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Startschuss im Old Trafford

Mit dem Duell zwischen Manchester United und Leicester City von Christian Fuchs wird am Freitag die englische Premier League eröffnet. Vor dem Startschuss in ihre 28. Saison richteten sich bis Donnerstagabend zunächst noch einmal alle Blicke zum erstmals früher schließenden Transferfenster, Überraschungen blieben aber aus. Die Jagd auf Meister Manchester City kann damit beginnen.

Viele englische Fußballexperten sehen die „Citizens“ erneut als ersten Titelanwärter. Vor dem Start in die neue Saison warnte Coach Josep Guardiola seine Mannschaft aber vor Überheblichkeit. „Die Spieler können diese ‚Ich bin richtig gut‘-Mentalität haben“, sagte der Spanier. „Aber das ist der Moment, wo es bergab geht.“ Nach dem Double-Gewinn aus Meisterschaft und Ligapokal kündigte Guardiola an, noch strenger mit seinen Spielern zu sein.

Auch wenn es seit Manchester United 2008/09 keinem Team mehr gelang, den Premier-League-Titel zu verteidigen, so ist und bleibt City der große Favorit. Die „Citizens“ hielten alle Schlüsselspieler und verfügen über einen Kader, der ein weiteres Mal nach Guardiolas Wünschen adaptiert wurde. Prominentester Neuzugang ist Riyad Mahrez, der für knapp 70 Millionen Euro von Fuchs-Club Leicester City kam. Eine Investition, die notwendig war, denn die Konkurrenz in London, Liverpool und auch in Manchester lauert.

Mourinho meckert vor Saisonstart

Doch ausgerechnet beim Lokalrivalen United, dem die Ehre gebührt, die Saison gegen Leicester zu eröffnen, gärt es nach Platz zwei in der vergangenen Saison gewaltig. Nicht zum ersten Mal sorgte Starcoach Jose Mourinho mit Pessimismus und Gemecker über die Transfers für Misstöne und mediale Spekulationen. Einige britische Medien sprechen bereits von Resignation und davon, dass der 55-Jährige womöglich bereits seinen Abschied vorbereite.

Jose Mourinho, Trainer von Manchester United

Reuters/Andreas Gebert

Für Mourinho könnte seine dritte Saison bei United auch seine letzte sein

Sollte United nicht Meister werden, und für den Titel spricht derzeit nicht viel, könnte es für Mourinho die letzte Saison im Old Trafford werden. „Wenn wir unser Team nicht noch besser machen, wird es eine schwierige Saison für uns“, sagte Trainer Mourinho unmittelbar vor dem Ende der Transferzeit, weitere Verstärkungen blieben aber aus. „Die anderen Clubs sind wirklich stark und haben fantastische Teams. Oder sie investieren massiv, wie Liverpool, die alles und jeden kaufen.“

Liverpool als größter Herausforderer

Die „Reds“, die fast 200 Millionen Euro in Neuzugänge wie etwa Fabinho (AS Monaco), den Ex-Salzburger Naby Keita (RB Leipzig), Xherdan Shaqiri (Stoke City) und Alisson (Roma) investierten, gelten nicht nur deshalb als größter Herausforderer von City. Der deutsche Coach Jürgen Klopp will seine Amtszeit nach zweieinhalb Jahren in Liverpool krönen und endlich einen Titel holen. Der Champions-League-Finalist ärgerte City schon in der vergangenen Saison mehrfach und setzte sich auch in der Königsklasse gegen die Guardiola-Elf durch.

Naby Keita (Liverpool)

Reuters/Carl Recine

Mit Naby Keita spielt nach Sadio Mane bei Liverpool ab sofort ein zweiter Ex-Salzburger

Seit Klopp an der Anfield Road werkelt, standen die „Reds“ in der Champions League, Europa League und im Ligacup jeweils im Finale - verloren aber jedes einzelne. „Das muss sich ändern“, forderte der englische Teamspieler Adam Lallana. „Wir haben alle Zutaten, die es braucht: die Erfahrungen, die wir mit den Jahren mitgenommen haben, und den passenden Kader. Die Zeichen stehen wirklich gut, dass wir den nächsten Schritt machen.“

Ligakracher zwischen Arsenal und City

Neben Liverpool und United zählen auch die Londoner Großclubs Tottenham, Chelsea und Arsenal zum Kreis jener Topmannschaften, die Titelverteidiger Manchester City herausfordern wollen. Wie berechtigt diese Hoffnungen sind, dürfte sich bereits beim ersten Ligakracher der Saison zeigen, wenn Arsenal am Sonntag den Titelträger empfängt. Bei den „Gunners“ läutete der Abgang von Arsene Wenger nach 22 Jahren als Trainer eine neue Ära ein. Der baskische Nachfolger Unai Emery holte mit dem deutschen Goalie Bernd Leno, Verteidiger Sokratis und dem Schweizer Stephan Lichtsteiner jede Menge Erfahrung dazu.

Neben Marko Arnautovic, der gleich zum Auftakt am Sonntag an der Anfield Road von Liverpool gastiert, sind vier weitere Österreicher in Englands Topliga engagiert. Innenverteidigerroutinier Sebastian Prödl geht in seine vierte Spielzeit bei Watford. Unter Trainer Javi Gracia war der 1,94-m-Mann bis zu einer Lebensmittelvergiftung am Saisonende gesetzt. Landsmann und Teamkollege Daniel Bachmann bekam im Tor mit Ben Foster (35) einen Routinier vor die Nase gesetzt, auch der inzwischen 37-jährige Stammtorhüter Heurelho Gomes ist noch da.

Fuchs vor seiner letzten Saison

Zum Auftakt fordern die „Hornets“ am Samstag Brighton and Hove Albion mit Ex-ÖFB-Teamspieler Markus Suttner. Der Linksverteidiger wird sich mit seinem Verein auf den Kampf um den Klassenerhalt einstellen müssen. Christian Fuchs peilt in seiner Abschiedssaison in England mit Leicester, dem Meister von 2016, einen Top-Ten-Platz an. Die „Foxes“ läuteten übrigens bereits im Vorjahr die Saison ein: Damals gab es ein spektakuläres 3:4 gegen Arsenal.

Englische Premier League

Erste Runde

Freitag, 10. August:
Manchester United Leicester City 2:1 *
Samstag, 11. August:
Newcastle Tottenham 1:2
Huddersfield Chelsea 0:3
Fulham Crystal Palace 0:2
Watford Brighton & Hove 2:0 **
Bournemouth Cardiff City 2:0
Wolverhampton Everton 2:2
Sonntag, 12. August:
Liverpool West Ham 4:0 ***
Southampton Burnley 0:0
Arsenal Manchester City 0:2
* Fuchs bei Leicester Ersatz
*** Prödl bei Watford Ersatz, Suttner bei Brighton nicht im Kader
*** Arnautovic bei West Ham bis zur 67. Minute

Tabelle

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