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ÖLV-Hürdensprinterinnen im Semifinale out

Österreichs Hürdensprinterinnen Beate Schrott und Stephanie Bendrat haben bei der EM in Berlin am Donnerstagabend den Einzug ins Finale verpasst. Schrott, die im Vorlauf eine starke Leistung geboten hatte, benötigte im Semifinale für die 100 m 13,23 Sekunden und belegte den 21. Gesamtrang. Bendrat, die sich aufgrund ihrer Vorleistung den Vorlauf erspart hatte, kam nicht über 13,43 Sekunden hinaus und landete nur auf Platz 23.

Bendrat, die erst kürzlich bei den Staatsmeisterschaften eine Zeit von 12,94 auf die Bahn gezaubert hatte, fand nicht wirklich eine Erklärung für die enttäuschende Leistung. „Da arbeitest du so lange hin, irgendwie bin ich jetzt so froh, dass es vorbei ist. Wenn Wind von vorne kommt, komme ich schon in ein anderes Muster. Ich bin technisch noch so holprig unterwegs, dass mich so Dinge rausbringen, dann läuft es halt nicht. Daran muss ich arbeiten“, sagte die 27-Jährige nach ihrem einzigen Auftritt im Olympiastadion.

Sie hatte das Gefühl, nicht so fokussiert gewesen und alles von außen wahrgenommen zu haben. „Vielleicht gibt es so Tage.“ Aber sie sei vor zwei Wochen unter 13 Sekunden gerannt, sie wisse, dass sie es könne. „Aber halt heute nicht. Ich werde jetzt noch drei, vier Wochen weitertrainieren, dann gehe ich in die Pause, die brauche ich dann auch. Aber jetzt brauche ich erst einmal ein paar Tage, um das zu verarbeiten.“

Schrott hat Maximum herausgeholt

Zufrieden konnte indes Schrott sein, nach nicht optimaler erster Hürde fand sie den Anschluss wieder. „Ich habe echt gekämpft, dass ich noch aufhole, mehr war heute nicht mehr drinnen“, sagte die EM-Dritte von 2012. Vor allem die 13,06 aus dem Vorlauf, ihre schnellste Zeit seit drei Jahren, stimmten sie zuversichtlich. „Ich wusste, egal was heute passiert, ich werde mich freuen.“ Am 22. August wird sie noch in Polen laufen, außerdem hofft sie auf einen Start beim ISTAF Berlin am 2. September.

Eines der Bilder des Tages auf den Stadionleinwänden lieferte ihr Freund Christian Taylor, der in Lederhosen und Trachtenhemd mit Österreich-Fahne im Publikum saß. Der mehrfache Dreisprung-Olympiasieger und -Weltmeister aus den USA hatte von der Niederösterreicherin bei einem Halbfinal-Einzug die Erlaubnis für diesen Aufzug bekommen. „War ein ziemlicher Hit, oder“, meinte sie lachend. „Es hat jedenfalls meine volle Unterstützung.“

Das Finale gewann die Weißrussin Elvira Herman in 12,67 Sekunden vor den Deutschen Pamela Dutkiewicz (12,72) und Cindy Roleder (12,77). Im Stabhochsprung siegte Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Titelverteidigerin Ekaterini Stefanidi mit übersprungenen 4,85 Metern vor ihrer griechischen Landsfrau Nikoleta Kiriakopoulou (4,80 m) und der Britin Holly Bradshaw (4,75 m).

Guliyev 200-m-Europameister

Zum Europameister über 200 m kürte sich Weltmeister Ramil Guliyev. Der Türke triumphierte in 19,76 Sekunden vor dem Briten Nethaneel Mitchell-Blake (20,04) und dem Schweizer Alex Wilson (20,04). Im Speerwurf gab es einen deutschen Doppelsieg durch Thomas Röhler (89,47 m) und Andreas Hofmann (87,60 m), Bronze holte der Este Magnus Kirt (85,96 m).

Gold über 400 m Hürden der Herren ging an den Norweger Karsten Warholm, der sich in 47,64 Sekunden vor dem Türken Yasmani Copello (47,81) und dem Iren Thomas Barr (48,31) durchsetzte. Den 3.000-m-Hindernislauf gewann der Franzose Mahiedine Mekhissi-Benabbad in 8:31,66 Minuten vor dem Spanier Fernando Carro (8:34,16) und dem Italiener Yohanes Chiappinelli (8:35,81).

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