese zu sammeln, gibt es beim WM-Rennen in zwei Wochen in Montreal. Hauser bestreitet Weltcups in Lausanne und Karlsbad und das WM-Finale an der Gold Coast.

ÖTRV-Sportdirektor Robert Michlmayr zog zufrieden Bilanz, ein Top-Ten-Platz war das Ziel. „Wir sind sehr zufrieden als Verband. Der Rennverlauf war günstig, und Julia hat eine sehr gute Leistung gebracht.“ Hauser schrieb auch in der Olympiaqualifikation an und startet am Samstag im Mixed mit Hauser, Lukas Hollaus und Lukas Pertl. Das Herren-Rennen mit Hollaus und Pertl steigt am Freitag.

Entscheidende Attacke beim Laufen

Die Medaillengewinnerinnen waren letztlich ungefährdet. Allerdings war Spirig nach dem Schwimmen 51 Sekunden hinter Learmonth gelegen. Die entscheidende Attacke kam beim Laufen. „Ich war zuversichtlich, den Rückstand aufzuholen“, meinte Spirig, die Olympiasiegerin von London 2012 und Olympiazweite von Rio de Janeiro 2016. „Ich wusste, dass ich in der zweiten Hälfte der Raddistanz stärker bin.“ Sie habe aber auch von einem Sturz von Konkurrentinnen hinter sich profitiert. Sechs EM-Titel zu haben fühle sich fantastisch an. „Jede einzelne Medaille bei Olympia oder Welt- und Europameisterschaften ist sehr speziell.“

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